In allen drei betroffenen Bundesländern hat das Scoping-Verfahren für die geplante Wasserstoff-Pipeline Hybor begonnen. In diesem frühen Verfahrensschritt legen die zuständigen Behörden gemeinsam mit den Trägern öffentlicher Belange den Untersuchungsrahmen für die weiteren Umweltprüfungen fest. Damit entsteht die Grundlage für die anschließende Umweltverträglichkeitsprüfung und das Planfeststellungsverfahren. Dessen Einleitung ist nach Angaben des Betreibers Gascade für das kommende Jahr vorgesehen.
Bereits seit Ende 2025 laufen entlang der geplanten Trasse vorbereitende Untersuchungen. Dazu zählen umweltfachliche Kartierungen von Flora und Fauna sowie Baugrunduntersuchungen. Die Ergebnisse fließen in die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren ein.
120 Kilometer von Bobbau bis Rückersdorf
Die Hybor-Leitung soll auf einer Länge von rund 120 Kilometern von Bobbau in Sachsen-Anhalt über Sachsen bis Rückersdorf in Thüringen verlaufen. Sie ist Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und soll laut Gascade bis 2029 fertiggestellt werden. Umgesetzt wird das Projekt im Rahmen des Infrastruktur-Programms „Flow – making hydrogen happen“.
Hybor verbindet bestehende Leitungen, die künftig auf den Transport von Wasserstoff umgestellt werden sollen. Damit schließt das Projekt nach Angaben des Unternehmens eine Lücke im entstehenden Wasserstoffnetz und soll künftig Industrie, Speicher und weitere Abnehmer in der Region anbinden. Im Mai 2026 plant Gascade zudem Bürger-Informationsveranstaltungen in den betroffenen Regionen, unter anderem in Halle (Saale), Leuna, Pegau und Ronneburg.