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Österreich: KLIEN prämiert Energiegemeinschaften des Jahres 2026

Der österreichische Klima- und Energiefonds (KLIEN) hat fünf herausragende Energiegemeinschaftsprojekte ausgezeichnet. Die Fachjury der österreichischen Arbeitsplattform Energiegemeinschaften, bestehend aus den Energieberatungsstellen der Bundesländer und der österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften, hat die fünf Gewinner unter den 30 Einreichungen ausgewählt.

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Im Wettbewerb „Best Practice Beispiele Energiegemeinschaften 2026“ wurden bereits umgesetzte Projekte gesucht, die mit innovativen Ansätzen zeigen, welches Potenzial in der gemeinschaftlichen Nutzung von Ökostromanlagen steckt. Schwerpunkte sind dabei nicht nur die technologischen und energiewirtschaftlichen Innovationen, sondern auch die ökologische Auswirkung und die soziale Dimension von Energiegemeinschaften.

Energiegemeinschaft im gemeinnützigen Wohnungsbau

So verbindet die BEG ÖWG Solar Heaven in Graz gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen in Wohngebäuden mit einer liegenschaftsübergreifenden Bürgerenergiegemeinschaft (BEG). Sie ermöglicht damit auch Mietern und Wohnungseigentümern ohne eigene Photovoltaikanlage die Nutzung erneuerbarer Energie. Als erstes rechtssicher umgesetztes BEG-Modell im gemeinnützigen Wohnbau kombiniert sie kostenlosen Sonnenstrom vom eigenen Hausdach mit günstigem BEG-Strom, begründet die Jury ihre Entscheidung. Dabei fließen die Erlöse aus den Solaranlagen der ÖWG in die Refinanzierung, Erhaltung und Verbesserung der Wohngebäude.

Weniger Subventionen, höhere Wirtschaftlichkeit

Verschiedene Technologien kombiniert

Die Kombination aus verschiedenen Technologien stand bei 7 Energy im Mittelpunkt. Die österreichweit agierende Bürgerenergiegemeinschaft bringt Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft zusammen. Eine eigene Prognose- und Optimierungsplattform steuert die Energieverteilung datenbasiert und berücksichtigt dabei Regionalität, Fairness und unterschiedliche Erzeugungs- und Verbrauchsprofile. Außerdem bietet 7 Energy zusätzliche Modelle wie den Zerotarif und Anreize für die Einspeisung aus Batteriespeichern an. Diese erweitern die gemeinschaftliche Nutzung erneuerbarer Energie.

Auf Bürgernähe gesetzt

Die soziale Dimension ist bei der EEG Enns in Oberösterreich ein Schwerpunkt. Denn die Energiegenossenschaft setzt auf besondere Bürgernähe. Sie bindet durch Sprechstunden, Hausbesuche und gezielte Beratung auch Mieter, ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund aktiv ein. Dadurch ermöglicht das Bürgerbeteiligungsprojekt nicht nur die Teilnahme, auch ohne eigene Solaranlage. Demokratische Preisgestaltung und Spezialtarife für netzdienliche Einspeisung tragen dazu bei, den regional erzeugten Strom besser innerhalb der Gemeinschaft zu nutzen.

Schweiz: Rund 1.800 lokale Energiegemeinschaften in sechs Monaten realisiert

Gemeinschaften zusammengeschlossen

Die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) im niederösterreichischen Guntramsdorf wiederum verbindet lokale und regionale Energiegemeinschaften sowie gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen in einem gemeinsamen System. Dadurch steigert sie die lokale Nutzung des erzeugten Stroms. Eine eigens entwickelte Softwareplattform nutzt Verbrauchs-, Erzeugungs- und Wetterprognosen zur Steuerung der Energieflüsse. Ergänzt wird das Modell durch anreizbasierte Tarifmodelle, digitale Services und persönliche Energieberatung vor Ort.

Strom und Wärme gemeinsam erzeugen

Die EEG Smart City Baumgarten in Wien kombiniert erstmals Strom- und Wärmewende in einem dicht bebauten urbanen Bestandsquartier in Penzing, im 14. Gemeindebezirk im Westen der österreichischen Hauptstadt. Herzstück ist ein Anergienetz, das sich über mehrere Liegenschaften erstreckt. In diesem Anergienetz wird Wärme auf einem sehr geringen Temperaturniveau zu den Gebäuden transportiert. Dort dient diese Wärme als Quelle für Wärmepumpen, betrieben mit Photovoltaik, die die Heizwärme und das Warmwasser bereitstellen. Zusätzliche Wärmespeicher machen das System unabhängiger von den Produktionszeiten der Solaranlagen. Die Jury hat dabei überzeugt, dass die lokale Anergie-Energiegemeinschaft, eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage und regionale Solar-Energiegemeinschaften für einen Großteil von Penzing zu einem sektorgekoppelten Gesamtsystem ineinandergreifen.

Ebere: Bürgerenergie neu denken

Weitere Energiegemeinschaften inspirieren

Mit den fünf ausgezeichneten Projekten zeigt der KLIEN, wie vielfältig Energiegemeinschaften jetzt schon umgesetzt und weiterentwickelt werden können. Ihre Erfahrungen und Lösungsansätze sollen auch andere Energiegemeinschaften inspirieren, neue Wege zu gehen und das Potenzial gemeinsamer Energienutzung weiter auszuschöpfen. Weitere Informationen rund um die Ausgestaltung gemeinschaftlicher Projekte finden Sie auf der Webseite der österreichischen Koordinierungsstelle für Energiegemeinschaften. (su)