Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), hat es beim Energiedialog auf dem Euref-Campus in Berlin gerade deutlich gesagt: „Die Energiewende ist längst nicht mehr nur ein Klimaschutzprojekt, so wichtig dieser Aspekt auch ist. Sie ist ein Wirtschaftsprojekt.“ Unternehmen brauchten planbare Energiepreise, Versorgungssicherheit und nachhaltige Lösungen. Erneuerbare könnten zudem einen erheblichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland leisten und würden Arbeitsplätze durch regionale Wertschöpfung sichern. „Angesichts der weltweiten Bedrohungslage können wir zudem sagen: Noch nie waren erneuerbare Energien so wichtig wie heute“, fügte sie in ihrer Rede vor über 4.000 Onlinezuschauern und ausgewählten Gästen vor Ort an.
Resilienz und Wirtschaft
In einer von rechtsextremen Autokraten, Konservativen und Populisten geprägten Weltordnung findet das Thema Klimaschutz zwar kein Gehör. Eine niedrige Stromrechnung und Versorgungssicherheit in Krisenzeit sprechen derweil durchaus als Argumente für die Erneuerbaren. | 28
Klimaschutz ohne direkten Vorteil für das eigene Leben ist derweil zur Randerscheinung verkommen. Technologische Fortschritte beim Klimaschutz werden stattdessen durch verstärkten Konsum gleich wieder zunichtegemacht. | 62
Gleichwohl, aktuell ist es für die Branche eher erfolgversprechend, auf die greifbaren Pluspunkte der Erneuerbaren zu verweisen: Chancen für die Wirtschaft, für Versorgungssicherheit, Resilienz und Stabilität im Land.
Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), setzte auf der Jahresauftaktveranstaltung der Branche wie Heinen-Esser auf diese Karte: „Nie waren die Zeiten so herausfordernd wie heute. Alte Sicherheiten stehen infrage, die Welt ist in Unordnung. Die Erneuerbaren sichern in solchen Phasen vor allem eines: Unabhängigkeit, Sicherheit und Stabilität.“Staatssekretär Frank Wetzel aus dem Wirtschaftsministerium vertrat am Euref-Campus seine Ministerin Katherina Reiche. Ganz nebenbei reklamierte er die von der Vorgängerregierung angestoßenen Maßnahmen zur Beschleunigung der Energiewende für sein Haus. Sei es drum. Die Ausbauzahlen der Windenergie an Landverweisen darauf, dass inzwischen einige Hürden aus dem Weg geräumt wurden. | 16
Kraftwerksstrategie
Staatssekretär Wetzel fokussierte sich zudem auf die kurzfristige Version der jüngst von der EU durchgewinkten Kraftwerksstrategie. Diese sieht zunächst nur zwölf Gigawatt an neuen Gaskraftwerken vor. Jedoch soll sie sich mit weiteren Auktionsrunden am Ende auf rund 40 Gigawatt erhöhen. Das Problem: Wenn geförderte fossile Energien in dieser Größenordnung in den Markt strömen, bleiben vorerst teurere, saubere Quellen wie grüner Wasserstoff als Ladenhüter zurück. Mehr zum Wasserstoffhochlauf finden Sie hier. | 48
Welche neuen Gesetze für die Regenerativbranche in diesem Jahr in Kraft treten, lesen Sie in dieser Ausgabe. | 30
Einen gesonderten Blick verdient dabei die Frage, wie sich die Gesetzeslage für Planer großer Energiespeicher verändert hat. | 56
So oder so hat sich das Zusammenspiel von Solarpark und Speicher zum Megatrend entwickelt. Wir verraten, was Planer beachten müssen. | 40
Außerdem lesen Sie, welches Verhältnis von Eigenverbrauch zu PV und Batterie ideal ist. | 44
Einige der Themen in dieser Ausgabe werden auch auf der Messe E-World in Essen im Fokus stehen. Was genau Sie dort erwartet, lesen Sie in dieser Ausgabe. | 22