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Zusammenarbeit für langfristige Stabilität

Was bedeutet der Verkauf von anemos-jacob an TÜV Rheinland für Ihre Kunden?

Herbert Schwartz: Für uns bringt die Übernahme vor allem langfristige Stabilität sowie technischen und organisatorischen Rückhalt. Damit können wir unser Angebot zukünftig einfacher an die Anforderungen der Kunden anpassen. Gleichzeitig entsteht ein engerer Austausch zwischen Standsicherheitsexperten bei TÜV Rheinland und Windgutachtern. Diese Zusammenarbeit kann zu verlässlicheren Bewertungen führen – etwa beim Weiterbetrieb von Bestandsanlagen, wo sich im Einzelfall sogar längere Laufzeiten ergeben könnten.

Es wird viel über mögliche Änderungen der TR 6 diskutiert. Wie sehen Sie das?

Herbert Schwartz: Ich plädiere für mehr Ruhe. Eine Überarbeitung der TR 6 würde bedeuten, dass selbst bei kleinen Änderungen zahlreiche bestehende Gutachten angepasst werden müssten.

Herbert Schwartz
anemos-jacob

Foto: anemos-jacob

Kunden wünschen geringere Unsicherheiten in Windgutachten. Geht das?

Herbert Schwartz: Die Standardunsicherheiten bei Ertragsgutachten liegen derzeit meist zwischen etwa 9 und 15 Prozent. Wir sehen Potenzial, diese durch detaillierte Analysen und realitätsnähere Modelle zu reduzieren. Deshalb untersuchen wir solche Situationen derzeit genauer, um die Modelle weiter zu verbessern.

Welche Rolle spielen Zeitreihen?

Herbert Schwartz: Bei internationalen Projekten, Hybridkraftwerken aus Wind und Solar oder bei Direkteinspeisung in Industrieanlagen werden Zeitreihen immer wichtiger, weil sie helfen, Produktion, Verbrauch und Speicherbedarf besser aufeinander abzustimmen. Derzeit beobachten wir große Qualitätsunterschiede bei Arbeiten mit Zeitreihen. Hier ist, wie immer, eine umfassende und ehrliche Validierung der verwendeten Methoden nötig.

Gewinnt das Thema Abschattung zwischen Windenergieanlagen an Bedeutung?

Herbert Schwartz: Ja, beim weiteren Ausbau von Windparks spielt Abschattung eine zunehmende Rolle. Grundsätzlich lassen sich die damit verbundenen Ertragsverluste im Onshore-Bereich recht zuverlässig berechnen. Schwieriger wird es allerdings in komplexem Gelände oder in einzelnen Fällen, in denen die tatsächlichen Effekte von den Modellrechnungen abweichen. (NW)

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