Das neue Lieblingsbild der deutschen Baubranche mutet modern an: Drei oder vier Etagen, oben ein zurückgesetztes Staffelgeschoss mit Gründach, umlaufende Dachterrassen, ein paar Solar. Das sei effizient, ökologisch, förderwürdig, zukunftsfähig. Ein Irrtum, denn diese Geschichte stimmt nicht. Von Professor Timo Leukefeld
Immer mehr Kapital fließt in gewerbliche Solaranlagen und große Batteriespeicher. Der Zubau brummt, Modelle zur Fremdfinanzierung gewinnen an Bedeutung. Unser nächster Newsletter für Anleger erscheint am 13. Mai 2026.
Video-Podcast: Professor Timo Leukefeld erläutert sein Konzept für nahezu autarke Gebäude, die das Netz schonen und ihm zugleich dienen. Mit Photovoltaik, leistungsstarken Stromspeichern, Infrarotheizflächen und solarelektrischer Warmwasserbereitung sinken die Kosten für Energie und Emissionen – auf beinahe null.
Die Wohnungswirtschaft steht an einem Wendepunkt. Während überall von bezahlbarem Wohnen, seriellem Bauen und Digitalisierung die Rede ist, wächst im Schatten dieser Debatten still ein Risiko – das Risiko der technikgetriebenen Überforderung. Radikale Einfachheit wird überlebenswichtig.
Der Immobilienbestand steht kurz vor einem gefährlichen Kippmoment! Denn Stein, Holz oder Beton sind nicht mehr maßgeblich für den Wert der Gebäude. Der Sanierungsstau schlägt voll auf den Markt durch – doch die Kaufkraft der Mieter ist bereits ausgereizt.
Die innovative Lösung erweitert das Angebot für dezentrale Bereitung von Warmwasser. Der hydraulische Speicher nutzt überschüssigen Solarstrom vom Dach oder kostengünstigen Netzstrom aus flexiblen Stromtarifen.
Ab Oktober beziehen die ersten Mieter in Niesky ein ambitioniertes Wohnprojekt: Das Mehrfamilienhaus erzeugt seine Energie größtenteils selbst. Das Geschäftsmodell macht Bau und Betrieb wirtschaftlich.
Künftig geht es nicht mehr darum, möglichst viel Sonnenstrom einzuspeisen. Belohnt wird, wer Überschüsse aus dem Netz abnimmt oder bei Unterversorgung einspeist. Das schafft neue Chancen für die Immobilienwirtschaft.