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Langsamer Abschied von Zettel und Stift

Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind in aller Munde, nicht erst seit heute. Dennoch tun sich viele Installationsbetriebe damit schwer, ihre Abläufe mithilfe von intelligenter Software zu vereinfachen und effektiver zu machen. Nicht selten wird versucht, einzelne Prozesse digital zu erledigen, aber es bleibt Stückwerk. Dabei wächst der Druck von allen Seiten.

Kundinnen und Kunden sind es mittlerweile gewohnt, per App und E-Mail zu kommunizieren. Sie lassen sich von gut aufbereiteten Präsentationen am Computer mindestens genauso beeindrucken wie durch Firmenprospekte auf Glanzpapier. Die digitale Präsentation im Verkaufsgespräch hat den Vorteil, dass sich viele Varianten (Kundenwünsche!) sofort durchspielen lassen – bis hin zu Kosten und Preisen.

Der Fachhandel bekommt das Gruseln, wenn Solarteure noch immer per Fax bestellen. Moderne IT-Systeme ziehen die Bestellung von der Anlagenplanung und der Stückliste direkt bis zum Shop durch. Zwei Beispiele: EWS hat mit Quick-Plan und Quick-Calc dafür sehr leistungsfähige Tools entwickelt. Bei Baywa r.e. Solar Trade ist es Solar-Planit, das die Anlagenplanung mit der Bestellung verzahnt.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen durch die Bürokratie und die Finanzämter wachsen. Auch dort zieht mittlerweile das digitale Zeitalter ein – freilich mit vielen Haken und Ösen. Außerdem wandeln sich viele Installationsbetriebe zu Vollanbietern. Neben dem Bau neuer Anlagen für private Kundinnen und Kunden geht es zunehmend um C&I-Systeme, deren Planung und Installation komplexer sind. Wartung spielt eine wachsende Rolle.

Dazu gehört auch, rechtzeitig vor Auslaufen der EEG-Vergütung auf Bestandskunden zuzugehen, um die Modernisierung der Anlagen durch Speicher und elektrische Wärmetechnik für Heizung und Warmwasser zu planen.

Eine neue Studie der Firma Hero Software analysiert den Stand der Digitalisierung im Handwerk. Sie ist sehr aufschlussreich und bildet deutlich ab, wo die Säge klemmt und warum sich viele Installateure schwer damit tun, Zettel und Stift aus dem Betrieb zu verbannen.

Die gute Nachricht zuerst: Das Thema Digitalisierung ist bei den Handwerkern angekommen. Viele Betriebe führen digitale Tools ein oder haben es vor. Der erste Schritt ist also getan. Aber: Oft werden die Prozesse nicht durchgängig betrachtet und digitalisiert. Analoge Prozesse sind weiterhin verbreitet, weil Software lediglich punktuell zum Einsatz kommt.

Größere Handwerksbetriebe investieren deutlich konsequenter in Digitalisierung, automatisieren ihre Prozesse und nutzen bereits künstliche Intelligenz. Kleine Betriebe hingegen verharren oft im Papiermodus. Dadurch bleiben erhebliche Potenziale zur Entlastung der Mitarbeiter und höhere Umsätze ungenutzt.

Kleine Betriebe hinken hinterher

So haben in den letzten fünf Jahren alle großen Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern in Digitalisierung investiert. Bei Betrieben mit zwei bis fünf Mitarbeitern waren es dagegen nur 16 Prozent. Bei Betrieben mit sechs bis weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren es 57 Prozent.

Das Handwerk ist überwiegend durch kleinere Betriebsgrößen geprägt: Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) gehören 99,6 Prozent der Unternehmen zu kleineren oder mittleren Firmen (KMU). Fast 80 Prozent haben nicht mehr als fünf Leute. Im bundesweiten Durchschnitt sind neun Personen je Handwerksunternehmen tätig.

Soll heißen: Wenn kleinere Betriebe deutlich seltener investieren, wird der digitale Fortschritt der Branche insgesamt ausgebremst. Das zeigt sich anhand der Daten: Je nach Aufgabenbereich arbeitet rund ein Drittel bis zur Hälfte der Betriebe weiterhin mit Stift und Zettel. Aufgeschlüsselt nach Betriebsbereichen sind es 30 Prozent in der Buchhaltung und 42 Prozent zur Dokumentation der Aufträge und Baustellen.

