In der französischen Werft von Chantiers de l'Atlantique in Saint-Nazaire wurden zwei Offshore-Umspannwerke fertiggestellt. Die Plattformen bilden das operative Herzstück des Nordseeclusters A. Dieses Offshore-Windprojekt errichten RWE (51 Prozent) und Norges Bank Investment Management (49 Prozent) gemeinsam vor der deutschen Küste.
Jedes Umspannwerk ist etwa 40 Meter lang und 22 Meter hoch. Die erste Plattform wiegt rund 1.800 Tonnen, die zweite etwa 2.500 Tonnen. Beide sollen bis Ende Februar per Barge zur Baustelle transportiert werden. Diese liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Insel Juist. Der Transport dauert nach Unternehmensangaben rund acht Tage. Die Fundamente für beide Umspannwerke sind bereits installiert.
Umspannwerke sammeln und transformieren den Strom
In den parkinternen Umspannwerken wird der von den Windenergieanlagen erzeugte Strom gesammelt. Die Spannung wird erhöht, um den Strom an die Konverterstation des Netzbetreibers weiterzuleiten. Von dort gelangt er an Land. Die Umspannwerke sind zudem für die Fernüberwachung und -steuerung ausgerüstet.
„Es ist beeindruckend, diese beiden großen Umspannwerke aus der Nähe zu sehen – bereit für die Installation in der deutschen Nordsee", sagt Tobias Keitel, CTO von RWE Offshore Wind. „Mit diesem 1,6-Gigawatt-Cluster erweitert RWE ihr Offshore-Windportfolio erheblich und trägt zur Schaffung eines zuverlässigen, nachhaltigen und bezahlbaren Energiesystems bei.“
Frédéric Grizaud, Senior Vice President des Geschäftsbereichs Marine Renewable Energies bei Chantiers de l‘Atlantique sagte: „Dieses Projekt demonstriert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der französischen Offshore-Windindustrie, bestätigt unsere Position als führender Akteur in einem schnell wachsenden Sektor und unterstreicht unseren Beitrag zur europäischen Energieunabhängigkeit.“
Nordseecluster A soll Anfang 2027 ans Netz gehen
Die Bauarbeiten für das Nordseecluster A verlaufen nach Plan. Die Installation der Fundamente wurde Ende 2025 abgeschlossen. Derzeit werden die parkinternen Kabel verlegt. Im Sommer 2026 soll die Installation der 44 Windkraftanlagen beginnen. Nach vollständiger Inbetriebnahme Anfang 2027 soll das Nordseecluster A über eine Gesamtleistung von 660 Megawatt (MW) verfügen.
Die zweite Ausbaustufe, Nordseecluster B, soll ab Anfang 2029 mit 60 Windturbinen zusätzliche 900 MW beisteuern. Mit der Herstellung der Fundamente wurde bereits begonnen. Das gesamte Nordseecluster mit 1,6 Gigawatt Leistung kann nach Angaben von RWE rechnerisch rund 1,6 Millionen deutsche Haushalte versorgen. RWE verantwortet Bau und Betrieb während des gesamten Lebenszyklus der Offshore-Windparks.