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LVN integriert ersten Großspeicher mit netzneutraler Fahrweise

Die LEW Verteilnetz (LVN) hat in Balzhausen den ersten netzneutral betriebenen Batteriespeicher an ihr Netz angeschlossen. Die Anlage hat eine Leistung von 40 Megawatt und eine Kapazität von 80 Megawattstunden. Sie ist nach Angaben des Verteilnetzbetreibers der erste Speicher dieser Bauart im LVN-Netzgebiet. Das Projekt entsteht im Umfeld des Pilotvorhabens namens Einspeisesteckdose, mit dem die LVN neue Wege zur Integration von erneuerbaren Energien und Speichern erprobt.

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Hintergrund des Konzepts ist der wachsende Speicherzubau, der die Verteilnetze vor neue Herausforderungen stellt. Nach Angaben der LVN kann das marktgetriebene Verhalten von Speichern in einzelnen Situationen zu zusätzlichen Belastungen führen. Der Verteilnetzbetreiber hat deshalb bereits 2024 ein eigenes Anschlusskonzept entwickelt: die netzneutrale Fahrweise.

Einspeisung auf 1.000 Stunden pro Jahr begrenzt

Bei diesem Ansatz werden die Batteriespeicher so betrieben, dass sie das Netz nicht zusätzlich belasten. In Zeiten hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien wird die Einspeisung der Speicher gezielt begrenzt – maximal für 1.000 Stunden im Jahr. Eine Bewertung durch die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) zeigt nach Angaben der LVN, dass diese Begrenzung die Wirtschaftlichkeit der Speicher kaum beeinträchtigt.

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„Wir brauchen deutlich mehr Speicher im Energiesystem – aber wir müssen sie so integrieren, dass die Netze jederzeit stabil betrieben werden können und die Speicher nicht um Anschlüsse mit Ökoenergieanlagen konkurrieren“, sagt Barbara Plura, Projektleiterin bei der LVN. Mit der netzneutralen Fahrweise wird dieser Zielkonflikt gelöst. „Der erste Anschluss in Balzhausen zeigt: Speicherhochlauf und sicherer Netzbetrieb lassen sich zusammenbringen.“

Rund ein Gigawatt zusätzliche Speicherleistung möglich

Insgesamt lässt sich nach Angaben der LVN auf diese Weise rund ein Gigawatt netzneutrale Speicherleistung in das bestehende Netz integrieren. Der Speicher in Balzhausen sei bewusst kein Einzelprojekt, sondern der Startpunkt für weitere Anlagen, die in den kommenden Monaten folgen sollen. Die LVN verzeichnet nach eigenen Angaben großes Interesse an entsprechenden Anschlussanfragen. (nhp)

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