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GIH zur BEG: Pla­nungs­si­cher­heit ja – ganz­heit­li­che Sa­nie­rung ge­fähr­det

Kara - stock.adobe.com

Der GIH begrüßt den reibungslosen Start der neuen BEG-Förderrichtlinien, warnt jedoch vor einer Vernachlässigung umfassender Sanierungskonzepte.

Die neuen Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind seit dem 21. Juli 2026 in Kraft. Der Start der Antragsstellung verlief reibungslos, was der Energieberatendenverband GIH als wichtiges Signal für eine verbesserte Planungssicherheit bewertet.

Stefan Bolln, Vorsitzender des GIH, sagt zum bisher reibungslosen Start der neuen Förderrichtlinien: „Auch wenn die Kommunikation im Vorfeld der Richtlinienänderung nicht immer die notwendige Planungssicherheit geschaffen hat, bleibt die Chance, den Dialog zwischen Ministerien, Förderinstitutionen und Verbänden künftig noch enger und verlässlicher zu gestalten.“

Stärkere Förderung und qualifizierte Beratung

Positiv hebt der GIH hervor, dass energetisch besonders schlechte Gebäude, sogenannte Worst Performing Buildings (WPB), nun stärker gefördert werden. Zudem können mehr Sanierungswillige einen Einkommensbonus im Rahmen des Heizungstauschs beantragen. Die Verknüpfung des WPB-Bonus mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) unterstreicht die Bedeutung einer qualifizierten und unabhängigen Energieberatung. Auch der Erhalt des Gesamtvolumens der Förderung trotz Einsparungen im Klima- und Transformationsfonds (KTF) wird als Erfolg gewertet.

Risiko für ganzheitliche Sanierungen

Gleichzeitig äußert der Verband kritische Bedenken. Die neuen Förderbedingungen legen einen noch stärkeren Fokus auf Einzelmaßnahmen, insbesondere den Heizungstausch. Dies birgt die Gefahr, dass ganzheitliche Effizienzhaus-Sanierungen und langfristige Sanierungsstrategien an Attraktivität verlieren könnten. Solche umfassenden Ansätze sind jedoch für dauerhaft niedrige Energiekosten und einen wirksamen Klimaschutz unerlässlich.

Der GIH-Vorsitzende Bolln betont, dass eine erfolgreiche Wärmewende eine ganzheitliche Betrachtung von Gebäuden als Gesamtsystem erfordert. Hierfür sind unabhängige Energieberatung und langfristige Sanierungskonzepte unverzichtbar.

Forderungen für eine praxistaugliche Förderpolitik

Der Energieberatendenverband kündigt an, die Umsetzung der neuen Richtlinie aufmerksam zu begleiten und sich weiterhin für eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Förderung einzusetzen. Eine verlässliche Förderpolitik, die frühzeitige Einbindung von Fachverbänden und eine starke Energieberatung sind demnach entscheidende Voraussetzungen, um die Sanierungsrate dauerhaft zu steigern und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. ■
Quelle: GIH / fl