Mehr Umsatz als Ziel

Die Hälfte der Betriebe nutzt weiterhin Papier, um Lagerbestände zu verwalten. Angesichts des Kostendrucks, der Bürokratie und des Mangels an Fachkräften hat dieses Modell keine Zukunft. Im Gegenteil: Digitalisierte Betriebe profitieren bei Umsatz und Ergebnis. Kein befragter Betrieb berichtet von unverändertem Umsatz – allesamt verzeichneten Wachstum. Dank digitaler Lösungen sparen viele Betriebe spürbar Zeit für Verwaltung und Organisation ein, häufig zehn bis 20 Stunden pro Woche, in einzelnen Fällen sogar mehr.

Zettelwirtschaft hingegen verursacht Kosten: 41 Prozent der analog verwalteten Betriebe berichten von Fehlern durch manuelle Abläufe. Ein Viertel kämpft mit besonders zeitaufwendiger Verwaltung, und zwölf Prozent monieren zu wenig Überblick über laufende Aufträge.

Schneller und obendrein weniger Fehler

Rund 47 Prozent der befragten Betriebe nutzen bereits automatisierte Abläufe in Verwaltung und Buchhaltung. In der Lagerverwaltung sind es nur 17 Prozent. Viele kleine Betriebe zeigen zudem kein Interesse an Automatisierung (33 bis 45 Prozent je nach Gewerk), obwohl Anwender deutliche Vorteile melden. Denn mit automatisierten Lösungen arbeiten 70 Prozent der Betriebe schneller und 63 Prozent machen weniger Fehler.

Beim Einsatz von KI zeigt sich ein ähnliches Bild: 96 Prozent der ausgewerteten Betriebe kennen KI-Tools. Doch 35 Prozent nutzen sie nie. Gerade kleine Betriebe verzichten darauf, obwohl intelligente Systeme bei Dokumentation oder Kommunikation spürbar Zeit sparen könnten.

Potenzial verschenkt

Diese Daten zeigen klar: „Viele Handwerksbetriebe arbeiten weiterhin analog – und verlieren dadurch Zeit, Effizienz und wertvolle Kapazitäten bei ihren Fachkräften“, resümiert Michael Kessler, Geschäftsführer von Hero Software. „Besonders kleine Betriebe stehen vor einer Hürde, die eigentlich keine sein dürfte: dem Einstieg in die digitale Arbeitswelt.“

Fakt ist: Digitale Lösungen stärken die Betriebe. Veraltete Strukturen hingegen begrenzen das Potenzial, das im Handwerk dringend benötigt wird. „Digitalisierung im Handwerk ist kein Nice-to-have“, sagt Kessler. „Sie entscheidet, ob wir die großen Aufgaben der Zukunft schaffen oder nicht. Was wir jetzt brauchen, sind Lösungen, die Digitalisierung wirklich zugänglich machen.“

Das Notepad lässt sich immer wieder neu nutzen - ein Zettel nur einmal.

Foto: Greentech

Das Notepad lässt sich immer wieder neu nutzen - ein Zettel nur einmal.

Tabtool

Anlagenbetrieb und Wartung digital optimieren

2025 hat die Firma Tabtool die Software Tabtool PV Construction auf den Markt gebracht, die Planung, Baustellenlogistik und Installation von Solarparks effizient verwaltet. Auch die lückenlose digitale Dokumentation und die Inbetriebnahme werden dadurch unterstützt.

Nun hat Tabtool mit einem Tool speziell für Anlagenbetrieb und Wartung (O&M) nachgelegt: Tabtool PV O&M bietet eine zentrale Datenbasis für Wartung und Service in der Cloud. Sie ersetzt die vielerorts noch gebräuchlichen Excel-Listen oder Protokolle auf Papier.

Vom Schadensfoto bis zum Messwert werden alle Betriebsdaten aus dem Feld bauteilbezogen dokumentiert. Das macht offene Aufgaben und Fristen transparent und bietet die durchgängige Servicehistorie für Gewährleistung und Audits.

Qualitätssicherung und Zeitersparnis: Digitale Checklisten führen Techniker durch DGUV-Prüfungen und Wartungseinsätze. Sie sorgen für eine hohe Qualität der Dokumentation. Die Erfassung erfolgt im Solarpark vor Ort in der App, die auch offline eingesetzt werden kann. Dadurch entfällt die händische Nachbereitung im Büro. Das reduziert den Zeitaufwand für Wartungsberichte um bis zu 75 Prozent.

Automatisierte Planung von Prüfungen und Wartung: Wiederkehrende Prüfungen werden als automatisierte Serien geplant. Das System erinnert an Fristen und erstellt die Aufträge.

Offene Systemarchitektur: Über offene Schnittstellen ist Tabtool PV O&M an bestehende IT (kaufmännische ERP-Systeme) anschlussfähig.

