Rund 5,5 Millionen Solargeneratoren stromen mittlerweile in Deutschland. Nach Angaben des Bundesverbands der Solarwirtschaft wurden bisher insgesamt rund 118 Gigawatt installiert.
Zugleich sind die Zeiten für das installierende Handwerk sehr schwierig. Im privaten Segment schwächelt der Zubau neuer Anlagen, naturgemäß die Domäne der regionalen Fachbetriebe. Zahlreiche Firmenpleiten hinterließen Anlagen, die niemand kontrolliert oder systematisch wartet. Herrenlos sind sie nicht, denn hinter jeder Anlage steht ein Betreiber.
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Hohe Anforderungen im Gewerbe
Das Gewerbesegment kommt nur langsam in Schwung. Dort liegt die Messlatte sehr hoch, was Qualität und Zuverlässigkeit betrifft. Denn die gewünschte Amortisation wird nur erreicht, wenn die Anlagen verfügbar sind und den prognostizierten Sonnenstrom tatsächlich liefern.
Bei Solarparks geht es im Grunde genommen um das selbe Thema. Dort hat sich unter seriösen Investoren und Projektentwicklern längst herum gesprochen, dass die Anlagen der regelmäßigen und professionellen Pflege bedürfen. Die berüchtigte Seuche der Rückseitenfolien, mangelhafte Wechselrichter und zu dünne Gläser – davon können EPC ein Liedchen singen.
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Wartung erhält Werte
Soll heißen: Regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung erhalten Werte. Dass Photovoltaik frei von Wartung laufen kann, hat sich als Illusion erwiesen. Bestenfalls ist die Technik wartungsarm. Aber zwanzig Jahre – oder mehr – sind eine lange, lange Zeit, in der Solarmodule, Verkabelung, Untergestelle oder Leistungselektronik sehr harten Bedingungen unterworfen sind.
Nicht nur der Zahn von Zeit und Witterung nagt am Material, gelegentlich auch Tiere. Nicht zu unterschätzen sind Schäden durch Diebe oder Vandalismus. In jedem Fall gut beraten ist, wer auf regelmäßiges Monitoring zurückgreifen kann. Dann fallen schleichende Probleme oder plötzliche Schäden schnell auf, Gegenmaßnahmen werden ergriffen.
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Versicherung genügt nicht
Es reicht einfach nicht, eine Anlage zu versichern. Mittlerweile blickt das EEG auf ein Vierteljahrhundert zurück, hat die Branche umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Das gilt auch für die Versicherer. Deshalb fordern sie zunehmend, dass die Anlagen professionell überwacht und betreut werden – über alle Anlagenklassen und Leistungsgrößen hinweg.
Je länger eine Technik im Feld oder auf dem Dach eingesetzt wird, desto mehr rückt die Wartung und Werterhaltung in den Blick. Gut beraten sind Solarteure, die sich im Wartungsgeschäft ein Standbein aufbauen, mit speziell geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie müssen nicht nur technisch fit sein und sich mit vielen verschiedenen Modultypen, Wechselrichtern oder Speicherbatterien austauschen.
Sie müssen auch kommunikativ auf der Höhe sein, denn jeder Wartungsgang bietet zugleich die Chance zum Gespräch mit dem Kunden. Doch dazu später.
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Wie vor 15 Jahren
Als die schwarz-gelbe Bundesregierung im Jahr 2010 die EEG-Vergütung kappte, brach der Zubau in Deutschland massiv ein. 2011 und 2012 wütete die erste Krise der Solarbranche. Insolvenzen ließen massenweise verwaiste Anlagen zurück. Wer die schnelle Mark machen wollte, floh aus dem Solargeschäft – nach uns die Sintflut.
Auch 2024 und 2025 gingen etliche Fachinstallateure in die Insolvenz, weil sie nach der Auftragsflut von 2022 und 2023 nicht schnell genug aus der Personalfalle kamen. Zudem warfen einige bundesweit agierende Anbieter das Handtuch, die ihren Kunden das Blaue vom Himmel versprachen. Nun stehen die Kunden mit leeren Händen da – nicht selten mit Schrott auf ihren Dächern. (HS, gekürzt)
Dieser Report erschien im Februarheft der photovoltaik, das sich der Wartung und dem fehlerfreien Anlagenbetrieb widmet. Wir haben ihn für Sie freigestellt. Hier können Sie den Artikel in voller Länge lesen.
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