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Schweiz: Rund 1.800 lokale Energiegemeinschaften in sechs Monaten realisiert

In der Schweiz nimmt die Bürgerenergiewende kräftig Fahrt auf. Die Bildung von lokalen Elektrizitätsgemeinschaften ist seit Anfang 2026 möglich. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 1.800 solcher LEG realisiert. Das teilt der Branchenverband Swissolar auf Basis einer aktuellen Umfrage bei den 30 größten Schweizer Verteilnetzbetreibern mit. Ergänzt wurden die Antworten der Netzbetreiber um Daten der Schweizer Plattform für Energiegemeinschaften LEGhub. Diese ermöglichen eine erste Hochrechnung, wie viele LEG schweizweit Ende Juni bestanden und wie groß diese ungefähr sind.

Regionale Verbreitung sehr unterschiedlich

Insgesamt konnten über die Umfrage und den LEGhub 1.323 LEG erfasst werden. Allerdings decken Netzgebiete der befragten Netzbetreiber nur rund 71 Prozent der Bevölkerung ab. Deshalb haben die Analysten von Swissolar die erfasste Anzahl der LEG anhand dieser Bevölkerungsabdeckung auf die gesamte Schweiz hochgerechnet. Dadurch ergibt sich eine Anzahl von etwa 1.860 LEG.

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Allerdings ist die Verbreitung von LEG nicht über die ganze Schweiz hinweg gleich, räumt der Verband ein. So hat Swissolar beobachtet, dass in einigen Regionen schon viele LEG aktiv sind. In anderen Regionen gibt es hingegen noch gar keine umgesetzten Projekte. Der Verband führt dies neben der regionalen Nachfrage unter anderem auf unterschiedliche Prozesse, IT-Systeme oder Angebote der jeweiligen Verteilnetzbetreiber zurück.

Größe der LEG variiert erheblich

Auch bei der Größe der einzelnen LEG gebe es beträchtliche Unterschiede, teilt Swissolar mit. So haben die von den befragten Netzbetreibern und LEGhub gemeldeten LEG im Durchschnitt 7,2 Mitglieder beziehungsweise Anschlüsse pro LEG. Das ist jedoch regional sehr unterschiedlich. So reicht die Spanne der durchschnittlichen Anzahl der Teilnehmer pro LEG von drei bis 29. Die Analysten von Swissolar sehen darin ein Anzeichen, dass die verschiedenen LEG unterschiedliche Modelle umsetzen. Neben kleinen Gemeinschaften aus wenigen Nachbarschaften entstehen auch deutlich größere Zusammenschlüsse.

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Mehr Stromverbraucher als Erzeuger

Zudem ermöglichen die Daten auch einen Einblick in die Zusammensetzung der Gemeinschaften. So sind etwa 78 Prozent der Teilnehmenden ausschließliche Strombezieher. Nur neun Prozent liefern ausschließlich Strom in die jeweilige LEG. Weitere 13 Prozent sind Prosumer. Sie produzieren Strom für die LEG und beziehen auch Energie von der LEG. Damit produzieren nur 22 Prozent der Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom. Swissolar weist aber darauf hin, dass ein LEG-Teilnehmer auch mehrere Produktionsanlagen oder Verbrauchsstellen umfassen kann.

„Drei Aspekte sind für den Erfolg im Betrieb maßgeblich“

Genau dieses Zusammenspiel ist zentral für eine LEG: Lokal produzierter Strom kann innerhalb der Gemeinschaft verkauft und möglichst direkt vor Ort genutzt werden. „Werden die bestehenden regulatorischen Hürden abgebaut und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausgeschöpft, können LEG noch deutlich attraktiver werden und einen noch größeren Beitrag zur effizienten Nutzung von erneuerbarem Strom leisten“, betont Wieland Hintz, stellvertretender Geschäftsführer von Swissolar.

Regulatorische Hürden abbauen

Er verweist darauf, dass trotz des positiven Starts immer noch regulatorische und praktische Hürden bestehen. Swissolar fordert deshalb, das im Gesetz vorgesehene Potenzial beim Rabatt auf die Netznutzung vollständig auszuschöpfen. Es sollten zudem unnötige Einführungs- und sogenannte Mutationsgebühren vermieden werden. Letztere fallen unter anderem bei Änderungen der Eigentumsverhältnisse an. Außerdem fordert Swissolar, dass eine Stromlieferung innerhalb einer LEG auch zwischen den Netzebenen 5 und 7 und 7 und gemeindeübergreifend möglich wird.

Weitere Informationen auf einer Plattform

Umfangreiches Informationsmaterial zu den LEG in der Schweiz bietet die Plattform „lokaler Strom“ von Energieschweiz, Swissolar und dem VSE. Sie unterstützt Haushalte, Fachplaner, Handwerker, Gemeinden, Energieversorger und Unternehmen bei der Umsetzung lokaler Strommodelle.