Im Juli 2025 hat die italienische Regierung ein Energieabgabesystem (Energy Release Scheme – ERS) in Kraft gesetzt. Es sieht die Unterstützung des Baus von neuen Solaranlagen vor, die mittels direkter Stromversorgungsverträge (Power-Purchase-Agreements – PPA) mit großen energieintensiven Industriebetrieben refinanziert werden. Damit soll einerseits der Bau der Anlagen und andererseits die Dekarbonisierung der Industrie angekurbelt werden.
Sechs Terawattstunden Sonnenstrom
Das Dekret sieht einen Maximalpreis für den über den PPA gelieferten Strom von 65 Euro pro Megawattstunde vor. Zum Ende des vergangenen Jahres hat die italienische Tochter des Schweizer Energielieferanten MET mit der staatlichen Energieaufsichtsbehörde Gestore dei Servici Energetici (GSE) einen Vertrag zum Bau von neuen Solaranlagen geschlossen. Mit ihnen will MET die energieintensive Industrie in Italien mit einer jährlichen Sonnenstrommenge von sechs Terawattstunden beliefern. Das sind rund zehn Prozent des in Italien verbrauchten Industriestroms.
Zwei Projekte bereits in Arbeit
Die in Mailand ansässige MET Energia Italia sieht den Bau von Solaranlagen vor, um insgesamt etwa 600 energieintensive Betriebe zu beliefern. Die ersten Projekte dafür sind schon in der Umsetzung. So hat MET Energia Italia schon im Herbst 2025 den Solarpark Ferrera Erbognone in Betrieb genommen. Der Agri-PV-Park wird mit einer Leistung von zehn Megawatt rund 15 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr liefern. Noch im ersten Quartal dieses Jahres folgt die Inbetriebnahme des Solarprojekts Caltignaga. Weitere Solaranlagen werden im Rahmen der Vereinbarung folgen, stellt MET in Aussicht.
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Industrie stärken und Energiewende voranbringen
Giuseppe Rebuzzini, Geschäftsführer von MET Energia Italia, sieht im Energy Release Scheme ein wirkungsvolles Instrument, das Italiens Industrie unterstütze und gleichzeitig die Entwicklung erneuerbarer Energien vorantreibe. Für den Geschäftsführer der Vertriebs- und Handelssparte bei MET, Tom Van de Cruys, ist die Initiative ein anschauliches Beispiel dafür, wie MET im physischen und metaphorischen Sinne neue Energie nach Europa bringe. Sie stärke insbesondere den italienischen Industriesektor. „Das ERS zeigt, dass industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Energiewende gemeinsam vorangetrieben werden können, wenn die richtigen Mechanismen und Partnerschaften vorhanden sind“, betont Tom Van de Cruys.