Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Die Preise für langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), haben sich im dritten Quartal 2026 je nach Technologie unterschiedlich entwickelt. Im marktgewichteten Index von Level-Ten Energy für Kontinentaleuropa stieg der Wert für Solarstrom gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent auf 0,86. Der Windindex legte um 0,6 Prozent auf 0,99 zu.
Die Werte sind Indexzahlen, keine Strompreise in Euro pro Megawattstunde. Bei Solar und Wind dient das dritte Quartal 2024 als Bezugspunkt. Ein Solarwert von 0,86 bedeutet somit, dass das erfasste Preisniveau bei 86 Prozent des damaligen Werts liegt. Der Windwert von 0,99 entspricht 99 Prozent des jeweiligen Ausgangsniveaus.
Solarpreise nach längerem Rückgang nahezu unverändert
Für Solarstrom zeichnet der Bericht eine Stabilisierung nach einem deutlichen Rückgang. Das Preisniveau liegt laut LevelTen ungefähr dort, wo es schon im dritten Quartal 2025 lag. In den zwölf Monaten davor waren die Solarpreise demnach um rund 13 Prozent gesunken.
LevelTen Energy
Als mögliche Gründe für das Ende des Rückgangs nennt die Auswertung höhere Kosten für PV-Module und höhere Zinsen. Beides kann die Entwicklung neuer Projekte verteuern. In Märkten mit viel Solarenergie, etwa Spanien, sehen Entwickler laut Bericht zudem wenig Spielraum, ihre Angebote weiter zu verbilligen, ohne die Finanzierbarkeit der Vorhaben zu gefährden.
Der europäische Durchschnitt verdeckt unterschiedliche Entwicklungen. In Finnland stiegen die erfassten Solarpreise deutlich, in Schweden sanken sie. Dänemark blieb stabil, während Spanien und Italien leicht nachgaben. Level-Ten verweist außerdem auf höhere Gaspreise und gestiegene Terminmarktpreise als Einflussfaktoren, insbesondere in stärker gasabhängigen Märkten.
Windstrom für Käufer wieder attraktiver
Anders als die Solarpreise erholten sich die Windpreise nach Angaben von LevelTen seit der zweiten Hälfte des Jahres 2025 schrittweise. Als einen Grund nennt der Bericht den zeitlichen Verlauf der Stromerzeugung: Windkraft kann auch abends und nachts Strom liefern und damit Solarstrom in einem Beschaffungsportfolio ergänzen.
Für Käufer ist nicht allein entscheidend, wie viel eine Anlage über ein Jahr erzeugt. Wichtig ist auch, zu welchen Stunden der Strom verfügbar ist und welchen Marktwert er dann erzielt. Wenn viel Solarstrom gleichzeitig angeboten wird, kann dessen Wert in diesen Stunden sinken. LevelTen sieht darin einen Grund für das Interesse an Windstrom und an Verträgen mit einem stärker an den Bedarf angepassten Lieferprofil.
Auch beim Wind fallen die Ergebnisse je nach Markt verschieden aus. Italien verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Preisanstieg. In Finnland gingen die Windpreise dagegen zurück. Spanien, Frankreich und Schweden sind in diesem Quartal wieder im Windindex vertreten.
Hybridangebote nehmen zu
Zunehmend wichtig werden Verträge, die mehrere Technologien verbinden, etwa Solarstrom und Speicher. Level-Ten erfasste im dritten Quartal in neun Märkten einen hybriden P25-Wert. In fünf davon reichte die Zahl der Angebote aus, um Preise unter Einhaltung der Anonymitätsschwellen offenzulegen.
LevelTen Energy
Der marktgewichtete Hybridindex sank gegenüber dem zweiten Quartal um etwa drei Prozent auf 0,94. Er liegt damit laut Bericht rund 15 Prozent unter seinem Höchststand vom vierten Quartal 2025. Dieser Hybridwert hat einen anderen Ausgangszeitpunkt als die Solar- und Windindizes: Die Erfassung hybrider Preise begann erst im zweiten Quartal 2025.
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Spanien und Portugal stellen zusammen fast die Hälfte der erfassten Hybridangebote. Mehr als 40 Prozent entfallen auf nordische und baltische Märkte. Für Deutschland hält Level-Ten fest, dass im dritten Quartal kein reines Solarangebot die Indexkriterien erfüllte; Hybridangebote waren in den erfassten Daten der Weg für Solarstromverträge mit Unternehmenskunden.
Auch bestehende Anlagen im Index
Erstmals berücksichtigt Level-Ten neben Neubauprojekten auch bereits laufende Anlagen. Sie stellen laut Bericht inzwischen fast 40 Prozent der eigenständigen Angebote auf der Plattform und nahezu 60 Prozent der Windangebote. Ihre Aufnahme verändert damit zugleich die Zusammensetzung der betrachteten Daten.
Einen einheitlichen Preisaufschlag für betriebsbereite Anlagen beobachtet Level-Ten nicht. Je nach Markt können ihre Angebote über oder unter denen neuer Projekte liegen. Beim Vergleich kommt es unter anderem auf Vertragsbeginn, Laufzeit und den Umgang mit Stunden negativer Strompreise an. Die Indexbewegungen zeigen daher einen Trend in den erfassten Angeboten – nicht einen einheitlichen Preis, zu dem sich in ganz Europa ein PPA abschließen ließe.