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EY-Parthenon und VDMA

Studie: Power-to-X-Markt konsolidiert sich

Die Strategieberatung EY-Parthenon hat gemeinsam mit der PtX-Plattform des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) das „Power-to-X-Barometer 2026" veröffentlicht. Die 68-seitige Studie analysiert, wo Deutschland und Europa im internationalen Vergleich stehen und welche Faktoren den Markthochlauf prägen.

Markt bereinigt sich nach überzogenen Erwartungen

Zwischen 2021 und 2023 basierten laut der Studie viele Projektplanungen auf optimistischen Annahmen: niedrige Strompreise, hohe Volllaststunden und schnelle Genehmigungsverfahren. Die Realität habe sich als deutlich anspruchsvoller erwiesen. Strompreise blieben volatil, Netzanschlüsse verzögerten sich und die Kapitalkosten seien gestiegen. „Wir werden in Deutschland und Europa in den kommenden Jahren weniger, aber dafür robustere Projekte sehen", sagt Cornelius Knecht, Sector Lead Industrial Products Europe West von EY-Parthenon. Erfolgreich seien vor allem Vorhaben mit klaren Genehmigungs- und Infrastrukturperspektiven sowie bankfähigen Abnahmeverträgen.

Clusteransätze und hybride Portfolios als Zukunftsmodell

Die Analysen deuten darauf hin, dass sich clusterorientierte Ansätze verstärken dürften – etwa rund um Häfen, Chemieparks und Industriezentren, in denen Strom, Moleküle, CO₂-Logistik und Abnehmer zusammenkommen. „Hybride Portfolios werden zur Norm", prognostiziert Knecht: grüner Wasserstoff dort, wo erneuerbarer Strom in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Kosten verfügbar sei; blauer Wasserstoff dort, wo CO₂-Speicherung und Gasversorgung verlässlich organisiert werden könnten. „Der Kerntrend ist klar: Fokus auf belastbare Geschäftsmodelle statt auf Ankündigungen," so Knecht.

Studie benennt drei Hebel für den Markthochlauf

„Der Markthochlauf von Power-to-X entscheidet sich an Investitionssicherheit, Nachfrage und Umsetzung, nicht an der Technologie," sagt Peter Müller-Baum, Managing Director VDMA Power-to-X for Applications. Die Studie identifiziert drei zentrale Hebel: Erstens eine verlässliche Erlösunterstützung, etwa durch Carbon Contracts for Difference (CCfD) oder H2Global-Ausschreibungen, die planbare Cashflows schaffen. Zweitens ein grenzüberschreitend anschlussfähiges Zertifizierungssystem, damit Käufer und Investoren Klimawirkung und Herkunft verlässlich bewerten können. Drittens einen zuverlässigen Infrastrukturzugang – von Netzanschlüssen über Wasserstoffpipelines bis zu CO₂-Transport- und Speicherkapazitäten.

Insgesamt führt die Studie 15 kritische Erfolgsfaktoren auf, die die Realisierung von PtX-Projekten begünstigen. Sie steht kostenlos zum Download bereit.