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Bürgerenergiegenossenschaft Rüdigheim baut Wärmenetz mit Sonnenenergie

Die Bürgerenergiegenossenschaft Sonnenwärme Rüdigheim entwickelt ein ganz besonderes Wärmenetz für den Ortsteil der hessischen Stadt Amöneburg. Denn das neue Wärmenetz kommt komplett ohne fossil erzeugte Energie aus. Dazu hat die Genossenschaft ein riesiges solarthermisches Feld aufgebaut, um möglichst viel Sonnenenergie in das neue Wärmenetz zu bekommen.

5.500 Quadratmeter Solarthermie errichtet

Das Solarthermiefeld ist das Herzstück der gesamten Anlage. Seit Herbst 2025 werden die Kollektoren auf einer Fläche von fast 5.500 Quadratmetern installiert. Sie liefern zusammen eine Wärmeleistung von drei Megawatt. Die mit der Sonne produzierte Wärme wird in einem oberirdischen Saisonalspeicher mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Litern zwischengelagert.

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Die Wärme wird aber nicht direkt ins Netz eingespeist. Vielmehr nutzen integrierte Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 770 Kilowatt Heizleistung den Speicher als Wärmequelle. Sie können dem Speicher auch bei niedrigen Temperaturen noch nutzbare Wärme entziehen. Dadurch erhöhen sich Effizienz, nutzbare Speicherkapazität und Versorgungssicherheit. Insgesamt wird die Wärme zu 87 Prozent aus Sonnenenergie erzeugt und zu 13 Prozent aus Ökostrom für die Wärmepumpen. Damit kommt das gesamte System ohne Zugabe von Energie aus Biomasse aus.

Gemeinschaftliche Lösung mit kalkulierbaren Wärmekosten

Die Wärmepumpen speisen die Wärme mit einer Vorlauftemperatur in das fünf Kilometer lange Nahwärmenetz von Rüdigheim ein. Über dieses Netz sollen ab Herbst 2027 rund 100 Haushalte in Ein- und Mehrfamilienhäusern des Ortes vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Dies kann mit der kalkulierten Jahresproduktion von 3.100 Kilowattstunden Wärme gelingen. Selbst bei den prognostizierten 800 Kilowattstunden Wärme durch die Speicherung und den Transport der Wärme reicht die Menge aus, um die Haushalte zu versorgen. Damit setzt Rüdigheim auf eine gemeinschaftliche Lösung, die Klimaschutz, langfristig kalkulierbare Wärmekosten und regionale Wertschöpfung verbindet.

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Betriebserfahrungen zugänglich machen

Die Energiegenossenschaft wurde eigens für die Finanzierung und Umsetzung des Projekts gegründet. Inzwischen hat diese 103 Mitglieder. Das Projekt wird durch das Fachgebiet Solar- und Anlagentechnik der Universität Kassel unter Leitung von Klaus Vajen wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Ruralheat: Erneuerbare Wärmenetze für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ländlicher Siedlungen“ werden die Anlagen- und Betriebsdaten aufgezeichnet und analysiert. Die Projektergebnisse und Betriebserfahrungen werden aufbereitet und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.