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Frankreich

Preiskapriolen wegen unflexibler Atomkraft beunruhigen Paris

Ein Wechselbad der Gefühle und auch Ängste um die Versorgungssicherheit löst die französische Atomenergie derzeit aus. Nach einem Preissturz im Dezember bei lauem Wetter und viel Wind- und Sonnenstrom im Netz konnten die unflexiblen Atomkraftwerke ihre Last nicht ausreichend drosseln und schenkten den französischen Stromabnehmern Elektrizität für null Cent, die es da auf den Stromtagesmärkten nur noch gab. Im Januar verteuerte sich der Stromhandelspreis plötzlich stark. Stromanbieter EDF aktivierte einen roten Strompreistarif von 60 Cent pro Kilowattstunde (kWh), der mehr als das Doppelte des deutschen Strompreises ausmacht. Bei starker Kälte und an windigen Tagen griff der Energiemonopolist offenbar zu einem sogenannten dynamischen „Tempo“-Tarif, der den hohen Stromverbrauch senken soll, wenn Heizung, Beleuchtung und Küchengeräte gleichzeitig laufen.

Kundinnen und Kunden erfahren offenbar erst einen Tag vorher, wann sie ihre Haushalte mit elektrischen Heizungen günstig und wann teuer wärmen können. Die Atomstromversorger müssen sich das Geld von den Verbrauchern holen, die die Sanierung ihrer 40 Jahre alten Atomkraftwerke kostet.

Das Problem taucht ironischerweise in einem Jahr auf, in dem sich die Pflicht zur Ausstattung von Parkplätzen mit Solaranlagen allmählich in großen Solarstrommengen bemerkbar macht. 2022 hatte die Regierung dieses Gesetz beschlossen, so wie Präsident Emmanuel Macron ebenfalls 2022 angekündigt hatte 14 neue Atomkraftwerke bauen zu lassen. Die Energiekonzerne hatten zunächst wenig Begeisterung dafür gezeigt, die Kosten zu übernehmen.

Die Energiepolitik ist im Nachbarland ein schwieriges Thema. Der schon lange fällige Plan zum weiteren Ausbau der Energieversorgung PPE 3 lässt auf sich warten. Er soll Energiepreise für Unternehmen und Bürger kontrollieren. (tw)