Die Plattform ist als Cloud nutzbar (Software as a Service) und monatlich kündbar. Die Server stehen in Deutschland. Für das Backoffice steht eine Browser-Anwendung bereit. Die App für den Außendienst funktioniert auch offline. Enthalten sind folgende Funktionen: Einsatzplanung, Auftragsmanagement, mobile Protokolle, Mängeldokumentation mit GPS-Ortung, automatisierte Arbeitsabläufe. Die Preise für die Nutzung richten sich nach der Anzahl der Nutzer: ab 29 Euro im Monat als Einzellizenz, 156 Euro pro Monat für vier Nutzer (Small Business) und bis zu 490 Euro im Monat für zehn Nutzer (Corporate).

Die Firma Tabtool sitzt in Quickborn bei Hamburg und entwickelt seit 2014 spezielle Software für die Photovoltaikbranche. Gemeinsam mit Profis konzipiert, decken die Tools den gesamten Lebenszyklus von Solaranlagen ab – von der Bauphase bis zu Betrieb und Wartung.

Foto: Tabtool

Solar-Planit

Mehr Funktionen für große Solardächer

Baywa r.e. Solar Trade baut sein Planungstool Solar-Planit weiter aus. Ziel ist es, die Planung von Großanlagen effizienter und flexibler zu gestalten. Dafür bietet Solar-Planit eine Reihe neuer Funktionen – von der Freiformplanung für komplexe Flachdächer über den Bildupload zur Gebäudeerfassung bis zur automatischen Erkennung von Sperrflächen. Auch Stromlaufpläne und die schnelle Erstellung von Richtpreisangeboten gehören zu den neuen Features:

Bildupload zur Gebäudeerfassung: In Solar-Planit können nun ­Gebäudezeichnungen, Satelliten- und Drohnenbilder hochgeladen werden, um daraus die genauen Maße des Gebäudes zu erfassen.

Freiformplanung auf Flachdach: Flachdächer können ab sofort auch mit unregelmäßigen oder nicht rechtwinkligen Flächen geplant werden.

Erkennung von Sperrflächen: Sperrflächen werden nun automatisch identifiziert und in die Planung übernommen.

Stromlaufpläne: Mit der neuen Funktion wird ein Stromlaufplan ­erstellt. Er basiert auf den elektrischen Komponenten der Planung. ­Alle Komponenten werden individuell konfiguriert und der Plan im Anschluss exportiert – beispielsweise für die Netzanmeldung.

Richtpreisangebot: schnelle und einfache Erstellung, um Kundinnen und Kunden einen ersten Eindruck des Projekts zu vermitteln.

Streit Software

Spannende Neuheiten zu Jahresbeginn

Seit Jahresbeginn vertreibt die Firma Streit Software ihre bewährte kaufmännische Software für Installationsbetriebe unter der Marke Streit. Das bisherige Label Streit V.1 gehört der Geschichte an. Damit schärft der Anbieter seine Marke, zumal Streit bei Kundinnen und Kunden bereits ein fester Begriff ist.

Auch alle ergänzenden Apps wie Streit Zeit plus, Monteur plus oder Bautagebuch plus werden nunmehr unter der Dachmarke Streit vertrieben. „Streit steht für Digitalisierung im Handwerk, für ganzheitliche Unterstützung und enge Partnerschaft mit unseren Kunden“, erläutert Geschäftsführer Michael Streit. „Mit dem neuen Produktnamen setzen wir ein weiteres Zeichen für klare Markenidentität.“

Zur Fachmesse Light & Building in Frankfurt am Main stellte Streit Software pfiffige Neuerungen und Erweiterungen vor. So wird künftig der Auftrag zum Notdienst per QR-Code möglich. Auftraggeber fotografieren den QR-Code an der Anlage, um ein Problem zu melden oder eine Wartung zu beauftragen. Durch den QR-Code bekommt der Installateur den Zugriff auf die Anlagendaten, technische Unterlagen und die Wartungshistorie.

Neu ist auch die Kartenansicht für den Auftragspool: Manchmal haben Monteure nach Fertigstellung eines Arbeitsauftrags unerwartet Zeitreserven. Sie können einen weiteren Auftrag übernehmen. Die komfortable Kartenansicht bietet einen schnellen Überblick, um offene Aufträge in der Nähe ausfindig zu machen.

Foto: Streit Software

AKTUELLES VIDEO

K2 Systems: Digitale Tools und KI für effiziente Montage

CEO-Talk: Der Markt für ­Montagetechnik ist hart umkämpft, der Preisdruck besonders stark. Mit pfiffigen Ideen und neuen Lösungen halten Hersteller wie K2 Systems dagegen. Wir fragen: Wer ist KAI? Was verbirgt sich hinter dem Motto: From Base to Peak? Katharina David, CEO von K2 Systems, lüftet die Geheimnisse.

Foto: Vorsatz Media

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