Seit 2017 gibt es in Deutschland das sogenannte Mieterstromgesetz. Gestartet als Projekt der CDU/CSU, Mieterstrom zu verhindern, ist es nicht totzukriegen. Mittlerweile wurde die einstige Begrenzung auf 500 Megawatt aufgehoben, viele Regelungen wurden vereinfacht, neue kamen hinzu. Besonders die gemeinschaftliche Quartiersversorgung brachte neuen Wind in dieses Marktsegment, hier machten vor allem die Grünen unter Robert Habeck und die EU Druck.
Viel Bewegung in den Modellen
Es ist viel Bewegung in den Geschäftsmodellen, die unter Mieterstrom und gemeinschaftlicher Quartiersversorgung zusammengefasst werden. Zuletzt erschwerte ein Urteil zur Kundenanlage solche Konzepte. Offenbar waren die Richter des Europäischen Gerichtshofs mit der Tragweite des Themas überfordert.
Überfordert ist auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die unbedingt die Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 Kilowatt abschaffen will. Gerade für kleinere Mieterstromkonzepte ist die Vergütung jedoch wichtig, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Das kann und will sie nicht einsehen. Mal schauen, was das parlamentarische Verfahren nach der Sommerpause bringt.
Leitfaden für gemeinschaftliche Solaranlagen
Gegenwind aus der Politik fördert den Erfindergeist der Solarbranche. So haben der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) kürzlich einen gemeinsamen Leitfaden für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung veröffentlicht. Diese Möglichkeit der Installation von Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern und der Vermarktung des Solarstroms innerhalb des Gebäudes wurde mit dem Solarpaket im April 2025 ermöglicht.
Der Vorteil: Vermieter oder Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) können den Solarstrom an die Mieter beziehungsweise Wohnungseigentümer verkaufen, ohne für die Reststromlieferung verantwortlich zu sein. Das ist der wichtigste Unterschied zum Mieterstrommodell: Vermieter und WEG werden nicht zu Stromversorgern, wie beim Mieterstrom vorgesehen.
Gebäude mit Solarstrom dekarbonisieren
Damit wird die Solarstromlieferung durch Vermieter im Vergleich zum Mieterstrom attraktiver, erklärt Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW. „Wir haben die Herausforderung, die sechs Millionen Wohnungen unserer Verbandsmitglieder bis 2035 klimaneutral zu bekommen“, sagt sie. „Solarstrom spielt dabei eine essenzielle Rolle. Wir sehen, dass die überwiegende Mehrheit unserer Mitgliedsunternehmen dem Thema der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung sehr aufgeschlossen gegenübersteht.“
Ingeborg Esser verweist auf eine Umfrage unter den Vermietern des GdW. Demnach sehen 82 Prozent der befragten Vermieter in Solarstrom eine Möglichkeit, ihre Gebäude zu dekarbonisieren. Hintergrund: Immobilien, die hohe Emissionen verursachen, kämpfen mit hohen Betriebskosten und Steuern auf die Emissionen. Mittelfristig werden sie massiv an Wert verlieren, weil dort niemand mehr wohnen will und die erzielbare Rendite gegen null geht.
Immerhin wollen über 60 Prozent der Vermieter, die mit gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung schon vertraut sind, solche Modelle realisieren. Bei den Vermietern, die dieses Modell bisher nicht kennen, ist die Zustimmung mit über 70 Prozent sogar noch größer, betont Esser.
Mieter wollen Solarstrom
Auch für die Mieter ist das Modell mehr als interessant. „Eine klare Mehrheit von 59 Prozent der Mieter zeigt großes Interesse an der Beteiligung an einer gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“, urteilt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.
Er bezieht sich auf eine Umfrage von Yougov. Die Analysten befragten mehr als 1.000 Mieterinnen und Mieter. Nur 22 Prozent lehnten die Beteiligung an einem solchen Projekt ab. Die restlichen 19 Prozent sind unschlüssig.
