Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search
Mobilität

Hamburger Hafen wird „bunker ready“ für Ammoniak

Die Hamburg Port Authority (HPA) und das Unternehmen MB Energy haben nach eigenen Angaben eine Risikoanalyse sowie ein Sicherheitskonzept für die Ship-to-Ship-Bebunkerung von Ammoniak im Hamburger Hafen erarbeitet. Damit gilt der Hafen laut HPA künftig als „bunker ready“ für den alternativen Kraftstoff. Die Vorarbeiten sollen die Voraussetzung dafür schaffen, Schiffe in Hamburg sicher und zuverlässig mit Ammoniak zu versorgen.

An der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts waren nach Angaben der Beteiligten Terminalbetreiber, Vertreter von Reedereien sowie lokale Behörden beteiligt. Ziel sei es, die sicherheitstechnischen Anforderungen für den künftigen Einsatz von Ammoniak als Schiffskraftstoff zu definieren.

Fokus auf Container-, Kreuzfahrt- und RoRo-Schiffe

Im Mittelpunkt der Bebunkerungsvorbereitungen stehen Containerschiffe, Kreuzfahrtschiffe sowie RoRo- und ConRo-Schiffe. RoRo-Schiffe (Roll-on/Roll-off) transportieren rollende Ladung wie Fahrzeuge, ConRo-Schiffe kombinieren diese Bauweise mit dem Transport von Containern. Diese Schiffstypen zählen zu den möglichen Kandidaten, die künftig auf Ammoniak als Kraftstoff umgestellt werden könnten.

Ammoniak wird in der Schifffahrtsbranche zunehmend als potenzieller emissionsarmer Kraftstoff diskutiert. Die Branche sucht nach Alternativen zu konventionellen Marinekraftstoffen, um Emissionsminderungsziele zu erreichen. Die HPA erwartet nach eigenen Angaben, dass sich Ammoniak in den kommenden Jahren als alternativer maritimer Schiffskraftstoff etablieren wird.

Importterminal ab 2029 in Hamburg-Blumensand geplant

Die landseitige Versorgungsinfrastruktur soll MB Energy mit dem Projekt „New Energy Gate" am Tanklager Blumensand im Hamburger Hafen bereitstellen. Die Anlage hat nach Unternehmensangaben Anfang des Jahres die umweltrechtliche Genehmigung erhalten. Der kommerzielle Betrieb soll 2029 starten. Der geplante Jahresdurchsatz liegt bei 600.000 Tonnen Ammoniak.

Das Terminal soll einen neuen kryogenen Lagertank, aufgerüstete Liegeplätze für seegehende Gastanker und Binnenschiffe sowie Verladeeinrichtungen für die Bahn umfassen. Zusätzlich zur Rolle als Schiffskraftstoff-Hub ist die Anlage nach Angaben von MB Energy so ausgelegt, dass sie auch industrielle Rohstoffe umschlagen kann. Eine angeschlossene Cracker-Anlage soll grünen Wasserstoff aus dem Ammoniak gewinnen und in das regionale Pipeline-Netz Deutschlands einspeisen.

Als Ergänzung der landseitigen Infrastruktur prüfen die Beteiligten zudem den Einsatz einer Ammoniak-Bunkerbarge. Damit soll die Bebunkerung von Schiffen sowohl innerhalb des Hamburger Hafens als auch darüber hinaus flexibel möglich werden.

Auch andere Häfen bereiten sich auf sich auf Ammoniak vor

Die Vorbereitungen in Hamburg sind Teil breiterer Bemühungen von Häfen, Kraftstoffanbietern und Reedereien, die notwendige Infrastruktur für die maritime Energiewende aufzubauen. Ammoniak gilt als aussichtsreicher Kandidat, weil er als Wasserstoffträger transportiert und ohne CO2-Emissionen verbrannt werden kann. Für den sicheren Umgang sind jedoch besondere Vorkehrungen nötig, da der Stoff toxisch ist.

Mit der abgeschlossenen Risikoanalyse und dem Sicherheitskonzept sieht sich der Hamburger Hafen nach eigenen Angaben in der Lage, die ersten mit Ammoniak betriebenen Schiffe zu empfangen und zu bebunkern, sobald diese in Betrieb gehen.

Hintergrund von HPA und MB Energy

Die Hamburg Port Authority (HPA) ist seit 2005 für die wasser- und landseitige Infrastruktur des Hamburger Hafens zuständig. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Hafensicherheit, die Planung und Durchführung von Bauprojekten sowie das Immobilienmanagement. Mit dem Projekt smartPORT setzt die Behörde nach eigenen Angaben auf digitale Technologien, um Effizienz und Umweltschutz im Hafenbetrieb zu verbinden.

MB Energy, ehemals Mabanaft, wurde 1947 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Das Unternehmen ist in Europa, den USA und Singapur tätig. Zum Geschäft gehören Import, Lagerung, Vertrieb und Vermarktung von Mineralölprodukten, Flüssigerdgas (LPG), Chemikalien und Biokraftstoffen. Nach eigenen Angaben engagiert sich das Unternehmen zunehmend in der Entwicklung kohlenstoffarmer Kraftstoffalternativen wie grünem Ammoniak, eFuels und Wasserstoff-Logistik.

Tags