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Tausende demonstrieren in Berlin gegen Hürden für Wind- und Solarenergie

Am 9. Oktober 2026 haben im Berliner Regierungsviertel Tausende Menschen für eine konsequente Fortsetzung der Energiewende demonstriert. Unter dem Motto „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen“ kamen Unternehmen und Beschäftigte der Branche, Bürgerenergie-Akteure sowie Umwelt- und Fachverbände zusammen.  Ihr Appell richtete sich an den Bundestag, der derzeit über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) und ein neues Netzanschlusspaket berät.

Einfach Regeln für Erneuerbare

Redispatch-Vorbehalt

Der Streitpunkt ist der sogenannte Redispatch-Vorbehalt. Die Bundesregierung will den Ausbau neuer Anlagen stärker mit den verfügbaren Netzkapazitäten abstimmen und Anschlussverfahren neu ordnen. In ausgewiesenen Engpassgebieten könnten Betreiber neuer Wind- und Solaranlagen nach dem Entwurf jedoch bei netzbedingten Abregelungen für einen längeren Zeitraum Entschädigungsansprüche verlieren. Kritiker befürchten, dass schwer kalkulierbare Einnahmeausfälle die Finanzierung von Projekten erschweren – gerade dort, wo der Netzausbau dem Zubau hinterherhinkt.

Die Kritik der Demonstranten richtet sich auch allgemein dagegen, die Erneuerbaren auszubremsen und stattdessen von fossile Energien aus Russland abhängig zu sein.

Green Planet Energy

Die Kritik der Demonstranten richtet sich auch allgemein dagegen, die Erneuerbaren auszubremsen und stattdessen von fossile Energien aus Russland abhängig zu sein.

Warnung vor fossilem Backlash

Green Planet Energy sieht darin mehr als eine technische Änderung des Netzrechts. Vorstand Sönke Tangermann warnt vor einem „fossilen Backlash“ und zieht eine Parallele zur früheren politischen Bremsung von Wind- und Solarenergie. Neue Risiken für Erneuerbare gefährdeten Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland, argumentiert er. Seine Angabe, jährlich flössen 81 Milliarden Euro für Öl und Gas ins Ausland, ist dabei Teil der politischen Kritik der Genossenschaft an fossilen Importabhängigkeiten.

Speicher plus Wind- oder Solarpark als Lösung

Parlamentarische Anhörung

Dass Netzengpässe und Systemkosten gelöst werden müssen, ist auch in den parlamentarischen Anhörungen nicht grundsätzlich umstritten. Uneinigkeit besteht über den Weg dorthin: Während Industrievertreter eine kosteneffizientere und stärker marktorientierte Energiewende anmahnen, warnen Umwelt- und Branchenverbände vor einem gebremsten Ausbau. Bei der Anhörung zum Netzanschlusspaket am 7. Oktober stieß insbesondere der Redispatch-Vorbehalt auf scharfe Kritik von Sachverständigen. Die Demonstration erhöht nun den Druck auf die Abgeordneten, die Entwürfe vor einer Verabschiedung zu ändern.