Die kommunale Wärmeplanung hat sich als zentrales Steuerungsinstrument für die Transformation unserer Wärmeversorgung etabliert. Die ersten vorliegenden Wärmepläne zeigen deutlich: Die Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien sind vorhanden, die technischen Lösungen stehen bereit. Was jetzt fehlt, ist ein verlässlicher Ordnungsrahmen, der wirtschaftliche Impulse freisetzt und Investitionssicherheit schafft.
Gleichzeitig stehen wir vor einer neuen Dimension der Standortplanung. Der massive Ausbau von Wasserstoffelektrolyseuren, Rechenzentren und Batteriespeichern erfordert zunehmend komplexe Antworten – auf Fragen der Netzintegration, Flächenverfügbarkeit, Wärmeauskopplung und der Infrastrukturanbindung. Diese Technologien sind Schlüsselbausteine der Energiewende und der Digitalisierung zugleich. Rechenzentren benötigen leistungsfähige Strom- und Glasfaseranschlüsse sowie Optionen zur Abwärmenutzung, um Wärmenetze, Quartiere und Industrie sinnvoll miteinander zu vernetzen.
Die Standortfrage ist dabei keine rein technische Angelegenheit. Auf den Entscheidungsträgern vor Ort lastet ein hoher politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Erwartungsdruck. Standorte müssen systemdienlich sein und zugleich regionale Entwicklungschancen heben. Abwärme aus Rechenzentren und Elektrolyseuren wird zu einer strategischen Energiequelle der Wärmewende – die regionale Wärmeplanung profitiert unmittelbar davon.
Ohne Wasserstoff werden wir die langfristigen Ziele einer klimaneutralen Industrie nicht erreichen. Und ohne künstliche Intelligenz werden wir kein flexibles Stromnetz steuern können.
Mein Appell: Lassen Sie uns die neuen Technologien so platzieren, dass sie Netze entlasten, Wärme bereitstellen und regionale Wirtschaftskreisläufe fördern.