Am Freitag vor den Weihnachtsfeiertagen hat das mecklenburg-vorpommersche Umweltministerium in Rostock die Baugenehmigung gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BimschG) für das Offshore-Windparkprojekt Gennaker übergeben. Wie das projektierende Unternehmen Skyborn Renewables damit gerade noch im alten Jahr bekannt geben konnte, händigte die Staatsverwaltung die nun dritte Zulassung für das Vorhaben aus. Sie ist mit der Erlaubnis zur Installation von nun 63 Windenergieanlagen der 15-Megawatt-Klasse verbunden, die eine im Vergleich zur vorangegangenen Genehmigung um 50 Megawatt (MW) erhöhte Windparknennleistung von 976,5 MW vorsieht. Für Gennaker gibt es keine staatliche Vergütungsförderung.
Für die Zulassung des Windparks war anders als bei den meisten deutschen Offshore-Windparks nicht die Seeschifffahrtsbehörde BSH zuständig und auch keine Vergütungsausschreibung durch die Bundesnetzagentur angesetzt, weil Gennaker küstennah 15 Kilometer vor der Ostsee-Halbinsel Darß entstehen soll. Damit liegt das Baugebiet innerhalb der den Bundesländern zugehörigen Zwölf-Seemeilen-Zone und benötigt daher eine BimschG-Zulassung durch das Landesministerium.
Erstmals hatte das Bremer Windparkprojektierungsunternehmen WPD 2019 die Genehmigung für 103 Anlagen des Siemens-Anlagentyps SWT-8.0-154 erhalten, deren Turbinennennleistung 8,4 MW betragen sollte und zu einer Parkkapazität von 865 MW geführt hätte. Eine Klage von Umweltschützern hatte das Projekt danach verzögert. 2022 hatte WPD zudem das gesamte Offshore-Windkraft-Geschäft an den New Yorker Infrastrukturfonds GIP verkauft, der hatte es als Skyborn Renewables ausgegründet und führt es als Unternehmen für das Offshore-Windparkportfolio von GIP fort.
Noch 2022 plante Skyborn Renewables das Vorhaben auf größere Siemens-Gamesa-Anlagen mit 167 Meter Rotordurchmesser und zunächst acht, dann neun Megawatt um. Die Genehmigung dafür gab es im März 2024. Im Juni 2024 schließlich plante das GIP-Unternehmen die Nennleistung für das mittlerweile für 927 MW vorgesehene Projekt erneut um – nun nämlich auf 63 Anlagen des jüngsten Siemens-Gamesa-Modells SG 14-236 mit jeweils 14 MW und 236 Meter Rotordurchmesser. Die allerneuste Umplanung – durch die Genehmigung vom Dezember 2025 abgesegnet – sieht offenbar eine Auslieferung der Siemens-Energy-Anlagen mit 15,5 MW pro Anlage vor, deren Anlagentyp eine sogenannte Power-Boost-Nennleistungserhöhung an geeigneten Standorten und mit einem entsprechend gewünschten Betriebskonzept zulässt. Die Investitionsentscheidung solle bis im Sommer erfolgen, teilte das Unternehmen mit. Für 2028 ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Der Windpark befindet sich im Umkreis des bestehenden bald 15 Jahre alten Offshore-Windparks Baltic 1.
Im Spätsommer 2025 hatte Skyborn Renewables Vorverträge für die Komponentenzulieferung der Windturbinengründungen auf sogenannten Monopiles unterzeichnet. So wird das chinesische Unternehmen Dajin Heavy Industry die Übergangssegmente zwischen den Unterwasserstahlsäulen und den Windturbinentürmen herstellen. Das deutsche Industrieunternehmen EEW wird die Monopiles fertigen. Die erste von zwei Offshore-Umspannplattformen verließ im Oktober die Fertigungshalle des niederländischen Zulieferers Smulders. Die Unterzeichnung des Vorliefervertrags mit Siemens Energy hatte schon im Juli stattgefunden.