Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Rund 200 Experten hatten die Vispiron Energy Group und Huawei Fusion Solar eingeladen – zu einem Treffen mit spannenden Einblicken unter anderem in das neueste Co-Location-Projekt nahe der Jochen-Schweizer-Arena in München. Bei dem Event standen neben einer Vor-Ort-Besichtigung des Solarkombikraftwerks zudem Fachsessions mit Themen rund um Stromkosten senken, Grünstromspeicher, Co-Location, Netzanschlusspunkte, Umspannwerk als Steckdose, Direktversorgung der Industrie und Trading im Fokus. Zudem gab es viel Gelegenheit zum Networking. Und schließlich konnten die Teilnehmer Indoor-Surfen und Bodyflying erproben.
„Die Jochen-Schweizer-Arena war mutig und hat in eine Direktversorgung mit PV investiert“, sagte Florian Schönberger, CEO der Vispiron Energy Group, zum Start der Veranstaltung. „Wir haben vier Jahre lang einen Solarpark mit 6,3 Megawatt Leistung entwickelt, in rund zwei Kilometern Entfernung von der Arena.“ Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 52.000 Quadratmetern. Vispiron habe dafür sogar eine Direktleitung unter einer Autobahn hindurchgelegt; jetzt produziere der Park 7,1 Gigawattstunden (GWh) Energie und versorge damit zum Teil die Jochen-Schweizer-Arena direkt.
Zudem wurde ein Speicher mit rund zwölf Megawattstunden in unterschiedlichen Use-Cases installiert: sechs Megawattstunden im Rahmen der Innovationsausschreibungen und sechs Megawattstunden Trading-Speicher, die für Arbitrage-Trading genutzt werden. Eine interessante Kombination, findet Max Münnicke, Head of Sales Photovoltaics bei Huawei Digital Power, der das Event zusammen mit Schönberger anmoderiert hat.
Er sieht einen starken Bedeutungszuwachs von Co-Location mit PV und Speicher. „Die Innovationsausschreibung gibt es seit 2021 oder wird seit 2021 an Projekte überführt. Die Batteriespeicher in der damaligen Zeit haben sich eigentlich nur dann rentiert, wenn man einen Innovationsausschreibungszuschlag bekommen hat, mit wenigen Ausnahmen, etwa Behind-the-Meter-Applikationen.“ Aber in der Regel sei der Grünstromspeicher selbst monetär nicht interessant gewesen für die PV-Park-Betreiber – bis ungefähr Anfang, Mitte letzten Jahres. Der Grünstromspeicher habe den Business Case Solarpark eher negativ beeinflusst. „Eigentlich wurde nur dem Graustromspeicher, den ich wirklich frei am Markt traden kann, Wirtschaftlichkeit zugetraut“, so Münnicke.
„Wir sind jetzt durch die Beschleunigungsgesetze der Ampelregierung bei einem absoluten Allzeithoch im PV-Utility-Scale-Bereich.“ Die sorgen laut Münnicke jetzt dafür, dass wir in den Mittagszeiten ständig Abschaltungen und negative Strompreise haben. Die breite Meinung der PV-Geschäftsführer in Deutschland sei inzwischen die, dass sie sagen, ohne Batteriespeicher lohne sich der PV-Park nicht mehr. „Das hat sich also in den letzten 12 bis 18 Monaten massiv gedreht. Und was wir gerade sehen, ist eine schiere Explosion der Grünstromspeicher.“ Letztes Jahr habe der gesamte deutsche Markt 1,5 Gigawattstunden an Batteriespeicher in den Markt ausgebracht. Im Jahr davor seien es nur 600 gewesen, das hat sich schon mal verdoppelt. „Wir rechnen aktuell dieses Jahr damit, dass wir bei circa sechs Gigawattstunden im deutschen Markt sehen und im nächsten Jahr wahrscheinlich jenseits von 10 Gigawattstunden. Und das ist maßgeblich durch Grünstromspeicher getrieben“, so Münnicke.
„Das Ganze findet statt an einem Netzverknüpfungspunkt hier in der Arena. Über das Jahr haben wir über 80 Prozent Direktbelieferungsquote von der Arena“, so Schönberger.
Nicole Weinhold
Möglich mache das Projekt auch die Technologie, die sich extrem verändert habe. Solarmodule haben in 25 Jahren eine Preisreduktion von rund 98 Prozent erlebt. Gleichzeitig hat sich die Leistungsdichte ungefähr 3,4-fach erhöht.
Das Gleiche gilt für Batteriespeicher. Im Jahr 2000 kostete die Zelle rund 1.200 Dollar pro Kilowattstunde. „Aktuell liegen wir bei Zellkosten über 189 Dollar pro Kilowattstunde“, so Schönberger. Auch beim Wechselrichter gebe es 95 Prozent Preisverfall.
Der Batteriespeicher selbst ist eine Zwei-MWh-Lösung, luftgekühlt. Es gibt mittlerweile aber auch schon eine 4,5- bzw. Fünf-MWh-Lösung, wassergekühlt. Vom Setup her gleicher Aufbau, gleiche Größe, es sind nur andere Zellen und andere Zelltypen verbaut und von den Batterie-Packs her anders aufgebaut.