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Stadt Karlsruhe kombiniert senkrechte Solarmodule mit Dachbegrünung

Auf dem Dach der Kindertagesstätte „les petits amis“ hat die Stadtverwaltung Karlsruhe erstmals eine Photovoltaikanlage mit senkrecht aufgestellten Modulen auf einem bestehenden Gründach in Betrieb genommen. Die Anlage besteht aus 150 vertikalen Modulen mit einer Gesamtleistung von 24 Kilowatt. Nach Angaben der Stadt soll sie pro Jahr bis zu 21.000 Kilowattstunden Strom liefern – etwas mehr, als die Einrichtung selbst verbraucht.

Geringeres Gewicht und Ost-West-Ausrichtung

Projektleiter Oleg Mininkov sieht in der vertikalen Bauweise mehrere Vorteile gegenüber der bisher üblichen leicht geneigten Aufständerung. Das System hat laut Mininkov viele Vorteile gegenüber der bisherigen leicht geneigten Aufstellung der Module: „Die Anlage wiegt nur etwa die Hälfte der bisherigen Systeme.“ Dadurch sei sie für mehr Dächer geeignet. „Sie besteht aus kleineren, leichter montierbaren Metallprofilen und Solarmodulen, was die Errichtung vereinfacht“, sagt Mininkov.

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Da die bifazialen Module beidseitig Licht aufnehmen, erzeugen sie ihren Strom vor allem am Vormittag aus östlicher und am Nachmittag aus westlicher Richtung. „Damit fangen wir mehr Energie am Vormittag und Nachmittag ein und können damit mehr Strom im Gebäude selbst nutzen“, erklärt Mininkov. Die Mittagsspitze, die häufig nicht selbst genutzt werden kann, falle dadurch geringer aus. Das senke nach Angaben der Stadt die Kosten für den Netzbezug.

Bessere Pflege der Dachbegrünung

Auch für die Grünpflege bringt die senkrechte Aufstellung Vorteile. „Das senkrechte Stellen der Module ermöglicht eine bessere Zugänglichkeit der Dachbegrünung für unsere Unterhaltungspflege, die jedes Gründach regelmäßig benötigt“, sagt Katrin Helmchen, stellvertretende Leiterin des Gartenbauamtes. Mit dieser Lösung muss nun niemand mehr unter Solarmodulen mühsam aufwachsendes Grün bearbeiten.

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Drei weitere Projekte mit vertikalen Modulen auf Gründächern sind nach Angaben der Stadt bereits in Planung. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft hat 2025 eine Photovoltaikleistung von 845 Kilowatt installiert. Damit habe die Stadt ihre bisherige Ausbaurate pro Jahr ähnlich wie 2024 mehr als vervierfacht und die Selbstverpflichtung aus dem Klimaschutzkonzept 2030 übertroffen. (nhp)

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