Auch Carsten Körnig geht davon aus, dass die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung die Energiewende in den Städten voranbringen wird. Das ist dringend notwendig. Nur 0,1 Prozent der bis Ende 2023 installierten Solaranlagen wurden als Mieterstromprojekte umgesetzt. Ein Promille aller Anlagen in Deutschland! Bis Ende 2024 war keine Trendwende in Sicht: „Nach unseren Schätzungen wurden nur 0,5 Prozent der bis Ende 2024 insgesamt installierten Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern gebaut“, gibt er zu bedenken.
Musterverträge bereitgestellt
Die beiden Verbände wollen mit dem neuen Leitfaden das üppige Potenzial für Solarmodule auf Mehrfamilienhäusern heben. Er enthält neben einer detaillierten Beschreibung der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung eine Einführung zum rechtlichen Hintergrund. Hier geht es nicht nur um die Pflichten, die Vermieter haben, sondern auch um konkrete Verträge. Deshalb enthält der Leitfaden Muster, wie solche Verträge aussehen können, sowie eine Beschlussvorlage für WEG.
Die Autoren beschreiben zudem die verschiedenen Möglichkeiten, den Solarstrom zwischen den Mietparteien und dem Hausstrom aufzuteilen. Dazu werden geeignete Messkonzepte benötigt. Nicht selten mauern Netzbetreiber und Stadtwerke und verschleppen die Genehmigung mit immer neuen Auflagen zum Messkonzept. Mittlerweile sind Messkonzepte erprobt und juristisch sattelfest.
Abgerundet wird der Leitfaden durch Praxisbeispiele und einen Vergleich mit Modellen zum Mieterstrom. Denn in manchen Fällen bietet Mieterstrom das bessere Modell, um Solarstrom für Mehrfamilienhäuser nutzbar zu machen.
Solarcluster bringt Faktenblatt
Welche Möglichkeiten und Betreibermodelle es für Gewerbedächer und Mehrfamilienhäuser gibt, erläutert auch ein neues Faktenblatt des Solarclusters Baden-Württemberg.
Komplexe rechtliche Vorgaben hielten Vermieter bislang häufig davon ab, eine Anlage auf ihrem Mehrparteienhaus oder einem Gebäude mit mehreren Büros zu installieren. Die gesetzlichen Vorgaben wurden mit Inkrafttreten des Solarpakets einfacher. Damit sind Mieterstrommodelle einfacher geworden, ergänzt durch das neue Betreibermodell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung.
Steuerliche und wirtschaftliche Aspekte
Was sich rechtlich geändert hat, welche steuerlichen und wirtschaftlichen Aspekte zu beachten sind und welche Betriebskonzepte für die Zielgruppen möglich sind, zeigt das 16-seitige Faktenblatt „Gemeinschaftliche Nutzung von Photovoltaikstrom in Mehrparteiengebäuden“. Es ist kostenfrei verfügbar und zeigt die Möglichkeiten auf, wie solche Gebäude durch Photovoltaik aufgewertet werden.
Beispielhaft werden fünf Fälle erklärt: vermietete Einfamilienhäuser, Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung oder Zweifamilienhaus, kleine Mehrfamilienhäuser mit drei bis 15 Parteien sowie große Mehrfamilienhäuser mit über 15 Parteien und Gewerbegebäude.
Konkretes Projekt in Hamburg
In der Wohnanlage Grandweg bekommen Mieterinnen und Mieter günstigen Sonnenstrom vom Dach. Insgesamt 476 Solarmodule wurden installiert, die jährlich 191.000 Kilowattstunden erzeugen. Das Quartier gehört dem Bauverein der Elbgemeinden (BVE). Die Dachanlage und die Stromlieferung werden von Green Planet Energy realisiert. Hamburger Energienetze (HNE) als regionaler Netzbetreiber ist für die Messtechnik zuständig.
