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26 Maßnahmen, die Deutschlands Strom günstiger und sicherer machen sollen

Die Energiewende steht an einem kritischen Punkt: Neue Vorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium sorgen in der Branche für deutliche Kritik, weil sie Investitionen bremsen und Arbeitsplätze gefährden könnten. Der Bundesverband Erneuerbare Energie präsentiert konkrete Maßnahmen, die den Ausbau beschleunigen, Kosten senken und Deutschlands Energieunabhängigkeit stärken sollen. Welche Ansätze jetzt auf dem Tisch liegen, zeigt diese Übersicht.

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1. Planungssicherheit statt politischer Rückschritte

Keine Förderstopps für kleine Anlagen (<25 kW): Kleine PV- und Wasserkraftanlagen sind Rückgrat der dezentralen Energiewende. Förderstreichungen würden den Ausbau massiv abbremsen. Keine Pflicht zur Direktvermarktung für Kleinanlagen: Die nötige Infrastruktur fehlt – die Pflicht wäre realitätsfern und würde Investitionen verhindern. Verlässliche Rahmenbedingungen sichern: Investoren brauchen Planungssicherheit für Milliardeninvestitionen in Erneuerbare und Speicher.

2. Mehr heimische Energie = stabile Preise

Alle erneuerbaren Quellen konsequent nutzen: Neben Wind und Solar auch Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft stärken. Dezentrale Energieversorgung ausbauen: Regionale Produktion erhöht Resilienz und senkt Abhängigkeit von Importen. Sektorkopplung vorantreiben: Strom, Wärme und Verkehr vernetzen – z. B. PV + Wärmepumpe + E-Auto.

3. Netzausbau radikal beschleunigen

Genehmigungen drastisch vereinfachen: Kleine Maßnahmen ohne Planfeststellung ermöglichen. Standardisierung einführen: Einheitliche Komponenten, Trassen und Prüfverfahren statt Einzelfallentscheidungen. Mehr Kapital mobilisieren: Investitionen in Netze gezielt erleichtern. 
4. Netze effizienter nutzen (statt teuer ausbauen)

Netzanschlusspunkte überbauen (NVP-Überbauung): Mehr Anlagen an bestehende Netze anschließen – mit flexibler Einspeisung. Einspeisung flexibilisieren: Strom bei Engpässen lokal speichern statt abregeln. Freileitungen besser auslasten: Monitoring kann Kapazität um bis zu 50 % erhöhen. Intelligente Ortsnetzstationen einsetzen: Echtzeit-Steuerung verbessert Netzauslastung. Kuratives Engpassmanagement nutzen: Probleme erst beheben, wenn sie auftreten – spart Kosten. Redispatch-Kosten in Wettbewerb überführen: Netzbetreiber stärker zu Effizienz verpflichten. n-1-Prinzip modernisieren: Flexiblere Sicherheitslogik statt teurer Überdimensionierung. Netze digitalisieren (Smart Meter etc.): Grundlage für dynamische Tarife und effiziente Steuerung. „Nutzen statt Abregeln“ reformieren: Erneuerbaren Strom besser verwerten statt wegwerfen. Bandlastprivileg abschaffen bzw. umbauen: Flexibler Verbrauch statt Dauerlast belohnen.

5. EEG modernisieren – aber richtig Dezentralen Ausbau stärken
Bürgerenergie und Dach-PV sichern Akzeptanz und Tempo. Flexibilitätsstrategie statt fossiler Reservekraftwerke: Bioenergie, Speicher und KWK als günstiges Backup. Bioenergie gezielt ausbauen: Bis zu 24 GW gesicherte Leistung möglich. Fördermodell von Zeit auf Menge umstellen: Verhindert künstlich negative Strompreise. Marktwerte stabilisieren: Fehlanreize bei Stromvermarktung beseitigen. Offshore-Wind schneller ausbauen: Planungssicherheit für Großprojekte schaffen. 

6. Industrie mit günstiger Energie versorgen (PPAs)

Direktlieferverträge erleichtern: Weniger Bürokratie bei Stromlieferungen zwischen Erzeugern und Industrie. Netzentgelte anpassen: Netzdienliches Verhalten belohnen. Abgaben vereinfachen: Gleiche Regeln für physische und virtuelle PPAs. Bilanzierung vereinfachen: Standardprozesse reduzieren Aufwand. Standardverträge einführen: Senkt Kosten und erleichtert Einstieg für Mittelstand. Genehmigungen beschleunigen: Fast-Track für Projekte mit festen Abnehmern. 

7. Wärmewende endlich konsequent angehen

Technologieoffenheit im Gebäudeenergiegesetz (GEG): Verschiedene erneuerbare Lösungen gleichberechtigt zulassen. Attraktive Förderprogramme sichern: Ohne Förderung stockt der Heizungstausch. Wärmenetze ausbauen: Klare Regeln und mehr Förderung nötig. Industrie-Wärme einbeziehen: Auch Prozesswärme muss klimaneutral werden.

Ausbau bremsen wäre ein teurer Fehler

Die Kernbotschaft des BEE ist klar: Nicht der Ausbau der Erneuerbaren ist das Problem – sondern fehlende Netze, falsche Anreize und Bürokratie. Wer jetzt kürzt oder bremst, riskiert höhere Energiepreise mehr Importabhängigkeit verlorene Arbeitsplätze verfehlte Klimaziele Wer stattdessen beschleunigt, flexibilisiert und vereinfacht, kann ein Energiesystem schaffen, das günstig, sicher und klimafreundlich zugleich ist.