Das Wasserstoffprojekt Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) macht Fortschritte: Bis Ende August lieferten 36 Schwertransporter die Stacks für die 100-MW-Elektrolyseanlage am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg an. Die Module werden derzeit an ihrem Platz installiert. Parallel laufen die Abschlussarbeiten an der Elektrolysehalle. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard und Umweltsenatorin Katharina Fegebank besichtigten ebenfalls die Baustelle.
Umgesetzt wird das Projekt vom Asset Manager Luxcara (74,9 Prozent) und den Hamburger Energiewerken (25,1 Prozent). Es wird als IPCEI-Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie von der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Den Förderbescheid hatte das Konsortium im Sommer 2024 erhalten. Im September 2024 bestellten die Projektpartner den Elektrolyseur bei Siemens Energy.
Zwei von drei Großkomponenten vor Ort
Bereits im Mai 2026 waren die sechs Transformatoren angeliefert und eingebaut worden. Mit den Stacks sind nun zwei der drei Großkomponenten am Standort. Die ausstehenden Kompressoren sollen nach aktuellem Planungsstand Ende des Jahres angeliefert werden. Derzeit wird die zugehörige Halle gebaut. Die zwei Kompressoren sollen den Wasserstoff verdichten, damit dieser in das Wasserstoff-Verteilnetz HH-WIN eingespeist oder über die Trailer-Verladestation verteilt werden kann.
Der PEM-Elektrolyseur spaltet Strom Wasser in einer geschlossenen Zelle entlang einer Membran in Wasserstoff und Sauerstoff. Nach Angaben des Konsortiums eignet sich die Technologie durch ihre flexible Fahrweise besonders für den Betrieb mit erneuerbaren Energien. Die Stacks stammen aus der Gigawatt-Factory von Siemens Energy in Berlin. Die 100-MW-Anlage besteht aus insgesamt sechs Elektrolyseuren mit jeweils sechs Stackgruppen.
Jährlich rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff
Nach Angaben der Projektpartner ist der kommerzielle Betriebsstart für Ende 2027 vorgesehen. Jährlich sollen dann rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff erzeugt werden. Der Wasserstoff soll den Kunden über das Verteilnetz HH-WIN und eine geplante Trailer-Verladestation zur Verfügung gestellt werden. HH-WIN soll an das bundes- und künftig auch europaweite Wasserstoff-Fernleitungssystem angebunden werden.
Die Rückbauarbeiten am ehemaligen Kraftwerk Moorburg hatten im Oktober 2023 begonnen. Im Sommer 2025 übernahm das HGHH-Projekt ein Teil-Baufeld und startete mit vorbereitenden Baumaßnahmen. Die Grundsteinlegung folgte ein halbes Jahr später im Dezember 2025.
Weg von fossilen Energieträgern
„In Moorburg entsteht mit dem Elektrolyseur dafür ein zentrales Puzzleteil: ein echtes Großprojekt, das Stadt und Privatwirtschaft gemeinsam stemmen“, sagt Umweltsenatorin Fegebank. Aus einem Kohlekraftwerk werde so in wenigen Jahren ein Hub für die Energieversorgung von morgen, frohlockt die Grünen-Politikerin.
Wirtschaftssenatorin Leonhard betont die industriepolitische Bedeutung: „Wir wollen weiter Industriestandort sein, und gleichzeitig weniger fossile Energieträger verbrauchen. Als Alternative kommt Wasserstoff in Frage – neben dem Import wollen wir dieses Gas auch hier vor Ort produzieren.“ Durch die Produktion vor Ort werde die Verfügbarkeit sichergestellt, Abnehmer könnten planen, und die Produktion könne künftig ausgeweitet werden.