Der gesamte Strombedarf der Wohnanlage liegt bei rund 337.000 Kilowattstunden jährlich. Rechnerisch deckt die Solaranlage mehr als die Hälfte des Bedarfs. Der Mieterstromtarif liegt rund 23 Prozent unter der örtlichen Grundversorgung. Die gesetzliche Vorgabe, wonach der Mieterstromtarif mindestens zehn Prozent niedriger sein muss, wird also deutlich übertroffen.
Außerdem werden die Bewohnerinnen und Bewohner unabhängiger von Preissprüngen, beispielsweise durch Energiekrisen. Zusätzlicher Strombedarf (Reststrom) wird mit Ökostrom von Green Planet Energy gedeckt. Für den vor Ort erzeugten Solarstrom mussten die Mieter nicht selbst investieren. Die Finanzierung übernahm eine Tochtergesellschaft von Green Planet Energy.
Insgesamt 143 Wohnungen
Die Wohnanlage am Grandweg entstand auf einem ehemaligen Sportplatz und umfasst fünf drei- bis viergeschossige Gebäuderiegel mit insgesamt 143 Wohnungen. Begrünte Dächer, Carsharing und E-Mobilität sind Teil des nachhaltigen Quartierskonzepts, ebenso grüne Stromversorgung.
Ein wichtiges Element ist das Messkonzept: Zum Einsatz kommt ein sogenannter virtueller Summenzähler als digitale Lösung für Mieterstrom in Mehrfamilienhäusern. Dadurch erübrigt sich der physische Summenzähler. Das spart Kosten im Zählerschrank. Die Messwerte der Wohnungszähler werden digital zusammengeführt und bilanziert.
Physischer Summenzähler entfällt
Der virtuelle Summenzähler ist ein cloudbasiertes Rechenprogramm, das kontinuierlich die Messwerte der Smart Meter der Haushalte auswertet. Dieses Konzept vereinfacht die Umsetzung und schafft zugleich – durch individuelle Zugänge der Haushalte – Transparenz für alle Bewohnerinnen und Bewohner.
Insbesondere bei größeren Gebäuden oder Quartieren mit vielen dezentralen Zählpunkten bietet dieses Messkonzept klare Vorteile: Weil nur wenig zusätzliche Messtechnik verbaut werden muss, lässt sich das System vergleichsweise kostengünstig einrichten. Der Installationsaufwand vor Ort bleibt dank geringer technischer Eingriffe in die bestehende Verkabelung überschaubar. Hamburger Energienetze stattete die Wohneinheiten mit Smart Metern aus und schuf somit die Grundlage für die digitale Bilanzierung.
Günstiger Solarstrom für 37 Wohneinheiten
Ein weiteres Beispiel: Die Baugenossenschaft Lörrach hat in der Hartmattenstraße mit dem Mieterstromanbieter Einhundert Energie ein Mieterstromprojekt erfolgreich umgesetzt. Dadurch wird das Gebäude inklusive der 37 Wohneinheiten mit günstigem Ökostrom versorgt.
Das Solardach leistet 99,22 Kilowatt und produziert rund 90 Megawattstunden pro Jahr. Die Inbetriebnahme erfolgte Ende 2023, nun liegen belastbare Betriebsdaten vor. Zuvor hatte die Wohnungsbaugenossenschaft die Fassade und das Dach saniert. Das durchgehende Satteldach bietet sich für Solarmodule an.
