Rund ein Jahr nach Inbetriebnahme erweitert das Fraunhofer IWU sein Wasserstoff-Prüflabor in Chemnitz. Nach Angaben des Instituts können Industriepartner dort inzwischen auf ein ausgebautes Testportfolio entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette zurückgreifen – von der Komponentenentwicklung bis zur Systemvalidierung. Erste Kundenprojekte sind nach Angaben des Instituts abgeschlossen.
Zur Prüfinfrastruktur zählt ein 80-kW-Brennstoffzellen-Prüfstand. Er soll Brennstoffzellensysteme und Komponenten hinsichtlich Leistung, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit unter realistischen Betriebsbedingungen charakterisieren. Ergänzt wird das Angebot durch ein Elektrolyseur-Testsystem, darunter ein 1-kW-Prüfstand zur Charakterisierung von Einzelkomponenten. Mit diesem System hat das Institut Zellen des neuen HyVentus-Stacks geprüft und für die Markteinführung erster Exemplare abgesichert.
HyVentus als offene Plattform für Industriepartner
Mit HyVentus verfolgt das Fraunhofer IWU einen kooperativen Ansatz. Industriepartner können eigene Komponenten wie Membranen oder Dichtungen einbringen. Diese werden entweder durch das IWU in den Stack integriert oder der Stack wird als offene Plattform bereitgestellt. Partner können dann selbst Komponenten verbauen und im Prüflabor testen lassen.
Damit adressiere das IWU den Bedarf der Branche, Komponenten nicht isoliert, sondern unter realen Betriebsbedingungen im Gesamtsystem zu validieren, heißt es vom Institut. Das sei ein entscheidender Faktor für Qualität, Lebensdauer und Serienreife von Wasserstoffsystemen.
Einbindung in die Referenzfabrik.H2
Das Prüflabor ist Teil der Referenzfabrik.H2, eines Netzwerks aus Industrie und Forschung zur industriellen Skalierung von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen. Ziel sei es, Fertigungsprozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Serienproduktion voranzubringen.
Das Fraunhofer IWU will seine Testinfrastruktur nach eigenen Angaben weiter ausbauen. Künftig sollen eine größere Bandbreite von Leistungsklassen sowie komplexere Betriebs- und Umgebungsbedingungen abgebildet werden.
Vorgestellt wird die Plattform auf der Messe „hy.tec mittendrin“ am 25. und 26. Juni, die erstmals am Fraunhofer IWU stattfindet.