Die Stadt Berlin verfolgt das langfristige Ziel, sich bis zum Jahr 2045 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln. Eine Zielsetzung, die, so oder ähnlich, für viele Gemeinden, von kleinen Kommunen bis zu Großstädten, mit Leben gefüllt werden muss. Gibt es auf dem Land freie Flächen für Windenergieprojekte, rücken im urbanen Raum andere Versorgungskonzepte in den Vordergrund. Um das Ziel der Klimaneutralität erreichen zu können, ist die Transformation in vielen Bereichen in Berlin bereits angekommen. Durch Quartierskonzepte mit geothermischer Versorgung und Photovoltaikanlagen auf Wohn- und Gewerbedachflächen versucht die Stadt, ihre Potenziale auszuschöpfen. Welche konkreten Möglichkeiten die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger dabei haben, erklärt Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur, in der aktuellen Folge des Podcasts „Was jetzt passieren muss“.
Für eine Stadt wie Berlin, die viel Energie braucht und der nur begrenzt Flächen zur Verfügung stehen, sei es erst einmal ein wichtiger Hebel, den Energieverbrauch zu senken. „Für die Energie, die wir brauchen, ist es selbstverständlich wichtig, dass erneuerbare Energien ausgebaut werden“, sagt Michael Geißler. Das größte Potenzial gebe es in Berlin für die Nutzung von Photovoltaikanlagen auf Gewerbe- oder Wohngebäudedachflächen. Die 45 bis 60 Quadratkilometer theoretisch nutzbarer Dachflächen müssten auf ihre technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit geprüft werden. Auch Fassadenflächen eignen sich in einigen Fällen. Welche Möglichkeiten es bei der Umsetzung gibt, zeigt eine 200 Kilowattpeak Photovoltaikanlage auf einem Bürogebäude in Berlin Neukölln, die von der Berliner Energieagentur geplant, umgesetzt und betrieben wird.
Doch nicht nur für Großprojekte gibt es Potenzial in der Großstadt. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, selbst an der Energiewende zu partizipieren. Hierfür brauche es eine Anpassung des regulatorischen Rahmens, damit Photovoltaikanlagen wirtschaftlicher auf Wohngebäuden installiert werden können. „Wichtig ist für Berlin, dass das Mieterstromgesetz gestärkt wird“, bekräftigt Michael Geißler. So könne das große Potenzial von Mieterstromanlagen freigesetzt werden. (FK)