Ab Februar 2027 wird der digitale Batteriepass für Traktionsbatterien verpflichtend. Auch Heimspeicher ab zwei Kilowattstunden Kapazität unterliegen dann denselben regulatorischen Anforderungen, betont Ricky Thiermann, Leiter des Produktmanagements beim Software-Anbieter Spherity. Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der Komplexität vieler Speichersysteme in der Photovoltaik-Branche. Diese bestehen häufig aus mehreren Einzelbatterien oder integrieren auch ältere Batterien. Die Erstellung der Batteriepässe erfolgt hier nach einem differenzierteren Prozess als bei Traktionsbatterien.
Aggregation dynamischer Daten als zentrale Hürde
Ein zentraler Aspekt sei die Frage, wie die dynamischen Daten der einzelnen Batterien in einem übergeordneten Batteriepass zusammengeführt werden können. „Genau hier sehen wir aktuell auch die größten Wissenslücken, insbesondere im Hinblick auf die strukturierte Aggregation und Verwaltung dieser Daten innerhalb komplexer Systeme", sagt Thiermann.
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Speicherhersteller müssten sicherstellen, dass der Batteriepass technisch sauber umgesetzt werde. Dazu gehöre die Frage, wie der QR-Code zuverlässig gedruckt und am System angebracht werde. Zudem brauche es Lösungen, um die dynamischen Daten einzelner Batterien konsistent zusammenzuführen und im Batteriepass abzubilden. Gerade bei Systemen, die aus mehreren Modulen bestehen oder gebrauchte Batterien mit unterschiedlichen Lebenszyklusdaten und Restkapazitäten kombinieren, erfordere dies angepasste Prozesse auf technischer und organisatorischer Ebene.
Mehrwert für Betreiber und neue Geschäftsmodelle
Für Betreiber biete der digitale Batteriepass nach Einschätzung von Thiermann einen klaren Mehrwert. Er helfe dabei, gesetzliche Anforderungen strukturiert und nachvollziehbar zu erfüllen, und schaffe regulatorische Sicherheit. Gleichzeitig ermögliche er eine bessere Abbildung komplexer Systeme: Bei Speichern, die aus mehreren Batterien oder Modulen bestehen, könnten Daten zentral zusammengeführt und dokumentiert werden.
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Durch die Verfügbarkeit dynamischer Batteriedaten würden zudem Service- und Wartungsprozesse effizienter, da Diagnose, Austausch, Monitoring und das Lebenszyklusmanagement erleichtert würden. Darüber hinaus stärke der Batteriepass laut Thiermann das Vertrauen bei Kunden und Partnern, da Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung, Leistung und Nachhaltigkeit transparenter und überprüfbarer würden. Nicht zuletzt bilde er die Grundlage für neue Geschäftsmodelle – etwa im Bereich Second Life, Rücknahme, Recycling oder datenbasierter Services. (nhp)
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