Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

Alpine Solarparks laufen gut

Solarparks hoch in den Alpen haben den Vorteil, dass sie im Winter, wenn in den Tälern der Nebel hängt, viel Strom produzieren. Dass dies tatsächlich so ist, zeigen die Ergebnisse des vergangenen Winters. So hat das alpine Kraftwerk Madrisa Solar im Osten der Schweiz an der Grenze zu Österreich im ersten Winter nach der Inbetriebnahme im vergangenen Jahr mehr Strom produziert als prognostiziert.

Die Anlage versorgt das Skigebiet Madrisa. Mit dem Strom werden unter anderem die Bergbahnen Klosers-Madrisa betrieben. Auch hier ziehen die Betreiber nach dem Start der Solaranlage eine positive Bilanz. Denn nach Angaben des Anlagenbetreibers Repower, einem Stromversorger mit Sitz im schweizerischen Poschiavo, hat die Anlage bereits deutlich mehr Energie erzeugt, als für den gesamten Betrieb in der Wintersaison nötig ist – wohlgemerkt mit einem Bruchteil der geplanten Anlagenleistung.

Wollen Sie über die Energiewende auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach den kostenlosen Newsletter von ERNEUERBARE ENERGIEN – dem größten verbandsunabhängigen Magazin für erneuerbare Energien in Deutschland!

Weiterbau nach der Schneeschmelze

Denn der gesamte Solarpark ist noch längst nicht fertig. Bis zum ersten Schneefall im September 2025 haben es die Handwerker geschafft, rund 1.000 Solartische im Boden zu verankern und etwa 6.000 bifaziale Module darauf zu installieren. Davon waren im ersten Winter rund 3.600 Module schon ans Netz angeschlossen. Das sind etwa 20 Prozent der geplanten Gesamtanlage. Die Bauarbeiten sollen nach der Schneeschmelze weitergehen. Die zweite Bauphase startet Anfang Mai, kündigt der Betreiber der Anlage, Repower, an. Ziel sei es, bis November 2026 rund 70 Prozent der Anlage ans Netz anzuschließen. Die Gesamtanlage wird dann eine Leistung von etwa sieben Megawatt erreichen.

Mindestertrag für die Förderung übertroffen

Derzeit sind etwa zwei Megawatt in Betrieb. Im ersten Winter von Oktober 2025 bis März 2026 lieferte die Anlage mit dieser Leistung immerhin 1,5 Gigawattstunden Strom. Das ist angesichts der kürzeren Tage und der tief stehenden Sonne ein hervorragendes Ergebnis, das höher liegt als erwartet. Zudem erfüllt die Anlage damit auch die Vorgaben der Schweizer Regierung zur speziellen Förderung von alpinen Winterstromanlagen, dem sogenannten Solarexpress. Denn diese bekommen nur eine Unterstützung, wenn der Stromertrag mindestens bei 500 Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung liegt. Bei Madrisa Solar liegt dieser Ertrag bei rund 750 Kilowattstunden pro Kilowatt.

Alpine Solaranlage in der Schweiz liefert Regelleistung

Albedo­effekt erhöht die Leistung

Dies liegt daran, dass Madrisa Solar auf rund 2.000 Meter über Meer liegt und konsequent auf eine hohe Winterstromerzeugung ausgelegt ist. Zum hohen Ertrag hat aber nicht nur die Lage hoch über den Wolken beigetragen, sondern auch der Albedoeffekt. Denn die bifazialen Module können das Licht für die Stromproduktion nutzen, das vom Schnee reflektiert wird. Es hat sich gezeigt, dass nach dem ersten Schneefall dank dieses Albedo­effekts die Leistung um rund 15 Prozent zunahm.

Vorteile klar unter Beweis gestellt

Eine positive Bilanz ziehen auch der Grünstromproduzent Aventron und der Urner Energiedienstleister Energieuri. Gemeinsam betreiben sie den alpinen Solarpark APV Sidenplangg im Schweizer Kanton Uri. Der erste Teil dieser Anlage im Urner Schächental ging im vergangenen Herbst in Betrieb. Die ersten Produktionsmonate zeigten ein hervorragendes Ergebnis. „Wir hatten bislang einen guten Produktionswinter. Gerade an Tagen, an denen die Nebeldecke über dem Talboden lag, hat die Solaranlage auf rund 2.000 Metern über Meer ihre Vorteile klar unter Beweis gestellt. Die Produktion in den Wintermonaten ist rund dreimal höher als bei Anlagen im Talboden“, betont Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der APV Sidenplangg AG.

Messungen: Nur geringe Verluste durch Schnee auf alpinen Solaranlagen

Fünf Megawatt bis zum Herbst geplant

Auch hier wird der Bau der Anlage nach der Schneeschmelze weitergehen. Die zweite Bauetappe umfasst die Errichtung von über 900 Unterkonstruktionen sowie die Installation von weiteren rund 5.600 Modulen. Bis zum Wintereinbruch im Spätherbst 2026 steige die Leistung dann auf rund fünf Megawatt, teilt die APV Siedenplangg AG mit. Wie in Madrisa übernehmen auch in Uri einen Großteil der Arbeiten lokale Unternehmen. „Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten für das 40-Millionen-Projekt in der Gemeinde Spiringen auf einem Gebiet der Korporation Uri Ende 2028 abgeschlossen“, prognostiziert die Bauherrin.