Intelligent Energy (IE), nach eigenen Angaben einer der führenden BZ-Hersteller Großbritanniens, ist der Hydrogen in Aviation Alliance (HIA) beigetreten. Die Allianz bündelt Unternehmen aus der Luftfahrtbranche, darunter Airbus, Bristol Airport, EasyJet, GKN Aerospace und Rolls-Royce. Ziel ist es, Technologie, Infrastruktur und Regulierung für den kommerziellen Wasserstoff-Flugverkehr abzustimmen.
Intelligent Energy ist bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in der Luftfahrt aktiv. 2008 wirkte das Unternehmen am ersten bemannten Brennstoffzellen-Flug von Boeing mit. Derzeit entwickelt es ein modulares Brennstoffzellensystem mit 300 kW, das sich zu Systemen im Megawatt-Bereich für Regionalflugzeuge skalieren lässt.
Patentierte Technologie für kompaktere Kühlsysteme
Nach Unternehmensangaben adressiert die patentierte Technologie eine zentrale Herausforderung der Branche: die Größe des Kühlsystems. Die Lösung soll mit kleineren Kühlsystemen auskommen, leichter sein und schneller auf wechselnde Fluglasten reagieren können. Brennstoffzellen böten gegenüber anderen emissionsfreien Luftfahrt-Technologien Vorteile bei Gewicht, Reichweite und Treibstoffeffizienz, so das Unternehmen.
Zur Erprobung hat Intelligent Energy ein 1-MW-Testzentrum in einem 85-MW-Wind- und Solarpark in Northamptonshire errichtet. Die erneuerbaren Anlagen vor Ort erzeugen nach Unternehmensangaben bis zu 140 MWh grüne Energie pro Stunde, die direkt in grünen Wasserstoff umgewandelt und für Tests verwendet wird.
Anwendungen auch im Bodenbetrieb
Intelligent Energy sieht zudem Potenzial für Wasserstoff im Flughafenbetrieb, etwa für Notstromversorgung, Schleppfahrzeuge und andere Vorfeldfahrzeuge. In einem Projekt mit der Tajima Motor Corporation in Japan entwickelte das Unternehmen ein brennstoffzellenbetriebenes Vorfeldfahrzeug.
Die britische Jet-Zero-Strategie des Department for Transport beziffert das Potenzial der Wasserstoff-Luftfahrt auf bis zu 60.000 neue Arbeitsplätze bis 2050. Der 2025 veröffentlichte Bericht „Flying Start“ der Green Alliance schätzt den möglichen Beitrag des Sektors zur britischen Wirtschaft auf bis zu 37 Milliarden Pfund Bruttowertschöpfung bis zum gleichen Zeitpunkt.