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Lademanagement

Leistung clever steuern

RAG Austria ist einer der größten Speicherbetreiber in Österreich; das Unternehmen betreibt Gasanlagen in Oberösterreich und Salzburg. Doch die Energiewende kommt auch hier an. Zunehmend konzentriert sich RAG Austria auf die Speicherung und bedarfsgerechte Bereitstellung von grünem Wasserstoff. Ein besonderes Projekt war die Elektrolyse von Wasserstoff und dessen Speicherung in einer isolierten ehemaligen Erdgaslagerstätte bei Vöcklabruck. Hier wurde mithilfe von Mikroben der Wasserstoff ohne weiteren Energieaufwand in Methan umgewandelt.

Auch im Unternehmen selbst spielt die Energiewende eine immer größere Rolle. RAG stellt seine Flotte schrittweise auf Elektromobilität um. Die Herausforderung dabei ist, dass der Strom aus eigenen Solaranlagen kommen soll. Zudem muss der Sonnenstrom in den Batterien der Elektrofahrzeuge gut verteilt werden, ohne dass der Netzanschluss vor Ort überlastet ist.

Solarcarports installiert

Dazu hat Fronius das selbst entwickelte Lademanagement Emil am RAG-Standort Gampern in Oberösterreich installiert. Damit kann das Unternehmen seine elektrifizierte Firmenflotte intelligent und nutzerbasiert mit Strom versorgen. Diesen Strom liefert ein Carport mit integrierter Solaranlage. „Fronius Emil bietet uns genau das individuelle Lademanagement, das wir uns gewünscht haben“, begründet Christian Tidl vom Fuhrpark- und Lagermanagement bei RAG die Entscheidung zur Zusammenarbeit.

Insgesamt 28 Parkplätze wurden mit Solarmodulen überdacht – verteilt auf drei Carports. Mit diesen hat RAG ein Komplettpaket erhalten, das von Fronius geplant und von drei verschiedenen Bau- und Installationsbetrieben errichtet wurde. Optisch fügen sich die neuen Carports perfekt in das Firmengelände in Gampern ein.

Ausreichend Strom für die Elektroflotte

Dank einer freitragenden Stahlbaukonstruktion ohne störende Säulen, einer unauffälligen Kabelführung und ansprechenden Glas-Glas-Modulen, die in den Carports integriert sind, präsentieren sie sich in einem modernen Erscheinungsbild. „Bei unseren Carports ist uns gemeinsam mit Fronius ein perfektes Zusammenspiel aus Design und Nachhaltigkeit gelungen“, betont Karoline Steixner, Projektleiterin bei RAG. „Der auskragende Stahlbau vermittelt in Kombination mit den lichtdurchlässigen Solarmodulen eine besondere Leichtigkeit“, erklärt sie.

Die Module stellen sicher, dass für die Firmenfahrzeuge immer ausreichend Strom zur Verfügung steht und weniger aus dem Netz gezogen wird. Dafür sorgt das Lademanagement von Fronius. Emil verteilt den Strom so auf die verschiedenen Wallboxen, dass das Maximum der Energie aus den solaren Carports in den Batterien der Elektroautos landet. Damit kann RAG etliche Kosten für Mobilität einsparen. Nur ein kleiner Teil des Stroms kommt vom Versorger. Immerhin produzieren die Carports mit einer Leistung von 75,6 Kilowatt jedes Jahr über 75.200 Kilowattstunden Sonnenstrom.

Strom für 440.000 Kilometer

Gerechnet auf einen VW ID.3 mit einer Batterie, die 77 Kilowattstunden einlagern kann, reicht der Strom aus, um das Fahrzeug jährlich 977-mal komplett aufzuladen. Bei einer durchschnittlichen Reichweite von 450 Kilometern mit einer vollen Batterie ist damit eine jährliche Fahrleistung von 440.000 Kilometern möglich – allein mit Sonnenstrom. Mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr kann RAG elf Fahrzeuge allein mit der Solaranlage betanken.

