Die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme zählt zu den größten – und gleichzeitig am schnellsten realisierbaren – Aufgaben der Energiewende. In vielen Unternehmen entstehen die CO₂-Emissionen nicht im Strombezug, sondern in thermischen Prozessen: Heißwasser, Dampf, Thermoöl, Trocknung, Reinigung oder Vorwärmung.
Auch Stadtwerke stehen vor der Frage, wie Wärmenetze und Kälteversorgung wirtschaftlich klimafreundlich werden – ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Genau in diesem Spannungsfeld gewinnt eine Technologie an Bedeutung, die lange unterschätzt wurde: Parabolrinnen-Solarthermie (PTC: Parabolic Trough Collectors).
Diese konzentrierende Solarthermie erschließt Temperaturen von 50 bis 300 Grad Celsius. Damit ist sie für viele Anwendungen in Industrie und kommunaler Versorgung attraktiv. Entscheidend ist: Die Technologie ist für Mitteleuropa und den deutschen Markt prädestiniert – technisch, wirtschaftlich und regulatorisch.
Für mitteleuropäisches Klima geeignet
Parabolrinnen werden häufig mit sonnenreichen Regionen assoziiert. Moderne Systeme sind jedoch gezielt für mitteleuropäische Bedingungen ausgelegt – inklusive niedriger Sonnenstände, wechselnder Einstrahlung und hoher Anforderungen an Robustheit und Regelbarkeit. Für Deutschland ist das besonders relevant, weil hier typischerweise stetige Wärme- und Kältelasten vorliegen: Produktionsprozesse laufen im Frühjahr, Herbst und Winter. Wärmenetze benötigen zuverlässige Einspeisung. Im Sommer steigt der Kältebedarf.
Parabolrinnen lassen sich so auslegen, dass sie genau mit wirtschaftlich interessanten Temperaturen hohe Erträge liefern – mit planbaren Ergebnissen. Denn die Frage lautet: Wie viel nutzbare Wärme kommt im relevanten Temperaturbereich tatsächlich an – und zu welchen Kosten?
Stark im industriellen Einsatz
Hier liegt die Stärke der Parabolrinne: Während nichtkonzentrierende Kollektoren (zum Beispiel Flach- oder CPC-Kollektoren) mit steigender Temperatur deutlich an Effizienz verlieren, bleibt die Parabolrinne gerade im mittleren und höheren Temperaturbereich stabil. Das bedeutet für Anwender konkret:
- höhere spezifische Erträge im industriell relevanten Temperaturfenster,
- breiter Einsatzbereich von Heißwasser bis Prozessdampf,
- wirtschaftliche Anwendung dort, wo Solarthermie bislang als zu heiß oder zu lastkritisch galt.
Lösung für Industrie und Stadtwerke
Damit wird Solarthermie zur realistischen Option für einen großen Teil der energieintensiven Industrie – und für Stadtwerke, die Wärmeerzeugung im Netz sinnvoll hybridisieren wollen. Dort liegen typische Anwendungen. Denn Parabolrinnen eignen sich besonders für Prozesse mit kontinuierlichem Bedarf und klaren Temperaturen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Prozesswasser- und Speisewasservorwärmung,
- Dampfunterstützung (direkt/indirekt je nach Konzept),
- Thermoölkreisläufe (zum Beispiel Chemie, Lebensmittel, Textil, Papier),
- Trocknung, Reinigung, CIP-Prozesse.
In der kommunalen Wärme- und Kälteversorgung bieten sich unter anderem diese Anwendungen an:
- Einspeisung in Wärmenetze (mittlere Temperaturen),
- Hybridisierung bestehender Erzeugerparks (Kessel, KWK, Großwärmepumpe),
- solar unterstützte Kälte über Absorptions-/Adsorptionskälte (Sommerlast).
Contracting ist möglich
Ein entscheidender Hebel ist zudem die Contracting-Fähigkeit: Parabolrinnenanlagen lassen sich sehr gut als Wärmeliefermodell strukturieren – mit planbarer Erzeugung, kalkulierbaren Betriebskosten und langen Laufzeiten.
Dabei könnten Dächer und Parkplätze die benötigten Flächen zur Verfügung stellen. Denn ein häufiges Problem für große Solarprojekte sind Flächenkonflikte. Moderne Parabolrinnen-Systeme können auf Flächen realisiert werden, die in Industrie und Kommunen oft bereits vorhanden sind:
- Industrie- und Hallendächer,
- Parkflächen als Carportlösungen,
- Werks- und Infrastrukturrandflächen.
Versiegelte Flächen nutzen
Das schafft mehrere Vorteile zugleich: keinen Bedarf zusätzlicher Freiflächen, oft schnellere Genehmigung, höhere Akzeptanz und bei Parkplätzen einen sichtbaren Zusatznutzen durch Verschattung und Aufwertung versiegelter Flächen.
Mithilfe des Finanzierungspartners Banxware können zudem maßgeschneiderte Finanzierungsmöglichkeiten gestaltet werden, um somit Energiebedarfe langfristig und nachhaltig zu decken.
