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Technologie

Horiba finanziert neuen Lehrstuhl für Antriebstechnologien am University College London

Das University College London (UCL) und der Messtechnik-Konzern Horiba vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich emissionsfreier Antriebe. Das UCL hat Professor Thomas S. Miller zum ersten Inhaber des neu eingerichteten „Horiba Chair of Advanced Propulsion Technologies“ an der Faculty of Engineering berufen. Die Berufung wird zum September 2026 wirksam. Bekannt gegeben hat dies die britische Horiba-Tochter Horiba UK Limited mit Sitz in Northampton.

Horiba finanziert Professur und zwei Doktorandenstellen

Der Lehrstuhl ist Teil einer Partnerschaft zwischen UCL und Horiba, die sich auf die Dekarbonisierung des Verkehrssektors konzentriert. Ein Schwerpunkt liegt auf batterie- und brennstoffzellenelektrischen Fahrzeugen. Horiba hat zugesagt, eine leitende akademische Position sowie zwei Doktorandenstellen im Advanced Propulsion Lab (APL) des UCL zu unterstützen. Ziel ist nach Angaben der Partner die Entwicklung neuer Antriebstechnologien und die Ausbildung von Ingenieuren für diesen Bereich.

Das APL befindet sich am Standort UCL East im Queen Elizabeth Olympic Park. Es bündelt Kompetenzen aus dem chemischen und dem maschinenbaulichen Ingenieurwesen. Im Fokus stehen laut UCL die hochpräzise Messung und Validierung elektrochemischer Antriebssysteme unter realen Bedingungen.

Miller forscht zu Brennstoffzellen, Elektrolyseuren und Batterien

Miller ist derzeit Direktor des APL. Er ist Materialwissenschaftler und Elektrochemiker mit Forschungsschwerpunkten in elektrochemischen Energiesystemen, darunter Batterien, Brennstoffzellen und Elektrolyseure. Zudem leitet er gemeinsam mit anderen das Electrochemical Innovation Lab (EIL) am UCL und ist stellvertretender Direktor des Global Industrial Technology Cooperation Centre der Hochschule.

„Der Übergang zu einem Netto-Null-Verkehr hängt davon ab, dass wir ein viel tieferes Verständnis dafür entwickeln, wie sich elektrochemische Systeme unter realen Betriebsbedingungen verhalten“, sagt Miller. Die neue Rolle biete die Gelegenheit, Grundlagenforschung mit industrierelevanten Fragestellungen zu verbinden.

Horiba: Enge Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft nötig

Richard Carter, Managing Executive bei Horiba UK, betont die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft. „Die Lösung der komplexen Herausforderungen der Verkehrsdekarbonisierung erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft als je zuvor“, sagt Carter. Millers Berufung sei ein Meilenstein für den Ausbau dieser Zusammenarbeit.

Angharad Milenkovic, Vice President (Advancement) am UCL, verweist auf die Bedeutung industrieller Förderung: Die Unterstützung durch Horiba zeige, wie die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft Fortschritte beschleunigen könne. Professor Eva Sorensen, Leiterin des Department of Chemical Engineering am UCL, ergänzt, die Berufung stärke die Position der Hochschule im Bereich nachhaltiger Mobilität.

Hintergrund: Horiba als Anbieter von Messtechnik

Horiba ist ein weltweit tätiger Anbieter von Mess- und Analysetechnik mit über 70 Jahren Firmengeschichte. Der Konzern ist nach eigenen Angaben in 30 Ländern und Regionen vertreten. Zu den Anwendungsfeldern gehören unter anderem die Bewertung von Mobilitätstechnologien – von Motorenemissionen bis zu alternativen Energiesystemen wie Brennstoffzellen und Batterien –, Halbleitertechnik, Materialcharakterisierung, Life Sciences sowie Umweltmonitoring. Über die Unterstützung des Lehrstuhls will Horiba nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie weiter ausbauen.