Synhelion hat mit mehreren marokkanischen Ministerien und der Investitionsagentur AMDIE eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für den Bau einer Produktionsanlage für erneuerbare synthetische Treibstoffe unterzeichnet. Die Anlage soll in der Provinz Tan-Tan in der Region Guelmim-Oued Noun entstehen und laut Unternehmensangaben jährlich 100.000 Tonnen Treibstoff produzieren. Konkrete Angaben zu Investitionsvolumen, Zeitplan oder Baubeginn der Anlage in Tan-Tan macht Synhelion nicht. Tan-Tan liegt im Süden Marokkos nahe der Grenze zur völkerrechtlich umstrittenen Westsahara, gehört selbst aber unumstritten zum marokkanischen Staatsgebiet.
An der Vereinbarung beteiligt sind das Ministerium für Industrie und Handel, das Ministerium für Energiewende und nachhaltige Entwicklung, das Ministerium für Investitionen sowie die marokkanische Agentur für Investitions- und Exportförderung (AMDIE). Synhelion hat nach eigenen Angaben ein Grundstück für das Projekt reserviert und mit Synhelion Morocco eine Zweigniederlassung gegründet. Diese habe den Status Casablanca Finance City erhalten, ein Standort für internationale Unternehmen in Marokko.
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Mit dem Schritt gehe man „von der Evaluierung in die konkrete Projektentwicklung über“, sagt Gianluca Ambrosetti, Co-CEO und Mitgründer von Synhelion. Die Demonstrationsanlage „Dawn“ läuft seit 2024. Für das Jahr 2027 hatte das Unternehmen eigentlich die Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Anlage in Spanien angekündigt. Stattdessen ist seit Juli 2026 aber die Rede davon, dass diese in Jülich in der Nähe der Dawn-Anlage entstehen soll, gefördert mit 90 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Weitere Standorte befänden sich in Prüfung, heißt es von Synhelion.
Karim Zidane, marokkanischer Minister für Investitionen, Konvergenz und die Evaluierung der öffentlichen Politik, erklärt: „Aufbauend auf dem großen Potenzial für erneuerbare Energien in der Region Guelmim-Oued Noun kann dieses Projekt dazu beitragen, neue Wertschöpfungsketten zu schaffen, lokale wirtschaftliche Chancen zu eröffnen und die Position des Königreichs als wettbewerbsfähigen Standort für grüne Industrie zu stärken.
Synhelion produziert synthetisches Kerosin, Diesel und Benzin aus erneuerbarer Energie und biogenen Abfällen. Das Produktionsverfahren erläuterte HZwei hier. Die Treibstoffe sind als Drop-in-Kraftstoffe konzipiert.