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Huawei stellt erste netzbildende Stringwechselrichter vor

Huawei Digital Power hat am 29. April 2026 in Frankfurt am Main die Solarlösung Fusionsolar 9.0 für den europäischen Markt eingeführt. Die Plattform richtet sich an Versorgungsunternehmen, Projektentwickler und Anlagenbetreiber. Sie soll laut Anbieter auf die Anforderungen von Solarkraftwerken im Megawatt- und Gigawatt-Bereich zugeschnitten sein und über den gesamten Lebenszyklus niedrigere Stromgestehungskosten (LCOE) ermöglichen.

1000 Volt AC und netzbildender Stringwechselrichter

Steve Zhang von Huawei Digital Power definiert, was eine Solaranlage künftig leisten muss.

Niels H. Petersen

Steve Zhang von Huawei Digital Power definiert, was eine Solaranlage künftig leisten muss.

Laut Angaben von Huawei enthält die neue Lösung mehrere Branchenneuheiten. Erstmals arbeite ein Photovoltaiksystem mit 1000 Volt AC. Bisher sind 500 oder 800 Volt AC üblich. Diese höhere Spannung erlaubt nach Angaben längere Strings und senkt so die Kosten der Systemperipherie, neudeutsch die Balance of System (BOS). Zweite Neuerung ist nach Unternehmensangaben der erste Stringwechselrichter mit netzbildender Funktion (Grid Forming).

Huawei Fusionsolar: Utility-Speicher mit höchster Sicherheit

Bislang war diese Fähigkeit auf Batteriespeicher beschränkt. Damit könnten Solaranlagen aktiv Spannung und Frequenz im Netz stützen. Hinzu kommt eine Trafostation mit 11 Megavoltampere, die laut Huawei die größte ihrer Art in Europa ist. Die Innovationen sind demnach im neuen Stringwechselrichter 506KTL und in einer neuen Generation von Trafostationen mit drei, sieben und elf Megawatt umgesetzt.

Quantifizierte Einsparungen bei Systemkosten

Huawei beziffert die Einsparungen bei den BOS-Kosten auf 0,27 bis 0,55 Eurocent pro Watt Leistung. Diese ergeben sich nach Unternehmensangaben aus der String-Konfiguration mit bis zu elf Megawatt, die der 506KTL ermöglicht. Bei einem Projekt mit rund 200 Megawatt sollen sich zudem etwa 70.000 Euro bei der Inbetriebnahme einsparen lassen, weil die netzbildende Funktion den Einsatz von Dieselgeneratoren beim Anfahren überflüssig mache. Ein erweiterter MPPT-Spannungsbereich und längere Strings verlängerten zudem die effektive Erzeugungszeit pro Tag.

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Die netzbildende Funktion liefert laut Huawei Blindleistung in weniger als zehn Millisekunden – dreimal schneller als netzfolgende Wechselrichter. Eine virtuelle Trägheit von null bis 20 Sekunden soll die Frequenzstabilität stützen. Eine automatische Wiederherstellung der Blindleistung nach nächtlichen Fehlern soll Strafen aus Netzanschlussregeln vermeiden helfen.

Mehr Sicherheit und effiziente Kühlung

Als Modell in der Halle ausgestellt: Die neuen Lösungen von Huawei Fusionsolar 9.0.

Niels H. Petersen

Als Modell in der Halle ausgestellt: Die neuen Lösungen von Huawei Fusionsolar 9.0.

Das nach Unternehmensangaben branchenweit erste Smart-Hybrid-Cooling-System verbessere die Wärmeabfuhr um 30 Prozent. Ein dreistufiger DC-Schutz (SSLD v2.0) erkennt Fehler aktiv und schaltet im Millisekunden-Bereich ab. Das neue IGBT-Modul biete eine um 25 Prozent höhere Spannungsfestigkeit, 10 Prozent geringere Verluste und eine um 20 Prozent höhere maximale Sperrschichttemperatur.

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Im chinesischen Markt setzt Huawei Fusionsolar 9.0 nach eigenen Angaben bereits seit Oktober 2024 ein. Weltweit befänden sich mehr als zehn Gigawatt an Projekten mit der Lösung im Bau. Die Lieferkette für 1000-Volt-AC-Komponenten – darunter Module, Schalter und Transformatoren – sei für den europäischen Markt vorbereitet.

Neudefinition, was eine Solaranlage leisten muss

„Fusionsolar 9.0 ist nicht nur ein Produkt-Update“, betont Steve Zhang, Präsident des Geschäftsbereichs Utility, Commercial & Industrial Solar bei Huawei Digital Power von rund 400 Teilnehmern. Es sei eine grundlegende Neudefinition dessen, was eine Solaranlage im Jahr 2026 und darüber hinaus leisten können muss. Und Jacky Chen, Präsident von Huawei Digital Power Europa, ergänzt: „Die Frage ist nicht mehr, wie viel erneuerbare Kapazität wir installieren können, sondern wie wir sicherstellen, dass diese Kapazität intelligent, netzstabil und über ihren gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich widerstandsfähig ist.“ (nhp)

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