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Forschungsprojekt: E-Autos sollen Norderney-Fähre mit Strom versorgen

Unter dem Titel „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“ (BIDI-EL) untersuchen die Hochschule Osnabrück und die Reederei Norden-Frisia, wie sich Elektroautos als dezentrale Speicher in den Betrieb einer Fähre einbinden lassen. Ziel ist es nach Projektangaben, die Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln schrittweise von fossilen Energieträgern zu lösen und zugleich das regionale Stromnetz zu entlasten. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben.

Solarstrom, Fahrzeugbatterien und E-Fähre werden gekoppelt

Im Zentrum steht ein Vehicle-to-Grid-System (V2G). Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz der Reederei werden zunächst über die dortige Photovoltaikanlage geladen. Läuft die Fähre in den Hafen ein, kehrt sich der Energiefluss um: Die Fahrzeugbatterien speisen gemeinsam mit der Solaranlage Strom in das Ladesystem der Fähre ein. Die Reederei betreibt seit März 2025 nach eigenen Angaben die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee. Sie verkehrt zwischen Norddeich Mole und Norderney.

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Die technischen Voraussetzungen sind vor Ort bereits vorhanden. Auf dem Reedereigelände ist seit 2024 eine Solaranlage mit einer Leistung von 1.700 Kilowatt installiert, eine Erweiterung ist geplant. Ergänzt wird sie durch einen stationären Batteriespeicher auf dem Parkplatz, der nun um die Batterien der dort abgestellten Elektrofahrzeuge erweitert werden soll.

Forschung zu Technik und Geschäftsmodellen

Wissenschaftlich geleitet wird das Projekt von Hans-Jürgen Pfisterer, Professor für Elektrotechnik mit Schwerpunkt elektrische Antriebs- und Energiewandlungssysteme, und Kai-Michael Griese, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketingmanagement. Pfisterer bringt Expertise zu resilienten Energieversorgungssystemen und Elektromobilität ein. Griese verantwortet die betriebswirtschaftliche Perspektive mit Fokus auf Nachhaltigkeitsmanagement, klimaangepasste Geschäftsmodelle und Kreislaufwirtschaft.

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„Die bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen bietet nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Mobilität, sondern kann auch wesentlich zur Entlastung des Energieversorgungsnetzes beitragen“, sagt Pfisterer. Durch die Nutzung von Fahrzeugen als dezentrale Energiespeicher werde der Ökostromanteil maximiert, das Netz entlastet und die Fahrzeugbatterien in einer Art Wellness-Betrieb gehalten. (nhp)

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