Mieter waren schnell überzeugt
Schon nach einem Monat hatten sich mehr als die Hälfte der Mieterinnen und Mieter für das Projekt erklärt, wollten vom günstigen Stromtarif profitieren. „Normalerweise erwarten wir bei einem solchen Projekt eine optimale Teilnahmequote nach ein bis zwei Jahren“, erläutert Tobias Klein, Projektleiter bei Einhundert. „Dann haben sich die Vorteile eines solchen Projekts im Quartier herumgesprochen. Mit 50 Prozent Beteiligung nach einem Monat sind wir hier schon sehr hoch gestartet.“
Das Projekt wurde gemeinsam mit Einhundert Energie realisiert. Das Kölner Unternehmen pachtet die Dachfläche, um die Solaranlage zu installieren. Einhundert übernimmt die Finanzierung und den Betrieb der Anlagen sowie die Lieferung des Stroms ins Gebäude und an die Mieter. „Die Partnerschaft mit Einhundert ermöglicht es uns als Baugenossenschaft, unseren Gebäudebestand weiter zu dekarbonisieren und zukunftsfähig zu machen“, sagt Andreas Seiter, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Lörrach. „Durch das Mieterstrommodell können unsere Mieter vom Solarstrom zu einem günstigen Tarif profitieren. Aktuell arbeiten wir daran, weitere Objekte in unserem Bestand mit Photovoltaik auszustatten.“ Neue Projekte sind in Planung, darunter zwei Anlagen mit insgesamt 150 Kilowatt.
Sonnenstrom für die Hauptstadt
Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat auf Dächern im Berliner Osten große Anlagen installiert, um Mieterinnen und Mietern grünen Direktstrom anzubieten. Die Bauten befinden sich am Blumberger Damm in Marzahn, sie stammen aus der früheren DDR. „Damit haben wir ein Leuchtturmprojekt auf dem Klimapfad von Vonovia realisiert“, sagt Sascha Amler, Regionalbereichsleiter bei Vonovia in Berlin. „So kommen wir unserem Ziel näher, dass unsere Häuser bis 2045 nahezu klimaneutral werden.“
Vonovia gehört zu den größten privaten Vermietungsgesellschaften in Deutschland. Es hat rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa eine Million Menschen leben in den Mietwohnungen von Vonovia.
Julia Ward leitet das Photovoltaikteam in Berlin. „2023 haben wir berlinweit schon etwa eine Anlagenleistung von acht Megawatt installiert“, berichtet sie. „2024 haben wir dieses Ausbautempo um das 2,5-Fache beschleunigt. Ich bin sehr stolz, dass wir diese zahlreichen Projekte gemeinsam mit vielen Handwerkerinnen und Handwerkern erfolgreich umsetzen können.“
In das Projekt in Marzahn hat Vonovia 1,3 Millionen Euro investiert. Mehr als 2.100 Module à 370 Watt versorgen nun rund 800 Wohnungen des großen Stadtquartiers mit grünem Direktstrom. „Für den vor Ort erzeugten und verbrauchten Strom werden keine Netzentgelte fällig“, erläutert Julia Ward. „Deshalb können wir unseren Direktstrom mindestens zehn Prozent günstiger als der örtliche Grundversorger anbieten.“ Die Anlage trägt sich selbst, für Mieterinnen und Mieter entstehen keine Mehrkosten.
https://www.solarwirtschaft.de/leitfaden-gebaeudeversorgung/
https://www.photovoltaik-bw.de/themen/photovoltaik-auf-mehrparteienhaeu…
Foto: Einhundert Energie/Offenblende
Foto: Einhundert Energie
Foto: Vonovia
Green Planet Energy
Mieterstrom und Wärme für Sozialwohnungen
In Hamburg-Bahrenfeld hat das städtische Wohnungsunternehmen Fördern & Wohnen ein Pilotprojekt für nachhaltigen sozialen Wohnungsbau errichtet. Green Planet Energy nutzt die Dächer von 107 Wohneinheiten für Photovoltaikanlage (160 Kilowatt). Den Solarstrom nutzen die Mieter vor Ort. Zusätzlich baut Green Planet Energy Luft-Wasser-Wärmepumpen in die Gebäude ein.
Für das Projekt hat Green Planet Energy die Dachflächen gepachtet, die Anlage finanziert und gebaut. Der Energieversorger betreibt die Anlagen und liefert den Sonnenstrom an die Mieter, ebenso Reststrom aus erneuerbaren Quellen. Aufgrund des Solarstromanteils sind die Stromkosten für die Mieter niedriger als für Strom aus dem Netz.
