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Stoffströme managen – Repowering professionalisiert sich weiter

Jeden Tag, sagt Moritz Müller, erwarteten nun Rückbau-, Recycling- und Repoweringakteure, dass das deutsche Normierungsinstitut DIN die technischen Geschäftsbedingungen für Windparkerneuerungen veröffentlicht. Kurz vor der Hamburger Branchenmesse Wind Energy weiß der Vorsitzende des Netzwerks RDR Wind: Nur noch die englische Übersetzung der erwarteten Din-Norm 4866 muss fertig werden. Dann werden die transparenten Standards den Dienst der Windparkmodernisierer noch sicherer, schneller, günstiger, plan- und vorhersagbarer machen.

Der Industrieverband für Repowering, Demontage, Rückbau (RDR Wind) ist seit der Gründung 2018 die treibende Kraft der Normung. Bis 2020 setzte er mit gutem brancheninternem Rückenwind den vorläufigen Standard DinSpec 4866 durch. Ab 2022 unterstützte er die Entwicklung der vollumfänglichen Din-Norm, Austausch mit Politik, technischen Instituten und dem DIN und bewirkte, dass sie nicht in einer normalen Abbruch-Din untergeht.

Die Norm ist fällig. Im vierten Jahr in Folge schließen Windparkentwickler hierzulande rund jede dritte Leistungseinheit zugebauter Erzeugungskapazität durch ein Repoweringprojekt ans Stromnetz an. 2025 waren das gut 1,5 Gigawatt (GW) durch Anlagenaustausch zugebaute Erzeugungskapazität. Die Norm belege Anwohnenden, Umweltschützern und misstrauischen Genehmigungsbehörden, dass bei jedem neuen Windpark einst ein Rückbau „in geordneten Bahnen“ erfolgen werde, sagt Vereins-Sprecher Müller im Interview. Tatsächlich beschreibt die Norm, wie Windparkrückbau gut wird. Und wie wichtig diese Beschreibung ist, erfuhr Müller auch in der politischen Arbeit: Im Infrastrukturausschuss des sächsischen Landtags erklärte er 2025 als Sachverständiger mit Verweis auf die kommende Din 4866, dass die Fachunternehmen jede Windkraftanlage nach dem Betriebsende rückstandslos entfernten. Der Ausschuss hatte einen Antrag der Anti-Windkraft-Partei AFD auf eine verbindliche neue Euro-Rückbau-Rücklage für Windparks abgelehnt. Sie wäre, wohl wie beabsichtigt, eine Finanzierungsbürde geworden.
Die Din-Norm beschreibt aber, dass Rückbau und Materialverwertung längst Branchenusus sind.

Als Nächstes wollen die RDR-Wind-Akteure^ein Gütesiegel schaffen. Es soll gute Repoweringunternehmen kennzeichnen. Sie nehmen Verantwortung für Nachbarschaft, Gemeinkosten und – dank Konzepten zur Nachnutzung der Komponenten als Ersatzteile und zum Recyceln – die Umwelt wahr. Es ist ein Signal in einem zunehmend internationalen Geschäft. Hiesige Repowerer könnten damit punkten – zu Zeiten, in denen Nachbarländer wie Italien ebenfalls Altturbinenbestände abräumen, um auf schon für Windkraft genutzten Flächen schneller Gigawatt-Inbetriebnahmen zuzulassen als in touristischer Bilderbuchkulisse. Zudem könnte das Siegel Betreibenden auf Repowering-Flächen mit kleinteiligem Anlagenstreubesitz schnell die vertrauenswürdigsten Dienstleister aufzeigen.

Das Windkraft- und Photovoltaik-Unternehmen VSB belegt mit zwei Leuchtturmprojekten, …

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