Aus der Fusion der niederländischen Firmen H2Fuel und HydroFlex ist das Unternehmen H2Flexx entstanden. Es hat seinen Marktstart auf den 7. Mai 2026 datiert. Im Mittelpunkt steht das Produkt H2Easy: ein patentiertes Pulver auf Basis von Natriumborhydrid (NaBH₄), das nach Unternehmensangaben Wasserstoff sicher speichern, transportieren und vor Ort wieder freisetzen kann. Laut H2Flexx liegt die Energiedichte bei 216 Kilogramm Wasserstoff pro Tonne. Das Pulver soll bei Umgebungstemperatur und niedrigem Druck gehandhabt werden können.
Kreislauf zwischen H2Easy und H2Spent
Nach der Wasserstofffreisetzung bleibt nach Firmenangaben der Reststoff H2Spent zurück. Dieser soll in einem mechanischen Verfahren wieder zu H2Easy aufbereitet werden. Das Unternehmen gibt an, dieser Prozess benötige deutlich weniger Energie als etablierte Verfahren wie der Brown-Schlesinger-Prozess. Damit entstehe ein geschlossener Kreislauf, der mit zunehmender Skalierung wirtschaftlicher werde.
Marktansatz: Alternative zur Netzanbindung
H2Flexx positioniert das Produkt als Antwort auf die Netzengpässe in den Niederlanden. Industrieparks, Krankenhäuser, Distributionszentren, Rechenzentren und landwirtschaftliche Betriebe sollen so ihre Energieversorgung umstellen können, ohne auf einen neuen Netzanschluss warten zu müssen. Das Unternehmen sieht H2Easy auch als Speicheroption für Wochen oder Monate ohne Energieverlust – im Gegensatz zu Batterien, die nur für stundenweise Pufferung geeignet seien.
„Die Niederlande haben ein Stromnetz, das nicht mehr mithalten kann. Unternehmen warten jahrelang auf einen Anschluss, während die Energiewende keine Zeit zu verlieren hat. H2Easy löst dieses Problem: Wasserstoff als Pulver, einsetzbar ohne Netzausbau, skalierbar von einem Standort auf Tausende“, sagt Sander Castel, CCO von H2Flexx und Gründer von HydroFlex.
Internationale Pilotprojekte geplant
Nach Angaben des Unternehmens laufen erste Pilotprojekte. Strategische Gespräche mit Marktteilnehmern in Europa, dem Nahen Osten und Indien seien im Gange. Für Märkte mit niedrigen Strompreisen wie Indien und den Nahen Osten sieht H2Flexx Potenzial in der lokalen Produktion von H2Easy mit anschließendem Export in Importregionen wie die EU.
„Die Fusion bringt zwei sich ergänzende Wege zusammen: tiefgehende technologische Entwicklung und praktische Anwendung. Durch die Kombination von Wissen, Patenten und Erfahrung beschleunigen wir nicht nur unsere eigene Entwicklung, sondern auch die der Wasserstoffwirtschaft in den Niederlanden und darüber hinaus“, sagt Koos-Jan van Brouwershaven, CEO von H2Flexx und H2Fuel.
H2FLEXX