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Kroatien steigert Solarstromproduktion um 43 Prozent

Der Sommer 2026 lief gut für die Solarstromproduktion in Kroatien. Sie war die einzige bedeutende Energiequelle, die während der langen Hitzeperiode von Juni bis Ende August überdurchschnittlich viel Strom lieferte. Die installierten Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1.578 Megawatt erzeugten in den Sommermonaten 810 Gigawattstunden Strom. Das sind 43 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

388 Megawatt zugebaut

Dies ist nicht nur das Ergebnis der üppigen Sonneneinstrahlung in diesen Monaten, sondern auch des Zubaus von Anlagen mit einer Leistung von 388 Megawatt, die innerhalb eines Jahres installiert wurden. Diese Werte teilt der Verband für Erneuerbare Energien Kroatiens (OIEH) auf Basis der vorläufigen Zahlen des Zentralen Statistikamtes (CBS) und des Übertragungsnetzbetreibers HOPS mit.

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Insgesamt lieferten die installierten Solaranlagen allein im August 2026 einen neuen Rekord von 220 Gigawattstunden Strom. In den drei Sommermonaten deckten sie 11,87 Prozent des Verbrauchs. Damit entwickelt sich die Solarenergie zu einem immer wichtigeren Standbein der Stromversorgung in Kroatien. Denn sie hat einen weiteren Vorteil – neben der Tatsache, dass die Sonne keine Rechnung schickt. Die Anlagen produzieren dann Strom, wenn er in den Sommermonaten am dringendsten gebraucht wird: in der Mittagshitze. Denn dann laufen die Klimaanlagen in Kroatien auf Hochtouren.

Kühlung sorgt für hohen Strombedarf

Damit federt die Photovoltaik auch die sonst eintretenden Preissteigerungen an der Strombörse aufgrund des steigenden Bedarfs ab. Nach Sonnenuntergang sind die Preise jedoch stark angestiegen, da es dem System an Flexibilität und Batteriespeichern mangelt, kritisiert die OIEH. Bisher hat Kroatien nur einen großen Batteriespeicher mit einer Leistung von 60 Megawatt installiert. Und selbst dieser befindet sich noch im Probebetrieb. Der Bedarf wird jedoch auf rund 750 Megawatt Speicherleistung geschätzt.

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Der Stromverbrauch lag in den Sommermonaten 6,44 Prozent höher als im Sommer des Vorjahres. Dies ist vorwiegend auf die üppige Kühllast zurückzuführen, um die enorme Hitze für die Menschen erträglicher zu machen. Laut OIEH lagen die Temperaturen im Durchschnitt 2,6 Grad Celsius über dem mehrjährigen Mittelwert. Es herrschte 45 Tage lang eine Hitzewelle.

Wasserkraft eingebrochen

Dies hat aber nicht nur Auswirkungen auf den Stromverbrauch, sondern auch auf die Stromproduktion. Denn die Hitzewelle sorge dafür, dass die Pegelstände in den Flüssen dramatisch absanken. Dadurch erhielten die Wasserkraftwerke nur 43 Prozent der üblichen Wassermenge – der niedrigste jemals gemessene Wert. Deshalb lieferten die Wasserkraftwerke in den drei Sommermonaten nur noch 1.014 Gigawattstunden Strom. Das sind 13,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das dafür genutzte Wasser kam dabei hauptsächlich aus Stauseen.

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Zur Solarenergie und Wasserkraft kamen noch die Windkraftwerke, die 760 Gigawattstunden lieferten. Damit ging deren Produktion um rund sieben Prozent zurück, was OIEH hauptsächlich auf die Windstille während der Hitzeperiode zurückführt.

Heimische Erneuerbare sind günstiger als Importe

Aufgrund der hochgefahrenen Produktion von fossilen Kraftwerken konnten die heimischen Anlagen – inklusive des Kernkraftwerks Krško, das zur Hälfte von Kroatien genutzt wird – insgesamt zwar 8,44 Prozent mehr Strom als im letzten Sommer liefern. Doch das reichte nicht aus, um den gestiegenen Bedarf zu decken. Kroatien importierte deshalb netto 1.810 Gigawattstunden Strom im Wert von 249 Millionen Euro in den drei Sommermonaten. Das sind 26,3 Prozent des Verbrauchs.

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Hätten heimische Solar- und Windkraftanlagen diese Lücke decken können, hätten die Kosten für die kroatischen Stromverbraucher nur 91 bis 163 Millionen Euro betragen – eine Ersparnis von bis zu 158 Millionen Euro. Diese Kosten haben die Analysten von OIEH auf Basis von Produktionskosten in Höhe von 50 bis 90 Euro pro Megawattstunde errechnet. Damit wird deutlich, wie sich der schnelle Ausbau der Ökostromproduktion im Geldbeutel der kroatischen Stromkunden bemerkbar macht.

Kühlung braucht mehr Energie als Heizung

Der Stromverbrauch in Kroatien betrug von Juni bis September 2026 immerhin 6.874 Gigawattstunden. Das ist ein Anstieg von 416 Gigawattstunden im Vergleich zum Sommer 2025. Der Klimawandel sorgte so für 6,44 Prozent mehr Stromverbrauch. Dass vor allem die Hitzewelle zum steigenden Verbrauch beitrug, zeigt die Tatsache, dass der stärkste Anstieg im August zu verzeichnen war. Dann lag der Verbrauch sogar über den bisher stromintensiven Heizperioden im Januar eines jeden Jahres. Inzwischen treten die höchsten Systemlasten im Sommer um die Mittagszeit auf, anstatt im Winter. Aber auch im Juni wurden Rekordwerte erreicht. So lag die Spitzenlast an einem Tag bei 3.687 Megawatt und einem Tagesverbrauch von 70.348 Megawattstunden.

Gaskosten lassen Strompreise steigen

Das schlägt sich in den Strompreisen an der Börse nieder. Diese lagen durchschnittlich in diesem Sommer bei 139,80 Euro pro Megawattstunde, was einem Anstieg von 53,9 Prozent gegenüber dem letzten Sommer entspricht. Dabei hat das Zentrale Statistikamt einen kontinuierlichen Preisanstieg registriert, von 115,89 Euro pro Megawattstunde im Juni auf 172,80 Euro pro Megawattstunde im September. Dies ist hauptsächlich auf die gestiegenen Gaspreise durch den Krieg im Nahen Osten zurückzuführen. Der Höchstpreis von 638,35 Euro pro Megawattstunde wurde am Abend des 14. September verzeichnet.