Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

ImmoBench-Marktbericht zeigt höhere Betriebskosten

kebox/stock.adobe.com

Der ImmoBench-Marktbericht 2025 weist höhere Betriebskosten aus. Der Median stieg auf 2,69 Euro je Quadratmeter und Monat. Warme Kosten legten um rund 42 Prozent zu.

Die Marketing-Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen (MVDI), eine Gesellschaft der Immobiliengruppe Rhein-Neckar, hat den „ImmoBench Marktbericht 2025“ gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH veröffentlicht. Der Bericht analysiert die deutschlandweite Entwicklung der Betriebskosten auf Grundlage von Portfoliodaten institutioneller Investoren und Bestandshalter sowie Informationen aus der Immobilienverwaltung.

Die MVDI und die Bauakademie Performance GmbH hatten ImmoBench im vergangenen Jahr weiterentwickelt. Das Benchmarking-System für Betriebskosten in der Wohnungswirtschaft besteht seit 1999.

Kosten steigen deutlich

Die aktuelle Auswertung beruht auf abgerechneten Daten von 2023. Sie zeigt Betriebskosten als entscheidenden Faktor für die Bezahlbarkeit von Wohnraum. Seit der Energiekrise infolge des Ukrainekriegs sowie durch Inflation, steigende Personalkosten und regulatorische Anforderungen erhöhten sich die Nebenkosten deutlich.

Im Marktbericht liegen die gesamten Betriebskosten im Median bei 2,69 Euro je Quadratmeter und Monat, nach 2,32 Euro im Vorjahr. Damit stiegen die Betriebskosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 16 Prozent. Vor allem die warmen Betriebskosten legten deutlich zu. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sie sich um rund 42 Prozent. In vielen Wohnungsbeständen machen Betriebskosten inzwischen zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtmiete aus.

Glatte fordert aktives Management

Dr. Thomas Glatte, Geschäftsführer der MVDI, Vorstandsvorsitzender der Immobiliengruppe Rhein-Neckar sowie Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Fresenius und Mitglied des Fachbeirats des Marktberichts, sagt: „Die Betriebskosten sind längst nicht mehr nur ein administrativer Abrechnungsposten, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor in der Wohnungswirtschaft. Unternehmen müssen sich künftig stärker vom reinen Abrechnen hin zu einem aktiven Betriebskostenmanagement entwickeln“

Bericht benennt Kostentreiber

Der Bericht identifiziert sechs Kostenarten als zentrale Kostentreiber: laufende öffentliche Lasten, Wasserversorgung und Entwässerung, Heizungs- und Warmwasserkosten, Hausreinigung, Versicherungen sowie Hauswartleistungen. Diese Positionen machen den Großteil der umlagefähigen Betriebskosten aus.

Harzdorf betont Datenbasis

Die Ergebnisse rücken Betriebskosten stärker in den Fokus von Wohnungsunternehmen, Eigentümern und Verwaltern. Neben steigenden Energie- und Personalkosten beeinflussen regulatorische Anforderungen, die Kohlendioxid-Bepreisung sowie Investitionen in nachhaltige und energieeffiziente Gebäude die weitere Entwicklung. Gleichzeitig wächst auf Mieterseite die Sensibilität gegenüber der Warmmiete und gegenüber transparenten und nachvollziehbaren Kostenstrukturen.

Prof. Dr. Anne Harzdorf, Leiterin des Fachbeirats, betont: „Vor diesem Hintergrund gewinnt ein aktives, datenbasiertes Betriebskostenmanagement zunehmend an Bedeutung. Digitale Analyse- und Benchmarkinglösungen wie ImmoBench können dabei helfen, Optimierungspotenziale frühzeitig zu identifizieren, Kostenentwicklungen besser einzuordnen und langfristig wirtschaftliche sowie nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien umzusetzen.“

Bericht folgt Standards

Mit dem „ImmoBench-Marktbericht“ will die MVDI Transparenz über die Struktur und Entwicklung der Betriebskosten schaffen und Wohnungsunternehmen eine belastbare Vergleichsbasis für die Optimierung ihrer Bestände bereitstellen. Die Daten basieren auf den Standards der Geislinger Konvention sowie der Betriebskostenverordnung und werden jährlich aktualisiert. ■
Quelle: MVDI / oja