Überschüssiger Sonnenstrom treibt die Wärmepumpen. Ihre Wärme wird von den 370 Bewohnern der Gebäude genutzt. Auf diese Weise profitieren die Mieter doppelt vom Sonnenstrom.
Das neue Quartier in der Wichmannstraße dient zunächst als Unterkunft für Familien mit Fluchthintergrund und Wohnungslose. Nach ein bis drei Jahren werden die Neubauten in geförderte Mietwohnungen umgewandelt. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen.
https://green-planet-energy.de/
Foto: BDS Billib Steffen Architektur
Hoyerswerda
Genossenschaft realisiert großes Mieterstromprojekt
Die Genossenschaft Lebensräume Hoyerswerda hat zusammen mit Einhundert Energie ein großes Projekt umgesetzt. 200 Wohnungen und zugehörige Gebäude werden mit sauberem und günstigem Strom vom Dach versorgt.
Die Gesamtleistung der 676 Solarmodule erreicht 300 Kilowatt. Übers Jahr hinweg erzeugt die Anlage mehr als 290.000 Kilowattstunden. Sie spart jährlich rund 40 Tonnen Kohlendioxid ein.
Die Mietparteien erhalten den Strom zu einem Arbeits- und Grundpreis, der 38 Prozent beziehungsweise zehn Prozent unter dem Preis des örtlichen Grundversorgers liegt. Zudem können die Bewohner ihre Verbrauchsdaten sowie Kosten über ein Kundenportal einsehen.
Die Nutzung von digitalen Stromzählern ermöglicht die präzise, viertelstundengenaue Abrechnung. Auch die Wohnungsgenossenschaft profitiert vom Projekt: Sie bezieht künftig ihren Hausstrom zum günstigeren Tarif, um die Betriebskosten zu senken.
Grundlage ist die Verpachtung der Dächer an Einhundert Energie aus Köln. Lebensräume Hoyerswerda stellt die Dächer zur Verfügung, Einhundert übernimmt die Finanzierung, die Installation sowie den Betrieb der Solaranlagen. Dazu gehören der Verkauf des Solarstroms an die Mieter sowie die Abrechnung der Stromverträge und alle energiewirtschaftlichen Prozesse, etwa der Betrieb der Messstellen und die Lieferung von Reststrom (Ökostrom) aus dem Netz.
Foto: Einhundert Energie
Vonovia
Mieterstrom vom Baudenkmal
Das Quartier im Magdeburger Stadtteil Cracau steht unter Denkmalschutz. Trotz der strengen Auflagen ist es Vonovia gelungen, Solardächer für die Mieter zu bauen. Künftig profitieren rund 1.500 Wohnungen von lokal erzeugtem Sonnenstrom. Für die Mieterinnen und Mieter entstünden keine Mehrkosten, teilt das Wohnungsunternehmen mit.
Die Solaranlage leistet mehr als 3,4 Gigawatt und wurde im September 2025 fertiggestellt. Danach ging sie schrittweise in Betrieb. Mittlerweile sind die 13.600 Module komplett am Netz und decken bei optimaler Sonneneinstrahlung den durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 450 Zwei-Personen-Haushalten ab.
Das Quartier entstand nach einem Plan von Bruno Taut, ab 1921 Stadtbaurat von Magdeburg. Gemäß den Vorgaben entwickelten die Architekten Carl Krayl, Johannes Göderitz und Lars Wahlmann das heutige Quartier nach den Merkmalen des Neuen Bauens: dreigeschossige Wohnzeilen, einfache Kubatur, funktionale Architektur und großzügig gestaltete Innenhöfe, Grünflächen sowie Mietergärten.
Vonovia hat in das Solarprojekt knapp acht Millionen Euro investiert. Weitere Anlagen sollen in den denkmalgeschützten Wohnquartieren im Magdeburger Stadtteil Sudenburg entstehen.
Foto: Vonovia