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65 Megawatt Windkraft für die 15-Minuten-Stabilisierung bei wackelnder Netzfrequenz

Getec hat einen neu zusammengestellten Regelenergie-Pool mit einer Kapazität von 65 Megawatt (MW) Windkraft für die Teilnahme am Regelenergiemarkt mit sogenannter negativen Sekundärregelenergie präqualifiziert. Das erklärte das Unternehmen am Mittwoch und erklärte an, das Portfolio ab sofort zugleich kontinuierlich ausweiten zu wollen. Die Getec-Stromdirektvermarktungstochter Gewi könne künftig beim Mutterunternehmen und dem externen Dienstleister Emsys VPP die Windturbinenkapazitäten eigener Direktvermarktungskunden ebenfalls präqualifizieren und in den Regelenergie-Pool einbinden lassen.

Anlagen, die negative Sekundärregelenergie bereitstellen (im internationalen Sprachgebrauch automatic Frequency Restoration Reserve oder kurz AFRR), müssen ihre Stromeinspeisung ab 30 Sekunden nach einer eingetretenen Frequenzschwankung reduzieren und binnen fünf Minuten die volle vereinbarte Regelleistung erreicht haben – und sie bei Bedarf des Netzbetriebs 15 Minuten lang vorhalten können. Während erste wetterabhängige Windparks zunächst nur an der weniger reaktionsschnellen Minuten- oder Tertiärregelreserve teilnehmen konnten, die nur bei lang anhaltenden Frequenzunruhen erst nach 15 Minuten voll einspringen muss, starteten Pioniere wie MVV Energie und Enercon im vergangenen Jahr mit ersten Volumen von 20 bis 30 MW in AFRR-Regeldienste für Netzbetreiber.

Stromdirektvermarkter Gewi will nun seinen Kunden die AFRR-Reserve als ergänzenden Baustein zur sonstigen Direktvermarktung etwa im kurzfristigen Börsenstromhandel anbieten. Zusätzliche Verdienste sollen damit für diese möglich sein. Gewi will die neue Vermarktung mit „zusätzlichen Erlösen“ mit „einer nahtlosen Integration in bestehende Direktvermarktungsverträge sowie einem minimalen operativen Aufwand“ ermöglichen.

Inwiefern, wie lange oder ab wann Getec mit dem neu geschaffenen Windkraft-Regelenergie-Pool tatsächlich Regelenergie liefern wird, teilte Getec zunächst nicht mit. Die Netzbetreiber schreiben die benötigten Regelenergieleistungen für bestimmte Zeiten regelmäßig aus.