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H2-Hochlauf

Norddeutsches Reallabor zieht nach fünf Jahren Bilanz

Mehr als 50 Partner aus Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten im Norddeutsche Reallabor (NRL) an der Integration von grünem Wasserstoff in Industrie, Energieversorgung und Verkehr. Auf dem diesjährigen Transferworkshop am 19. März an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg diskutierten rund 40 Akteure die bisherigen Ergebnisse.

„Nach fünf intensiven Jahren können wir festhalten, dass das NRL – trotz mancher Rückschläge – in vielerlei Hinsicht ein Leuchtturmprojekt für den Norden ist. Im letzten Projektjahr geht es nun darum, alle unsere Ergebnisse auszuwerten und einzuordnen. So können wir der Bundesregierung zum Projektabschluss im Frühjahr 2027 wichtige Impulse für die zukünftige Ausgestaltung der Energiewende geben", sagte Projektkoordinator Mike Blicker vom Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg.

Integrierte Netzplanung und Wasserstoff aus Bioabfall

In den vergangenen Monaten hat das Projekt mehrere Teilvorhaben abgeschlossen. Im März endete das Teilprojekt „iNeP – integrierte Netzplanung". Darin entwickelten die Hamburger Energienetze und die Hamburger Energiewerke einen Planungsprozess, der erstmals eine integrierte Planung der Energieinfrastrukturen für Strom, Gas und Wärme im Hamburger Stadtgebiet ermöglicht. Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben von der Technischen Universität Hamburg, der Helmut-Schmidt-Universität und der Technischen Hochschule Lübeck.

Ebenfalls im März erschien ein Whitepaper zur Verbindung von Wasserstoffproduktion und Bioabfallverwertung. Grundlage ist ein Elektrolyseur, den die Stadtreinigung Hamburg im Herbst 2024 am Biogas- und Kompostwerk Bützberg errichtet hat. Forschende der Technischen Universität Hamburg untersuchten gemeinsam mit der Stadtreinigung, welche Potenziale sich aus der Synergie von Power-to-Gas und Bioabfallbehandlung für ein klimaneutrales Energiesystem ergeben.

Cybersicherheit und Hemmnisse beim Wasserstoff-Hochlauf

Im Teilprojekt „ResIKT" analysierten Forschende der Universität Hamburg Cyberbedrohungen für digital vernetzte Wasserstoff- und Energiesysteme. Die Analysen zeigen, dass mit zunehmender Sektorenkopplung neue Angriffspunkte für IT-basierte Störungen entstehen können. Die Ergebnisse sollen zur Stärkung der Resilienz künftiger Wasserstoffinfrastrukturen beitragen.

Eine Ende 2025 veröffentlichte sozialwissenschaftliche Studie mit dem Titel „Wasserstoff in der Industrie: Zwischen Aufbruch und Blockade" kommt zu dem Ergebnis, dass der Wasserstoff-Hochlauf derzeit durch einen Hemmniskreislauf aus wirtschaftlichen, regulatorischen und infrastrukturellen Hürden gebremst wird. Die Studie entstand im Rahmen der NRL Transformation Labs, einer Veranstaltungsreihe des CC4E.