Octopus Energy hat eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die zeigt: Ein Smart Meter Light (SML) ist technisch und prozessual realisierbar. Das SML ist eine vereinfachte Alternative zum vollwertigen intelligenten Messsystem (iMSys) mit Smart-Meter-Gateway. Es soll Stromverbräuche digital erfassen und Viertelstundenwerte sicher aus der Ferne übertragen – ohne die volle technische Infrastruktur eines iMSys.
Kostenvorteil von bis zu 54 Euro pro Zählpunkt
So könnten Haushalte beispielsweise dynamische Stromtarife nutzen. Der Zähler soll zudem so ausgelegt sein, dass er später zu einem vollständigen iMSys aufgerüstet werden kann. Das Potenzial ist erheblich: Auf Basis der in der Studie verwendeten Prognosen könnten 2032 von rund 63 Millionen Strom-Messlokationen etwa 36 Millionen außerhalb des verpflichtenden iMSys-Rollouts liegen. Das SML könnte damit an diesen Zählpunkten zum Einsatz kommen.
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Ein zentraler Vorteil des SML liegt laut Studie in einer schlankeren IT- und Hardware-Architektur. Auf das Smart-Meter-Gateway und die Gateway-Administration könnte für die untersuchten Anwendungsfälle verzichtet werden.
78 bis 93 Euro für das iMSys
Die Kostenmodellierung zeigt: Für einen grundzuständigen Messstellenbetreiber mit 100.000 Zählpunkten errechnet die Studie für das SML annualisierte Gesamtkosten von rund 51 bis 73 Euro je Zählpunkt und Jahr. Ein iMSys liegt im selben Modell bei rund 88 bis 105 Euro. Daraus ergibt sich ein modellierter Kostenvorteil von etwa 15 bis 54 Euro pro Zählpunkt und Jahr. Bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern rechnet die Studie mit 78 bis 93 Euro für das iMSys und 43 bis 63 Euro für das SML. „Smart Metering muss nicht maximal kompliziert sein, um maximal nützlich zu sein", sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany.
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Die Studie zeigt, dass wir Millionen Haushalten einen einfachen Zugang zu digitalen Messwerten und damit zu smarten Stromtarifen ermöglichen könnten, ohne überall die volle technische Infrastruktur eines intelligenten Messsystems verbauen zu müssen. „Jetzt kommt es darauf an, aus einer technisch machbaren Idee eine einfache, sichere und skalierbare Lösung zu machen", sagt Gierull.
Planungskorridor von rund 24 Monaten
Für die Markteinführung sind laut Studie vor allem ein verbindliches Produkt- und Schnittstellenprofil, Anforderungen an Messwertqualität und Cybersicherheit sowie eine Integration in bestehende IT- und Marktprozesse nötig. Bei paralleler Bearbeitung dieser Punkte erscheint ein Planungskorridor von rund 24 Monaten bis zur Rolloutfähigkeit nach Unternehmensangaben plausibel. Die Studie wurde gemeinsam mit der Horizonte-Group erarbeitet. (nhp)
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