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Politik

Fortschrittsbericht: Wasserstoffhochlauf in Bayern verläuft langsamer als geplant

Das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) hat den Fortschrittsbericht zum Wasserstoffhochlauf in Bayern vorgelegt. Der Bericht wurde am 24. Juni 2026 an das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) übergeben. Er knüpft an die im Juli 2024 veröffentlichte bayerische Wasserstoffstrategie 2.0 an und benennt Maßnahmen zur Erreichung der dort gesetzten Ziele.

Laut Bericht entwickelt sich der Wasserstoffhochlauf seit der Roadmap 2022 langsamer als ursprünglich vorgesehen. Als Ursachen nennt das H2.B hohe Kosten, Unsicherheiten bei wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, regulatorische Hürden, verzögerte Infrastrukturentwicklungen sowie eine bislang begrenzte Nachfrage.

255 Millionen Euro Landesförderung für Wasserstoff in Bayern

Bayern hat nach eigenen Angaben Fördermittel in Höhe von 255 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen, Elektrolyseure und künftig auch Wasserstoff-Nutzfahrzeuge bereitgestellt. Das StMWi hat 24 Förderbescheide für Elektrolyseprojekte mit einer Gesamtleistung von 143 MW sowie 29 Förderbescheide für Wasserstofftankstellen bewilligt. Zusätzlich fördert der Freistaat Forschungs- und Entwicklungsprojekte entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette.

Eine zentrale Rolle spielt nach Einschätzung des H2.B das genehmigte deutsche Wasserstoff-Kernnetz. Davon entfallen rund 1.050 Kilometer Leitungsinfrastruktur auf Bayern. Erste Abschnitte sollen in den kommenden beiden Jahren in Betrieb gehen.

Acht To-do’s für schnelleren Wasserstoffhochlauf

Für den weiteren Hochlauf benennt der Bericht acht Handlungsbedarfe. Dazu zählen verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen, der beschleunigte Ausbau von Kernnetz, Verteilnetzen und Speichern sowie der Aufbau tragfähiger Importstrukturen. Bayern werde voraussichtlich zu einem großen Teil auf Wasserstoffimporte angewiesen sein, heißt es im Bericht. Daher seien langfristige internationale Partnerschaften mit verschiedenen Erzeugerländern erforderlich.

Weitere Handlungsfelder sind die Marktaktivierung auf der Nachfrageseite, die Förderung von Forschung und Innovation, die Stärkung regionaler Wasserstoff-Hubs sowie die Fachkräfteentwicklung. Auch eine engere Verzahnung der Planung von Wasserstoff-, Strom- und CO₂-Infrastruktur sei nötig.

In die Erarbeitung des Berichts flossen nach Angaben des H2.B Ergebnisse eines Konsultationsprozesses mit Partnern des Wasserstoffbündnisses Bayern und bayerischen Wasserstoffregionen ein.