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BBEN: Verteilnetzbetreiber blockieren das Teilen von Solarstrom im Mehrfamilienhaus

Das 1000 GW Institut hat gemeinsam mit dem Bündnis Bürgerenergie untersucht, wie Verteilnetzbetreiber mit Mieterstromprojekten und der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung in Mehrfamilienhäusern umgehen. Praktiker konnten in der Umfrage ihre Erfahrungen mit dem zuständigen Netzbetreiber bewerten.

Green Planet Energy automatisiert Abrechnung für Mieterstrom

Von 50 bewerteten Netzbetreibern erreichte keiner die Bestnote „Champion“. Nur fünf wurden als „Unterstützer“ eingestuft, die das Notwendigste leisten. 44 Netzbetreiber gelten laut Auswertung als „Verzögerer“, einer wurde als „Verhinderer“ bewertet.

Berlin als positives Beispiel

Zu den „Unterstützern“ zählt Stromnetz Berlin mit 2,2 Millionen versorgten Haushalten. Während viele Netzbetreiber die Prozesse weiterhin händisch abwickeln, automatisiert der Berliner Netzbetreiber diese derzeit. Ende 2024 waren laut Studie erst 0,5 Prozent der nutzbaren Dachflächen auf Mehrfamilienhäusern mit Solaranlagen ausgestattet. Würden alle Flächen genutzt, ließen sich nach Angaben der Studienautoren 60 Gigawatt Leistung installieren – mehr als die zusammen rund 23 Gigawatt aller deutschen Kohlekraftwerke.

Studie: Ohne Einspeisevergütung kein Mieterstrom

Die Initiatoren fordern die Bundesnetzagentur auf, einen Mängelmelder für Netzbetreiber einzurichten, die Mieterstrom und Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung blockieren. Zudem solle die Behörde Verteilnetzbetreiber schriftlich an ihre Pflichten erinnern und nach sechs Monaten die Umsetzung prüfen. Die Bundesregierung müsse außerdem die Kosten für Stromzähler in Mehrfamilienhäusern senken. Für ein Haus mit zehn Parteien, die Solarstrom teilen, fielen über zehn Jahre bis zu 10.000 Euro für Smart Meter an – damit würden die Einsparungen aus der Solaranlage praktisch aufgezehrt.

Kritik von BNE, BBEn und Green Planet Energy

„Rund 100 Rückmeldungen zeigen ein breites Spektrum – von IT-Problemen, Intransparenz und fehlender Erreichbarkeit bis hin zu einigen engagierten Netzbetreibern, die Mieterstrom aktiv ermöglichen“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE).

Solarpflicht für Wohngebäude richtig umsetzen

Valérie Lange, Leiterin Energiepolitik und Regulierung beim Bündnis Bürgerenergie, ergänzt: „Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung setzen erst fünf von 866 Netzbetreibern die nötigen internen Prozesse um.“ Maximilian Weiß, Referent Energiepolitik bei Green Planet Energy, warnt mit Blick auf die anstehende EEG-Reform: „Wir dürfen Millionen Mieterinnen und Mieter nicht von der Energiewende abhängen.“ (nhp)

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