Vor allem bei größeren, gewerblichen Anlagen fallen schleichende Verluste oder plötzliche Abschaltungen durch Fehler zunehmend auf. Kleine Solargeneratoren auf den Dächern von Privatleuten laufen manchmal jahrelang weiter, ohne dass die Probleme auffallen.
Für Solarteure und Elektrobetriebe bieten die herrenlosen, ungepflegten Anlagen eine gute Chance, mit den Betreibern ins Gespräch zu kommen. Alte Betreiber sind unter Umständen neue Kunden, etwa für Stromspeicher. Das Wartungsgeschäft liefert wertvolle Deckungsbeiträge für den Handwerksbetrieb, wie in vielen anderen Branchen auch.
Solartektor: Fehler schnell finden (aktuelles Video)
Nachträgliche Dokumentation ohne Demontage
Vor allem geht es darum, herrenlose und schlecht dokumentierte Anlagen schnell in die Wartung zu nehmen. Dazu muss man sie möglichst genau ausmessen, um die Fehler schnell zu finden. Weiß man, wo die Fehler stecken, sinkt der Aufwand für ihre Behebung.
Früher wurden Module demontiert und sogar die Anschlussdosen der Module geöffnet, um die Anlagen durchzumessen. Heute nutzt man moderne Lasertechnik. Bis zu 100 Kilowatt Solargenerator lassen sich damit innerhalb einer Stunde einmessen – bis zum kompletten Modulplan.
Von Praktikern entwickelt
Zwei Praktiker aus der Solarbranche haben das PV-Fehlerortungs-Set LSI entwickelt, das die Fehlerortung im Solarfeld stark vereinfacht und unabhängig vom Tageslicht ermöglicht. Oliver Lenckowski und Klaus Terlinden sind Elektromeister aus Leidenschaft und Experten für die Ortung von Kabelfehlern. 2004 stellte sie der Bruch einer Leitung in der eigenen Solaranlage vor ein schier unüberwindliches Problem: Wie kann man die Bruchstelle ausfindig machen, ohne alle Module vom Dach nehmen zu müssen, inklusive Gerüstkosten?
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Im Ergebnis entstand ein Sensor mit Teleskopstange, der die Fehlersuche stark vereinfachte. Hunderte von Anlagen haben die beiden Profis bereits analysiert und in die Wartung übernommen. Das Prinzip ist sehr einfach zu verstehen: Solartektor nutzt einen blauen Laser, um die Solarzellen im Modul zu aktivieren.
Damit lassen sich Solargeneratoren auch bei Bewölkung oder nachts ausmessen, sogar bei dünner Schneedecke oder Reif auf den Modulen. Weitere Geräte zur Fehlersuche runden das System ab. Das Fehlerortungs-Set LSI vereint drei Komponenten: Laser-Set, Signaltektor-Set und Isotektor-Set.
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Während die Thermografie oder die Elektrolumineszenz auf bestimmte Einstrahlungsverhältnisse beschränkt sind, kann der Laser jederzeit ans Werk gehen. Er erzeugt ein gepulstes Signal, das seine Energie auf die Solarzellen überträgt. Dieser elektrische Energieimpuls geht durch den angeschlossenen String zum Lasertektor und wird an den Kopfhörer des Bedieners gesendet.
Dadurch haben die Solarteure die Hände frei, um die Ergebnisse der Messung aufzunehmen. Die Kopfhörer sind per Funk über 860 Megahertz verbunden, erlauben also einige hundert Meter Reichweite. Oder sie werden über Walkie-Talkies gekoppelt, die bis acht Kilometer reichen.
Die Hände frei im Feld
Bei großen Anlagen mit einigen hundert Kilowatt Solarleistung zieht sich die Erstellung eines Modulplans normalerweise über Tage hin. Mit dem Lasersystem braucht de Servicetechniker für 100 Kilowatt nur eine Stunde, dann ist der Modulplan fertig.
Jedes einzelne Modul lässt sich auf diese Weise kontrollieren, etwa auf defekte Bypass-Dioden oder defekte Bereiche im Modul. Ist der String funktionstüchtig, hört der Installateur im Funkkopfhörer ein eindeutiges Signal. Wenn nicht, liegt ein Fehler vor. Somit kann man defekte Module sehr schnell orten. Das spart erhebliche Kosten bei der Demontage der defekten Module oder Steckverbinder – zu wissen, wo der Fehler steckt. (HS)
Hier finden Sie mehr Informationen über Solartektor.
Dieser Report erschien im Februarheft der photovoltaik, das sich der Wartung und dem fehlerfreien Anlagenbetrieb widmet. Wir haben ihn für Sie freigestellt. Hier können Sie den Artikel in voller Länge lesen.
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