Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
„Donald Trump ist der versehentliche Klima-Präsident“, titelt Focus online in dieser Woche. Trotzdem der US-Präsident zwar kein Interesse und sogar eine starke Ablehnung gegen Wind- und Solarenergie hegt, entwickelt sich die Erneuerbaren-Energiewirtschaft in seinem Land immer weiter. Ein aktueller ausschlaggebender Grund dafür sind wohl seine eigenen Taten. Denn mit dem Krieg im Iran und den stark gestiegenen Ölpreisen konnte wieder einmal erkannt werden, was für ein Kostenfaktor die Unabhängigkeit doch ist. Denn im Gegensatz zu Öltankern, die in der Straße von Hormus festhängen, drehen sich Windenergieanlagen weiter.
Solar wächst am schnellsten
Nach Zahlen des britischen Datendienstleiters Ember war Solarenergie im Mai 2026 mit 12,8 Prozent für einen größeren Anteil am US-amerikanischen Strommix verantwortlich als Kohle. Gleichzeitig ist Photovoltaik die am schnellsten wachsende Energiequelle im Land. 7,8 Gigawatt neue Solarkapazität sind im ersten Quartal 2026 nach Daten des Solarindustrieverbands SEIA und des Analyseunternehmens Wood Mackenzie hinzugekommen. Trotz Anpassungen in Regulatorien und Steuerregeln, die darauf ausgerichtet seien, erneuerbare Energieformen und Speichertechnologien auszubremsen, machten diese 91 Prozent des Zubaus an Energieinfrastruktur im ersten Quartal 2026 aus.
Umfrage zeigt klare Tendenz
Dabei handelt es sich nicht nur um eine Entwicklung in den USA. Der Thinktank E3G befragte im Rahmen der geopolitischen Unsicherheiten fast 2000 führende Personen in 18 Ländern weltweit. 90 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass ein Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien basiert, die Wirtschaft des Landes verbessern würde. 88 Prozent waren zudem der Ansicht, dass Elektrifizierung ihr Unternehmen konkurrenzfähiger machen würde. Eine Position, die wohl nur noch in der Politik ankommen muss. Denn gleichzeitig ergab die Umfrage, dass 72 Prozent die politischen Rahmenbedingungen als Schwachpunkt ansahen.
Kommt das Öl zurück?
Der Trend, der gesetzt wurde, indem wieder einmal aufgezeigt wurde, welche Vorteile die Unabhängigkeit durch erneuerbare Energien hat, darf nun nur nicht aufgehalten werden, wenn das Erdöl möglicherweise in absehbarer Zeit wieder ohne Einschränkung auf dem Weltmarkt verfügbar ist. Die Unterzeichnung des Abkommens zum Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA soll das wieder möglich machen. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass das zu einem starken Überhang auf dem globalen Ölmarkt führen könnte. Für 2027 soll so ein deutlicher Angebotsüberschuss vorliegen, weil das weltweite Angebot um acht Millionen Barrel pro Tag steigen soll, die Nachfrage aber nur um zwei Millionen Barrel pro Tag. Staaten und Unternehmen würden damit zwar erst einmal die geschrumpften Bestände auffüllen, danach beste aber dennoch ein Überschuss.
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Zu hoffen bleibt, dass das nicht zu deutlich sinkenden Ölpreisen führen wird, die Personen mit schlechtem Erinnerungsvermögen ganz vergessen lässt, wie schnell dieser Preis wieder in die Höhe schnellen kann. Denn selbst wenn es einem nur um das Geld geht, sollte die Entwicklung der letzten Monate gezeigt haben, dass erneuerbare Energien nicht nur durch ihren reinen Preisvorteil punkten, sondern auch von äußeren weltpolitischen Ereignissen nicht weiter beeindrucken lassen.