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Gebäude des Monats

Sanierungssprint in Löchgau

Gestartet mit zwei Pilotprojekten in Landau (2022) und Hamburg (2023) macht der Sanierungssprint inzwischen Schule! Er ist mit 22 Bautagen nicht nur schnell beim Sanieren von Projekten, sondern findet inzwischen immer rasanter Nachahmer unter engagierten Energieberatern. Erfunden beziehungsweise ausgedacht von dem Bauingenieur Ronald Meyer, hat die durchdachte Strategie für einen optimierten Planungs- und Bauprozess den Pilotstatus verlassen und geht nun in die Fläche. Nicht nur Fachplaner und Handwerker, sondern auch Semiprofis und Laien lassen sich von dem Konzept begeistern. Jüngstes Projekt: Eine zweigeschossige Doppel­haushälfte im schwäbischen Löchgau unweit von Ludwigsburg, die binnen vier Wochen unter der Leitung des Energieberaters Maximilian Chamaoun mit einem Budget von 400.000 Euro auf KfW 55-Standard saniert wurde.

Auslöser war ein Bericht in der Bietigheimer Zeitung, in dem die Ludwigsburger Energieagentur zusammen mit Zukunft Altbau über Handwerkerschulungen für den Sanierungssprint informierte, der die Hausbesitzer für das Thema sensibilisierte. Unterstützt und gecoacht von Ronald Meyer, nahm sich Maximilian Chamaoun dem Projekt gerne an – und los ging’s!

Entscheidende Grundlage für den straffen Zeitplan war die mühselige, aber hervorragende Vorarbeit der Baufamilie Katja und Alex Felger, die ihr Haus vor dem Sanierungssprint in Eigenregie bis auf die Grundmauern zurückgebaut haben. Der offizielle Startschuss fiel am 10. April und gliederte sich in folgende Projektphasen:

  • Woche 1: Direkt nach dem Aufstellen des Gerüsts begann die Rohinstallation der Gewerke Elektro, Heizung und Sanitär. Parallel dazu wurden sämtliche Fenster erneuert und die Arbeiten am Dach aufgenommen.
  • Woche 2: Im Innenbereich lag der Fokus auf den Wänden – es wurden Leitungsschlitze verfüllt und der Innenputz aufgetragen. Zeitgleich starteten die Arbeiten an der Fassade. Im Keller wurden die Installationen für Elektro, Heizung und Sanitär weiter zügig vorangetrieben. Zeitweise wuselten 20 Handwerker um und durch die Doppelhaushälfte.
  • Woche 3: Ein weiterer wichtiger Meilenstein war das Fräsen des bestehenden Estrichs für die Installation der Flächenheizung. Während es im Keller mit den restlichen Arbeiten an der Haustechnik gut voran ging, wurden an der Gebäudehülle Dach und Fassade komplett fertiggestellt.
  • Woche 4 (Endspurt): Die finale Woche stand im Zeichen der Endmontage. Letzte Arbeiten an Böden und Wänden, und dann pinselten auch schon die Maler. In enger Absprache begannen die Elektriker mit der Endmontage, der Installateur schraubte die Sanitärarmaturen fest und die letzten Handgriffe an der PV-Anlage erfolgten. Am Ende stand die Qualitätssicherung mittels Blower-Door-Test, der ohne Beanstandungen das erfolgreiche Finale des Sanierungssprints dokumentierte.

Zu keinem Zeitpunkt litt die gute Stimmung auf der Baustelle, jedoch zeugte der intensive Konsum an Energydrinks, Kaffee und Nikotin von arbeitsintensiven und nervenaufreibenden Phasen. Das Ergebnis machte jedoch alle Anstrengungen vergessen. si

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