Damit die Wallboxen den Strom auch nutzen können, wandeln ein Fronius Tauro ECO und ein Fronius Symo den Gleichstrom aus den Solarmodulen zunächst in Wechselstrom um. Die beiden Wechselrichter sind das Herz des gesamten Lademanagements. Das Hirn wiederum bildet Emil. Das Lademanagement optimiert den Energieverbrauch vor Ort. Denn wenn vier Elektroautos gleichzeitig laden, reicht die Leistung der Solaranlage nicht aus. Zudem kann auch der Netzanschluss überlastet werden, wenn zu viele Autos mit voller Leistung gleichzeitig Strom tanken.

Ladestationen einzeln steuern

Deshalb ist es notwendig, die Ladevorgänge clever zu steuern. Fronius Emil ist eine Cloudlösung, mit der Unternehmen beliebig viele Ladestationen und beliebig viele Unterverteilungen, also Smart Meter, regeln können – zusätzlich zur Überwachung des Netzanschlusses und der Solaranlage. Zur einzelnen Steuerung der Ladevorgänge legt ein Administrator die Prioritäten fest, mit denen die einzelnen Fahrzeuge betankt werden. Danach kann die Softwareplattform die Nutzer der einzelnen Ladestationen entsprechend den jeweiligen Priorisierungen und Bedürfnissen optimieren.

Je nachdem, wie das Fahrzeug gebraucht wird, bekommt es eine hohe oder niedrigere Priorität. So kann der Administrator etwa einem Vertriebsmitarbeiter eine höhere Priorität zuweisen, weil dieser früher wieder auf das Auto angewiesen ist als ein Mitarbeiter, der sein Auto erst nach acht Stunden wieder braucht.

Netzanschluss geschützt

Auch der vorgesehene Ladestand der Batterie zum vorher festgelegten Abfahrtszeitpunkt kann festgelegt werden. So wird der Vertriebsmitarbeiter eine volle Batterie benötigen. Ein anderer Mitarbeiter benötigt aber vielleicht weniger Strom im Akku. Das Lademanagement stellt sicher, dass die vorher festgelegten Ladewerte zum betreffenden Zeitpunkt erreicht werden.

Zudem kann das Lademanagement so die Ladeleistung der einzelnen Wallboxen über den Tag hinweg besser verteilen, sodass einerseits mehr Sonnenstrom in den Akkus landet und andererseits keine Lastspitzen auftreten. „Es regelt automatisch die Ladekapazität an unseren einzelnen Ladestationen in Abstimmung mit der eingespeisten Gesamtleistung und schützt somit unser Betriebsgebäude vor Ausfällen wegen Überlast“, weiß Christian Tidl. „Ein weiterer Vorteil ist, dass wir aus Fronius Emil die Basis für die nutzerbezogene Abrechnung pro Fahrzeug und die Fernfreischaltung der Ladestationen erhalten.“ So hat der Administrator bei RAG stets die Daten der Ladestationen im Blick.

Auf andere Standorte zugreifen

RAG will nicht nur in Gampern, sondern auch an anderen Standorten in Oberösterreich wie in Kremsmünster und Auerbach auf Elektromobilität umsteigen. Dafür bietet das Lademanagement einen Vorteil. Denn da es auf einer Cloud basiert, kann es auch standortübergreifend die Ladestationen steuern. So kann der Administrator überall die geladenen Energiemengen pro Monat und Tag verfolgen sowie deren Verteilung auf die verschiedenen Standorte und Nutzerprofile analysieren. Alle Daten sind dabei durch ein zertifiziertes Informationssicherheitssystem sowie Cloud- und Serverstandorte in Europa bestens geschützt. Zudem verhindert Fronius Emil, dass unbefugte Personen ihre Autos an den Ladestationen anschließen.

Die Elektroautos von RAG sind zudem mit einer mobilen Ladelösung ausgestattet, dem Fronius Wattpilot Go. Damit haben die Mitarbeiter von RAG auch unterwegs maximale Ladeunabhängigkeit. Denn der mobile Wattpilot hat nicht nur einen CEE‑Stecker, sondern auch ein optionales Adapterset. Auf diese Weise kann die elektrische Fahrzeugflotte immer und überall geladen werden, wo es Steckdosen gibt.

Die Carports liefern einen Großteil des Stroms für die elektrische Flotte von RAG.

Foto: Fronius International

Die Carports liefern einen Großteil des Stroms für die elektrische Flotte von RAG.

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