Foto: Vorsatz Media
Sind solarelektrische Gebäude ein neuer Trend?
Hermann Buchsteiner: Wir beobachten das Thema Power-to-Heat schon sehr, sehr lange. Wir sehen, wie wichtig es ist, den Eigenverbrauch zu maximieren.
Was braucht man zur Maximierung des Eigenverbrauchs?
Hermann Buchsteiner: Wir bieten ein sehr umfangreiches Portfolio, was Lösungen für Power-to-Heat betrifft. Meistens geht es sehr einfach los, mit unserem Pro Heat Plus oder dem Smartfox Booster. Das ist ein Leistungssteller, mit dem wir Heizstäbe ansteuern können. Der Pro Heat Plus ist eine perfekte Lösung für die Nachrüstung. Damit lässt sich Warmwasser intelligent und stufenlos bereiten.
Sind Heizstäbe und Leistungssteller für solarelektrische Gebäude von zentraler Bedeutung?
Hermann Buchsteiner: Der Leistungssteller ist eigentlich für bestehende Heizstäbe gedacht, beispielsweise Boiler mit integriertem Heizstab. Ihn können wir stufenlos Watt für Watt genau mit der Überschussleistung aus der Solaranlage ansteuern. Dafür brauchen wir diesen Booster oder den Leistungssteller.
Wie kommt Flexibilität ins System?
Hermann Buchsteiner: Für die Flexibilität haben wir unsere Direct-Link-Technologie entwickelt. Unser System ist modular aufgebaut. Wir können sowohl Warmwasser als auch Ladestation oder andere Komponenten stufenlos ansteuern. Jedes unserer Produkte hat einen eigenen kleinen Energiemanager integriert. Das Gerät liest direkt vom Wechselrichter die Daten aus. So können wir einfach und schnell die perfekte Lösung für den Installateur schaffen und sehr kostengünstige Lösungen für die Endkunden anbieten.
In der Regel nimmt man einen Energiemanager, bei Ihnen halt dann Direct Link?
Hermann Buchsteiner: Der Direct Link ist in den intelligenten Geräten bereits verbaut. Er steckt im Booster, im Heizstab oder im Pro Charger. Das bietet die einfache Möglichkeit für den Installateur, solche Systeme schnell und kosteneffizient nachzurüsten.
Bietet Direct Link die Schnittstelle zu den anderen Geräten, nicht nur zum Heizstab?
Hermann Buchsteiner: Genau. Wir lesen die Wechselrichterdaten aus, wir brauchen keinen eigenen Energiemanager, außer bei größeren, komplexeren Anlagen, wo wir Wärmepumpe, Batteriespeicher und Wechselrichter zusätzlich steuern wollen. Dort müssen wir Prioritäten vergeben. Dazu brauchen wir natürlich einen großen Energiemanager. Für die einfache Nachrüstung haben wir mit Direct Link eine Supertechnologie, die schnell und kostengünstig integrierbar ist.
Direct Link oder das Energiemanagement ist das Gehirn des solarelektrischen Gebäudes. Wie funktioniert das eigentlich?
Matthias Fischbacher: Energiemanagement ist superwichtig für den Endkunden. Warum? Er möchte Geld sparen, möglichst einfach. Außerdem haben wir den Installateur. Für ihn muss das System stabil laufen, zuverlässig und einfach in der Handhabung sein, etwa beim Einbau. Dann haben wir noch den Energieversorger, der redet auch ein bisschen mit. Dementsprechend haben wir unseren Energiemanager über länger als ein Jahrzehnt entwickelt. Täglich kommen neue Anforderungen hinzu, denen wir uns stellen.
Es ist also nicht nur der Link innerhalb des Hauses, sondern der Link zum Netz und zum Energieversorger?
Matthias Fischbacher: Am besten ohne Komforteinbuße, ohne dass es jemand spürt, ohne dass es jemand merkt. Wir bewerkstelligen wir mit intelligenten Geräten fürs Energiemanagement.
Was kann Ihr Energiemanager konkret?
Matthias Fischbacher: Wesentliche Punkte sind Stabilität, Sicherheit und Langzeitfunktionalität. Unser Energiemanager beinhaltet einen Mikrocontroller und ein Regelgerät, das komplett dezentral funktioniert. Wir haben auch die Messung bereits am Gerät mit drauf. So können wir Anlagen bis zu 80 oder 100 Ampere messen. Mit dem Webserver, der direkt am Gerät drauf ist, können wir alle Rechenoperationen, alle KI-Funktionen, alles dezentral machen. Natürlich bieten wir auch die Serverplattform als Cloudlösung an.
Wie komplex sind die Energiemanager?
Matthias Fischbacher: Hier kommt alles zusammen: Heizstab, Wallbox, Speicher, sämtliche Produkte, natürlich auch jede Menge Fremdprodukte. Wir sind offen, wir sind einfach in der Installation, wir sind einfach in der Integration für den Haustechniker, für den Installateur.
Wie offen ist das System für Geräte anderer Anbieter?
Matthias Fischbacher: Das Energiemanagement sollte offen sein, um dem Installateur möglichst viel Flexibilität zu bieten, damit er viele verschiedene Systeme einbinden kann. Wir sind kompatibel mit allen bekannten Herstellern von Wechselrichtern und Batteriespeichern, denn es geht auch um dynamische Stromtarife. Alles das ist bei uns in einem Gerät enthalten.
Speicher sind wichtig für solarelektrische Gebäude. Wie binden Sie die Batterien ein?
Matthias Fischbacher: Wir bieten einen eigenen Hybridspeicher als All-in-one-System. Er bietet 15 Kilowatt dauerhafte Ausgangsleistung und kann 30 Kilowattstunden aufnehmen. Der Wechselrichter stellt 15 Kilowatt auch als Backup-Leistung bereit. Zusätzlich ist ein Löschsystem integriert. Denn Sicherheit steht an oberster Stelle.
Das Interview führte Sven Ullrich.
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