Wärme und Kälte aus einem System
Industrie und Stadtwerke müssen CO₂ senken – aber niemals auf Kosten der Lieferfähigkeit. Genau deshalb ist die Parabolrinne ideal als Hybridbaustein: Sie senkt den fossilen Anteil deutlich, während das bestehende System die Residuallast abdeckt. Typische Hybridkonzepte sind:
- Kombination mit Kesselanlagen (Spitze/Back-up),
- Einbindung in Kraft-Wärme-Kopplung (fossil oder perspektivisch H₂-ready),
- Ergänzung zu Wärmepumpen (Temperaturhub/Spitzenlast),
- Speicherintegration zur Lastglättung und Erhöhung des Solaranteils.
Im Ergebnis erfolgt die Dekarbonisierung Schritt für Schritt, ohne Risiko für Produktion oder Netzbetrieb – mit klarer Skalierbarkeit.
Innovation aus Deutschland
Die automatisierte Produktion der Parabolspiegel mit Robotern senkt die Kosten und erhöht die Qualität der Systeme. Sie werden in Deutschland gefertigt, das erlaubt kurze Lieferketten und hohe Verfügbarkeit. Qualität und Präzision sind gleichbleibend hoch.
Die Serienfertigung ist skalierbar, die Investitionskosten sind wettbewerbsfähig. Technologie, Wertschöpfung und Service sind lokal verankert. Das ist ein wesentlicher Vorteil für die Beschaffung, senkt Risiken und erhöht die Resilienz. Zudem senken Förderzuschüsse zwischen 40 und 50 Prozent die Investitionshürde deutlich. Das beeinflusst direkt:
- Investitionshöhe und Finanzierung,
- Projekt-IRR und Payback,
- Entscheidungsrisiko und Umsetzungsgeschwindigkeit.
Für viele Unternehmen entsteht dadurch ein Projekt, das kurzfristig umsetzbar ist – insbesondere, wenn die Wärme in einem stabilen Lastprofil direkt genutzt wird.
Schnelle Refinanzierung
In der Praxis zählen drei Kennzahlen: Wärmegestehungskosten, Planbarkeit und Risiko. Die Parabolrinnen-Solarthermie liefert dafür überzeugende Antworten:
- typische Amortisation von vier bis sechs Jahren (abhängig von Lastprofil, Temperatur, Integration),
- planbare Wärmekosten mehr als 20 Jahre,
- reduzierte Abhängigkeit von Gaspreis und CO₂-Kosten,
- geringere Risiken beim Netzausbau und Netzanschluss (vollständige Elektrifizierung).
Damit wird PTC für energieintensive Betriebe und Stadtwerke zum robusten Instrument, um Wärmekosten zu stabilisieren und gleichzeitig die Klimaziele sicher zu erreichen.
Die Parabolrinnen-Solarthermie ist kein Nischenkonzept, sondern ein industriell einsetzbarer Baustein zur Dekarbonisierung für jene Temperaturbereiche, in denen heute der größte Handlungsdruck besteht. Für Deutschland und Mitteleuropa sprechen gleich mehrere Gründe:
- breiter Einsatzbereich 50 bis 300 Grad Celsius,
- hohe Erträge bei relevanten Temperaturen,
- automatisierte Fertigung in Deutschland,
- starke Förderkulisse (40 bis 50 Prozent),
- flexible Umsetzung von Eigeninvestition bis Projektfinanzierung und Contracting.
Wer Prozesswärme und Kälte wirtschaftlich dekarbonisieren will, findet in der Parabolrinne eine Lösung, die Technologie, Betriebswirtschaft und Umsetzbarkeit in einem stimmigen Gesamtpaket verbindet.
Foto: Soliterm Group
Foto: Soliterm Group
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Soliterm Group
Langjährige Erfahrungen mit PTC-Lösungen weltweit
Soliterm wurde 1999 vom Forschungszentrum Jülich als Start-up von Dr.-Ing. Ahmet Lokurlu in Aachen gegründet. Mit Hauptsitz und Produktionsstätte in Deutschland sowie Niederlassungen in der Türkei ist Soliterm ein mehrstufiges Unternehmen. Um der steigenden Nachfrage nach erneuerbarer Energie gerecht zu werden, führte das Unternehmen die weltweit erste robotergestützte und vollautomatisierte Produktionsanlage ein. Es ist nach ISO 9001:2015, ISO 14001, TÜV Solar Key Mark und CE zertifiziert. Die PTC-Systeme werden nach internationalen Standards und in höchster Qualität geliefert.
Die Reduzierung des CO₂-Abdrucks der Kunden ist der Schlüssel zum Erfolg im globalen Umfeld. Die Firmengruppe bietet:
- Produktion und Installation schlüsselfertiger PTC-Systeme,
- standortspezifische Wartung: Wartung in den ersten zwei Jahren im Rahmen der Vertragsgarantie,
- Reparaturen bei unerwarteten Schäden vor Ort durch eigene Ingenieurteams,
- Konzeptentwicklung und Beratung im Energiebereich,
- technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudien und detaillierte Planungsleistungen,
- Vertrags-, Leasing- und Finanzierungsmodelle (IFC, KfW).