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Offshore-WindKraft Europa

Mehr Zubau, aber noch profitieren wenige

Einen frischen Eindruck macht die Offshore-Windkraft als Wertschöpfungskette noch nicht. Das ergab eine Spurenlese des Marktanalysten vom Windkraftverband Wind Europe, Alexandre Frémaux. Der Experte hatte bei der Konferenz Windforce Momentaufnahmen der Baufortschritte, Investitionsabwägungen, industrieller Großkomponentenfertigung und der Lieferrouten der Turbinenbauteile aufgezeigt. Zwei Gigawatt (GW) gingen im vergangenen Jahr europaweit in nur fünf Windparkfeldern in Betrieb – verteilt auf nur Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Es war die geringste jährlich fertiggestellte Erzeugungskapazität seit zehn Jahren. Nun zeigt die Kurve wieder nach oben: 20 Windparks in Europa sind im mehr oder weniger fortgeschrittenen Bauprozess, 10 Windparkerrichtungen werden binnen zwei Jahren neu in See stechen. Allerdings belegen die im langjährigen Vergleich sehr mäßigen Investitionen von 7,9 und 22,5 Milliarden Euro 2024 und 2025, dass die Konjunktur instabil ist. Das ist auch nun wieder an fehlendem Bieterinteresse gescheiterten Windflächen-Ausschreibungen zuzuweisen. Europas Offshore-Windkraftländer verbessern jetzt die Auktionsregeln.

Frémaux belegte aber auch, dass mehr Zuschläge nicht sofort breite Wertschöpfung in Europa garantieren. Von den 2025 installierten rund 450 Fundamenten lieferte Dajin Heavy Industry 23 Prozent zu – es war ein für die Chinesen trotz weiter Schiffswege aus Fernost wegen ungleicher, besserer Bedingungen zu europäischen Wettbewerbern wohl noch lukratives Geschäft. Es blieb der einzige chinesische Fundamentzulieferer 2025, fast gleichauf folgten Sif und EEW aus den Niederlanden und Deutschland bei 22 und 21 Prozent. 6 bis 14 Prozent hielten Navantia Windar, Steelwind Nordenham und Haizea (Spanien, Deutschland). Innerparkkabel lieferte nur ein Trio: Prysmian, Hellenic Cables, JDR. Bei Exportkabeln für Stromabfluss an Land verblieb das Duo Prysmian und NKT. (tw)